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1 Milliarde Einkäufe weniger mit Bargeld in Deutschland

Infolge der Corona-Pandemie verändert sich das Bezahlverhalten der Verbraucher drastisch: Während der Transaktionsanteil des Bargelds deutlich verliert, legen Girocard und Kreditkarte zu, zeigt eine EHI-Studie.

Neben dem Bargeld nehmen auch sehr viele Karten Platz im Portemonnaie ein.
Die Kartenzahlung wird zum Bezahlen immer beliebter, auch beflügelt durch Corona.
Foto: Stevepb/pixabay

Nachhaltige Veränderungen beim Bezahlen im stationären Einzelhandel: Infolge der Corona-Krise wird der Transaktionsanteil des Bargelds an den deutschen Einzelhandelskassen nach Berechnungen des EHI in diesem Jahr um 5 Prozentpunkte und der Umsatzanteil sogar um 5,3 Prozentpunkte erheblich zurückgehen. Entsprechend zulegen können 2020 hingegen die verschiedenen Varianten der Kartenzahlung.

Lieber mit Karte

Bargeld büßt rund 1 Milliarde Transaktionen im Gesamtwert von rund 27,93 Milliarden Euro ein. Vor allem das Bezahlen per Girocard und in deutlich geringerem Maß auch das Bezahlen per Kreditkarte profitiert davon. Der Anteil der Girocard wird von 33,6 auf 40,2 Prozent steigen, während das unterschriftbasierte Lastschriftverfahren auf 5,8 Prozent etwa 2 Prozentpunkte verliert. Dennoch sind laut EHI beide Varianten der Girocard-Nutzung im Handel gemeinsam mit einem Anteil von 46 Prozent erstmals und sogar deutlich umsatzstärker als Bargeld.

2020 das wachstumsstärkste Jahr für unbares Bezahlen

„In jedem Fall wird das Jahr 2020 als das wachstumsstärkste Jahr für unbares Bezahlen in Deutschland seit Beginn der regelmäßigen Erhebungen durch das EHI im Jahr 1994 eingehen“, sagt EHI-Experte Horst Rüter. Nur vergleichsweise moderat können Kreditkarten in der Krise profitieren. Ihr Anteil erhöht sich von 7,6 auf 8,4 Prozent. Hierbei sind auch App-basierte mobile Zahlungen wie zum Beispiel Apple Pay oder Google Pay berücksichtigt.

Trend geht weiter

Aktuelle Entwicklungen deuten nach Einschätzung des EHI darauf hin, dass der Transfer vom Bargeld zur Karte nachhaltig ist. Für die nächsten Jahre erwartet das Institut weitere Zuwächse für unbares Bezahlen im Volumen von etwa 3 Prozentpunkten, insbesondere bedingt durch das bei Kundschaft und Handel gleichermaßen beliebte kontaktlose Bezahlen, das schon jetzt gut die Hälfte des Kartenumsatzes abdeckt und sich durch erhöhte Limits und die krisenbedingten Hygienemaßnahmen des Handels weitere Anteile erschließen wird.

10.11.2020