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„Smart Gardening ist ein Zukunftsmarkt“

Der zweite Teil des Top-Interviews mit Pavel Hajman von Husqvarna. Dieses Mal geht es um die Entwicklung von Smart Gardening Produkten und deren Anforderungen durch Hobbygärnter und Profis.

Pavel Hajman Präsident Husqvarna
Pavel Hajman Präsident Husqvarna
Foto: Husqvarna

MOTORIST: Zukunftstechnologien wie Smart Gardening werden schon seit Jahren immer wieder als Innovationstechnologien mit hohem Marktpotenzial gesehen. Doch so wirklich scheint sich dieser Trend, jedenfalls in Deutschland, nicht durchsetzen zu können. Gerade in der Verbindung der Unternehmen Husqvarna und Gardena liegen da doch Synergien auf der Hand diesem Segment mehr Auftrieb zu geben.

 P. Hajman: In der Markteinschätzung zum künftigen Potenzial des digitalisierten Gartens stimme ich mit Ihnen überein. Für den Endverbraucher und den Profi werden in diesem Zusammenhang jedoch unterschiedliche Aspekte wichtig sein.

So sucht der Privatanwender Systeme und Produkte, die auf eine gemeinsame Nutzung von smarten Haus- und Gartensystemen abzielen. Meiner Einschätzung nach wird die smart Gardening-Technologie durch die Automatisierung im Home-Bereich vorangetrieben und ein Teil dessen werden.

Forst- und Gartenprodukte werden sich hier künftig gut einfügen. Leichte Akkuprodukte, Automatisierung und Vernetzung sowie eine einfache Nutzung spielen für den Endverbraucher eine wichtige Rolle. Gardena hat dafür z. B. eine produktübergreifende smart Gardening-Lösung im Programm. Von Husqvarna werden wir in einigen Jahren eine ähnliche Technologie anbieten.

Für den Profianwender sind hingegen eher Systeme und Serviceleistungen wie das Husqvarna „Fleet Services“-Flottenmanagement relevant. Profis benötigen Angebote, die eine Optimierung der Gerätenutzung, höhere Produktivität und effektives Gerätemanagement bieten. Häufig managt der Profi viele Einzelgeräte und muss diese laufend bzgl. der Wartung kontrollieren. Unsere „Fleet Services“-Software bietet durch die Vernetzung einzelner Geräte mit einer digitalen Benutzeroberfläche oder App die Möglichkeit, den Service- und Betriebszustand für ein nachhaltiges Gerätemanagement auszulesen und optional die individuellen Nutzungszeiten zu erfassen. und für ein nachhaltiges Gerätemanagement zu nutzen.

Auch wenn wir aktuell noch keine Lösungen für professionelle Bewässerungssysteme anbieten, sehe ich großes Potenzial beim Zusammenspiel der einzelnen Komponenten in einem übergreifenden „Home and Garden-System“. So kann der Motorist die Aufgabe des Systemintegrators übernehmen und die einzelnen Komponenten gemeinsam anbieten.

 MOTORIST: Akku oder Benzin – eine Frage, die mit großer Relevanz die ganze Branche umtreibt. Wie sehen Sie die Veränderung der Antriebssysteme und was bedeutet es für ihr Unternehmen.

P. Hajman: Wir beschäftigen uns schon seit vielen Jahren mit akkubetriebenen Produkten. Dabei stellt sich heutzutage weniger die Frage „Akku oder Benzin“, sondern es wird „Akku und Benzin“ verwendet. Das Produktsortiment im Bereich der handgeführten Akku-Geräte ist breit und jeder Anwender, ob privat oder Profi, findet bei uns das passende Produkt. In die Entwicklung der Akkugeräte investieren wir seit vielen Jahren hohe personelle und finanzielle Ressourcen. Prozentual gesehen steht dieser Bereich an der Spitze der Investitionen.

Auch wenn es unzweifelhaft einen Wandel gibt, wird es noch Jahre dauern, bis eine komplette Verlagerung von Benzin zu Akku erfolgt. Aus diesem Grund arbeiten wir parallel an der Weiterentwicklung unserer Benzingeräte. Ob Akku oder Benzin eingesetzt wird, hängt häufig von der Art der Anwendung ab. Insgesamt ist die Forstwirtschaft immer noch am weitesten entfernt vom Akku-Geräte-Einsatz, daher greifen viele Anwender aufgrund der Betriebssicherheit und Unabhängigkeit immer noch zu Benzingeräten. Auf der anderen Seite sind Kriterien wie Lärmemission und Umweltschutz wichtige Argumente für den Akku als Antriebskonzept.

Zum ersten Teil geht es hier .

Zum dritten Teil des Interviews

Zum vierten Teil des Interviews geht es hier .