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Schlup: Prodotti di qualità
Es war im Jahre 1971, als der Inhaber René Schlup in der damals noch kleinen Comune (Gemeinde) Manno, einem nördlichen Vorort von Lugano, die ehemalige Storen-Fabrik Bredo Bau kaufen konnte.
Motorist René Schlup
Wie funktioniert eigentlich der Fachhandel in der Schweizer Sonnenstube, dem Kanton Tessin? Dolce vita far niente? Das stimmt so wenig, wie etwa die Behauptung, die regionalen Firmen kauften alles über der Grenze, also in Italien, ein. Die Firma René Schlup SA in Manno bei Lugano begann vor mehr als 20 Jahren mit dem Verkauf von Toro-Rasenmähern. Davor waren es Perless-Elektrowerkzeuge, damals ein in der Schweiz hergestelltes Qualitätsprodukt.
Für ihn war es ein Quantensprung, besteht das Gebäude doch aus zwei Stockwerken und einem großen Vorplatz. Für Schlup bot das Gebäude jedenfalls reichlich Platz, um sein Geschäft kontinuierlich auszubauen. Und das tat er dann auch, sowohl im Bereich Elektrowerkzeuge als auch bei Gartengeräten.
Starke Bauentwicklung
Im ganzen Kanton Tessin wurde gebaut, auch Manno entwickelte sich schnell. Unter anderem bauten die UBS (Union Bank of Switzerland) ein großes Bürogebäude und die ETH (Eidgenössische Technische Hochschule) ein Hochleistungsrechenzentrum. Handwerker aus Lugano und Umgebung nutzten das gute Angebot von René Schlup SA und den immer besser entwickelten Werkzeugen. Gleichzeitig stieg aber auch die Nachfrage nach Rasenmähern, Motorsägen oder auch Motorsensen, wobei im Tessin nur die unter dem Begriff "Zaki-Boy" bekannten Rucksack-Motorsensen verlangt werden. Warum das so ist, versteht jeder Besucher des Tessins. Denn die Gärten sind oft terrassiert und die Steilheit des Geländes nimmt extrem zu, sobald man die Autobahn verlässt und in die wild überwachsenen Täler einbiegt.
Betrieb übergeben
René Schlup, heute 73 Jahre alt, hat sich aus dem aktiven Geschäft zurückgezogen. Seit dem Jahr 2000 leitet sein Schwiegersohn Werner Zoller den Betrieb, Ehefrau Daniela Schlup Zoller managt die Buchhaltung. Insgesamt beschäftigt die Firma heute 12 Mitarbeiter. Das Gartengeräteprogramm wurde auch im Profibereich erweitert, denn die Kundschaft besteht nach wie vor aus Handwerkern, Gemeinden und dem Kanton. Es erstaunt wenig, dass Zoller auf prodotti di qualità (Qualitätsprodukte) setzt. "Halten die Geräte den starken Belastungen der Profianwender nicht stand, liegt die Maschine schon am Nachmittag wieder auf unserem Verkaufstisch. Darum verkaufen wir auch den Privatanwendern möglichst nur Markenprodukte", sagt der Geschäftsmann. Das Verkaufsprogramm im Grünbereich besteht aus den Verkaufslinien Bosch, Herkules, Honda-Generatoren, Jonsered, Kärcher, Orec, Pellenc, Shindaiwa, Snapper und Stihl.
Breit abgestützt
Die Firma ist aber auch Service- und Mietpoint von Falch-Hochdruckreinigern, Reinigungsmaschinen für sehr heikle Reinigungsarbeiten oder gar Sanierungen. "Hier handelt es sich um eine ganz spezielle Dienstleistung. Diese Geräte bedürfen einer fachmännischen Bedienung, d.h., wir müssen die Mieter erst mit den Geräten vertraut machen bzw. darauf ausbilden", sagt Zoller. Selbstverständlich wurde auch das Elektrowerkzeug-Programm in den Jahren stark ausgebaut. Dieser Sektor ist nach wie vor der größte Umsatzträger der Firma. Angeboten werden vor allem die Marken Bosch, Fein, Festool, DeWalt, Makita und Metabo.
Aber der Chef gibt sich damit noch nicht zufrieden. Seit Jahren importiert er auch CEA-Schweißanlagen aus Italien, exklusiv für den Tessin. "Damit haben wir ein weiteres Standbein für unsere Firma erschlossen, und es hat sich zwischenzeitlich auch prächtig entwickelt", schwärmt Zoller, und fügt mit erhobenem Zeigfinger an: "Aber CEA-Schweißanlagen sind die einzigen Produkte, die wir direkt im Nachbarland Italien einkaufen. Alle anderen Maschinen und Ersatzteile beziehen wir in der Schweiz und dies, obschon die Schweizer Preise durchweg höher als in Italien sind." Als guter Geschäftsmann weiß Zoller, dass schnelle Verfügbarkeit, einfache Kommunikation und aktive Problemlösungen der Schweizer Lieferfirmen mehr wert sind als ein schneller Gewinn mit dem Nachbarland.
Die Firma hat aber noch weitere Abteilungen, die clever aufgestellt sind. Beispielsweise bereisen drei Außendienstleute den weitläufigen Kanton, besuchen Garagisten, Maurer, Schreiner, Carrosserie-Werkstätten, oder Installateure kurz das gesamte Tessiner Handwerk und die Industrie. So verwundert kaum, dass die Firma über den Kanton hinaus bestens bekannt ist. Den Schlup-Aufkleber findet man auch auf Maschinen, die in den entlegensten Dörfchen der schönen Tessintäler, wie dem Val Maggia, Val Onsernone oder Centovalli im Einsatz sind.
Vor kurzem hat Zoller den Verkaufsbereich komplett umgebaut. Das hat ihn übersichtlicher und offener gemacht. Der Kunde findet jetzt das gesuchte Produkt schneller und kann jetzt unter den verschiedenen Marken auch besser vergleichen. Drei Mitarbeiter arbeiten in der Werkstatt. Und die ist ein weiteres starkes Argument im Dienstleistungsangebot der Firma: "Was immer auch der Kunde für Maschinenprobleme hat, egal, ob im Benzin- oder Elektromotorenbereich, unsere Leute können die Reparatur oder Anpassung innerhalb kürzester Zeit erledigen", sagt Zoller nicht ohne Stolz. Dass der Capo (Chef) nicht nur perfekt Italienisch spricht, sondern ebenso gut Deutsch, ist in der Südschweiz schier ein "Muss", denn in der Kundschaft von René Schlup SA gibt es viele Deutsche und Deutschschweizer, die nicht nur die Sonne und die Wärme der Südschweiz genießen, sondern eben auch den Garten ihres Ferienhauses aktiv pflegen. "Dolce vita? Ja, leider nur selten", sagt Zoller und fügt schmunzelnd fort: "Am ehesten, wenn ich mit meiner Frau und unseren beiden Söhnen hoch oben in den Bergen in unserem Rustico bin weit ab vom geschäftigen Lugano!"
