zurück

Akku-Kleingeräte mit System

Bei den leichten, handgetragenen Gartenwerkzeugen hat sich der Akku-Antrieb auf breiter Front durchgesetzt. Auch Profis schätzen die handlichen Helfer. Hersteller setzen zunehmend auf einheitliche Stromversorgung für eine Vielzahl von Geräten.

Bei EGO kann derAkku am Rückengetragen werden und erleichter das Bedienen des Rasentrimmers.
Bei EGO kann derAkku am Rückengetragen werden und erleichter das Bedienen des Rasentrimmers.
Foto: EGO

Wenn es um kompakte Handgeräte geht, spielt die Akku-Technik ihre Stärken voll aus: Kleine, leichte Scheren, Sägen oder Trimmer sind die idealen Helfer für kleinere private Gärten und Grundstücke. Als komfortable Alternative zu manuellen Geräten erleichtern sie die Gartenpflege gerade für ungeübte oder ältere Nutzer. Mit zunehmender Leistung der eingesetzten Akkus und dank kürzerer Ladezeiten bei gleichzeitig verlängerter Arbeitsdauer erweitert sich aber auch das Einsatzspektrum der kabellosen Geräte. So sind sie zunehmend auch als „kleines Besteck“ für den professionellen Einsatz interessant. Deutlich leiser als vergleichbare Benziner, empfehlen sie sich für die Hege und Pflege in Wohngebieten, Hotelanlagen, Kliniken oder Seniorenheimen.

Entsprechend haben es Fachhändler bei den Akku-Kleingeräten mit ganz unterschiedlichen Kundengruppen zu tun. Die private Nachfrage wird sich eher an der leichten Handhabung orientieren, und oft auch am Preis. Für Grün-Profis stehen Leistungskriterien wohl im Vordergrund. Sie zählen auf zuverlässige Werkzeuge mit möglichst langer Laufleistung je Akku-Ladung, geringen Ladezeiten und hoher Gesamt-Lebensdauer. Dabei zählt natürlich auch die Qualität von Messern, Klingen oder Sägeketten.

Dem Akku gehört die Zukunft

Vor diesem Hintergrund gibt es für den Händler einige Entscheidungen zu treffen: Sollen einzelne Zielgruppen bevorzugt angesprochen werden? Welche Hersteller sollen ins Programm, und wie umfangreich kann das Angebot an Akku-Handgeräten präsentiert werden? Hier stellt sich zum Beispiel die Frage, ob eine reine Beschränkung auf Outdoor-Geräte Sinn ergibt – Akkuschrauber etwa werden regelmäßig drinnen wie draußen benötigt. Grundsätzlich aber geht an den kabellosen Geräten kaum noch ein Weg vorbei: Sie machen heute schon rund die Hälfte aller weltweit produzierten Elektrowerkzeuge aus, bei weiter steigender Tendenz. In der „Branchenanalyse Elektrowerkzeuge“ der Hans-Böckler-Stiftung wird die Bedeutung der Akku-Technologie eingehend beleuchtet. Sie sei bereits heute ein wichtiger Differenzierungsfaktor im Wettbewerb der Hersteller und werde in den nächsten Jahren aus Sicht von Branchenkennern zum entscheidenden Wettbewerbsfaktor. „Die Zukunft der Elektrowerkzeuge wird im Akku-Bereich entschieden“, wird Horst Garbrecht, Vorstandsvorsitzender von Metabo, in der Studie zitiert. Weitere Marktexperten verdeutlichen in der Studie: „In der Branche herrscht ein starker Verdrängungswettbewerb, weil die Produkte unterschiedlicher Hersteller nicht mit den Geräten und Ladestationen der Konkurrenz kompatibel sind. Die Akku-Schnittstelle wird zum wettbewerbsentscheidenden Faktor.“

Akkus werden nicht nur bei Kleingeräten eingesetzt, auch größere Gartengeräte arbeiten verstärkt mit der kabellosen Technik. Welche das sind und was bereits auf dem Markt ist, erfahren Sie in der Ausgabe 3 von MOTORIST.
Zur Ausgabe
Wenn Sie noch keine Ausgabe habe, testen Sie einfach unser Mini-Abo
Jetzt testen

Kabellose sind kein Spielzeug mehr

Mit dem 72-Volt Akku lassen sie anspruchsvolle Schitte ganz einfach machen.
Mit dem 72-Volt Akku lassen sie anspruchsvolle Schitte ganz einfach machen.
Foto: Wolf-Garten

Lange Zeit herrschte Skepsis bezüglich der Möglichkeiten der kabellosen Stromversorgung vor. Vor allem im Profibereich der Grünpflege wurde sie gerne als „Spielzeug“ abgetan. Das hat sich geändert: Inzwischen wird in praktisch allen Entwicklungsabteilungen der Hersteller fieberhaft an Optimierungen gearbeitet. So werden die Leistungsfähigkeit, die Kapazität, die Lebensdauer der Akkus kontinuierlich verbessert. Gleichzeitig stehen Gewichtsreduktion, neue Ladesysteme, sogenannte Wireless Charging Systeme zum induktiven Laden sowie die Akku-Schnittstelle auf der Agenda. Auch die angetriebenen Werkzeuge und Maschinen selbst kommen auf den Prüfstand. Auch das ist ein Befund der genannten Branchenanalyse: „Bei akkubetriebenen Elektrowerkzeugen muss das Gerätekonzept, bestehend aus Energiespeicher, Antriebsmotor und Triebstrang aufeinander abgestimmt sein. Deshalb werden im Kontext mit der Akku-Technologie auch neue Antriebskonzepte wie bürstenlose Elektromotoren (EC-Motoren) mit höherer Effizienz und Wartungsfreiheit immer wichtiger.“

Systeme werden um den Akku gebaut

Weil übergreifende Standards für Akkus und Ladegeräte noch fehlen, bieten die großen Hersteller für ihre Marken jeweils eigene Entwicklungen an. „Ein Akku für viele Geräte“ lautet das Prinzip namhafter Anbieter. Es erlaubt dem Anwender, eine ganze Range von Maschinen, vom Bohrschrauber über die Stichsäge bis zum Heckenschneider, mit einem einzigen kompatiblen Wechselakku zu betreiben. Dadurch relativiert sich auch das bisherige Minus bei den Akku-Geräten – der höhere Preis gegenüber vergleichbaren kabelgebundenen Geräten. Käufer werden dadurch motiviert, bei der Neuanschaffung von Maschinen bei der Akku-Technik, und gleichzeitig auch bei der gewählten Marke zu bleiben. Wesentliches Anliegen der Anwender ist dabei ein System der Stromversorgung, das für möglichst viele Geräte einsetzbar ist. Im Idealfall sollte er Komponenten und Geräte auch langfristig nachkaufen können, um die Sicherheit einer dauerhaften Investition zu haben. Bosch Power Tools zum Beispiel hat angekündigt, bei Lithium-Ionen-Akkus die Kompatibilität zu allen bestehenden und künftigen Elektrowerkzeugen einer Voltklasse sicherzustellen. Mit Boschs Akku-System „Power for All“ lassen sich mehr als 20 Heimwerker- und Gartengeräte des Herstellers betreiben.

Ein Akku, viele Anwendungen

Gardenas neue Systemlösung für kabellose Gartenwerkzeuge heißt „HeartBeat“. Für kleinere und mittelgroße Gärten versorgt es mit 18-Volt-Akkus insgesamt acht Geräte mit Strom. Dazu gehören ergonomisch geformte Heckenscheren, Hochentaster, Trimmer und Laubbläser, die auch ohne Akku zugekauft werden können.

In der Compact-Familie bietet Stihl kabellose Trimmer, Kettensägen, Heckenscheren und Laubsäuger an.
In der Compact-Familie bietet Stihl kabellose Trimmer, Kettensägen, Heckenscheren und Laubsäuger an.
Foto: Stihl

Auch Stihl baut sein Sortiment an kompatiblen Akku-Systemen aus. Neben dem bereits vorhandenen Akku-System für professionelle Anwender brachte der Motorgeräte-Spezialist bereits im letzten Sommer das Akku-System „Compact“ für Hobbygärtner auf den Markt. Die eingesetzten Lithium-Ionen-Akkus betreiben unter anderem eine Heckenschere, eine Motorsäge, eine Motorsense, ein Blasgerät und einen Rasenmäher. Der Hersteller empfiehlt die Anschaffung eines Zweit-Akkus, wenn die Einsatzdauer eines Gerätes ausgeweitet werden soll. Zum Beispiel lasse sich die Akku-Heckenschere HSA 66 mit dem passenden Akku rund 60 Minuten lang im Dauerbetrieb einsetzen. Rechnet man die Zeiten für andere Arbeitsschritte hinzu, könne der zwischenzeitlich geladene Zweit-Akku bei 90 Minuten Ladezeit nahtlos übernehmen.

Das Akku-System von Einhell heißt „Power X-Change“. Mit ihm lassen sich laut Anbieter schon über 65 verschiedene Werkzeuge und Maschinen betreiben. Der Hersteller legt Wert darauf, den Wechsel von Akkupack und Werkzeugen besonders einfach zu gestalten. Angetrieben wird derart auch die Akku-Heckenschere GE-CH 1846 Li Kit, die Leistungskraft mit geringem Gewicht kombiniert. Der Füllstand des Akkus wird per LED angezeigt, ein zusätzliches Schnellladegerät gehört zum Lieferumfang. Zur Ausstattung gehören ein Zweihand-Sicherheitsschalter, Messerabdeckung aus Aluminium und Stoßschutz mit Wandhalterung.

Akkus werden nicht nur bei Kleingeräten eingesetzt, auch größere Gartengeräte arbeiten verstärkt mit der kabellosen Technik. Welche das sind und was bereits auf dem Markt ist, erfahren Sie in der Ausgabe 3 von MOTORIST.
Zur Ausgabe
Wenn Sie noch keine Ausgabe habe, testen Sie einfach unser Mini-Abo
Jetzt testen


Im Frühsommer erscheint das extrem robuste und leistungsfähige Profisortiment von EGO mit Heckenschere, Freischneider und Laubbläser. Die Energie liefert dafür ein neuer rückentragbarer 56-V-Akku: Der BAX1500 ist der branchenweit leistungsstärkste seiner Art. Alle EGO Power+ Akku-Gartengeräte sind generell für anspruchsvolle Nutzer und auch den gewerblichen Einsatz gemacht. Das Sortiment umfasst Freischneider (BCX3800E), Heckenschere (HTX6500E), Laubbläser (LBX6000E) sowie zwei rückentragbare Akkus (BAX1300 und BAX1500).

Die neuen Werkzeuge sind für den langandauernden Einsatz ausgelegt und für eine besonders hohe Haltbarkeit konzipiert. Dadurch reduziert sich die Wartungszeit auf ein Minimum. Und wie immer bei EGO stehen auch die neuen Gartengeräte, was die Leistungsfähigkeit angeht, ihren benzinbetriebenen Mitbewerbern in nichts nach. Aber dank dem leiseren Betrieb, weniger Gewicht und Vibrationen sowie völliger Abgasfreiheit arbeiten diejenigen, die das Gerät täglich in Händen halten, deutlich stressfreier und komfortabler.

Dem weit verbreiteten Vorurteil, dass die Anschaffung dieser Akkugeräte kostenträchtiger sei als die der kraftstoffbetriebenen Vorgänger, begegnet der Akku-Pionier Pellenc mit einer Informationsinitiative. Schließlich zählt nicht nur der Einkaufspreis in der Bilanz, sondern auch die Lebensdauerkosten wie Betriebskosten, Verschleißteile, Wartung und Entsorgung. Der französische Hersteller setzt seit 2004 komplett auf Lithium-Ionen-Technologie und hat entsprechende Langzeitwerte vorzuweisen. Die Motorsense Excelion 2000 erreicht die Rentabilitätsschwelle bereits nach 95 Tagen Einsatz – den Preis für den Akku miteingerechnet.

Auch Wolf-Garten unter dem Dach der MTD Products AG hat sein Portfolio an Akku-Geräten stark vergrößert. Mit seiner 72-Volt-Klasse stößt das Unternehmen dabei in neue Leistungsklassen vor. Diesen starken Antrieb bringen auch der neue Trimmer Power 30 T, die Heckenschere Power 55 H und der Laubbläser Power 24 B mit. Auch hier gilt: Alle Geräte können mit demselben Akku abgedeckt werden. Der Anbieter erläutert die Stärken der neuen Generation von Stromversorgern: Die Akkus können bei jedem Batteriezustand an das Ladegerät angeschlossen werden. Ein integriertes Kühl- und Lüftungssystem verhindert Überhitzung für eine längere Lebensdauer und ein sicheres Laden. Die vollständige Aufladezeit beträgt eine Stunde, für 80 Prozent Leistung werden nur 45 Minuten benötigt.

12.08.2018

MOTORISTEN Newsletter


Immer auf den neuesten Stand mit dem MOTORISTEN Newsletter. Alle 14-Tage bekommen Sie eine Zusammenfassung der wichtigsten Ereignisse der Branche auf einem Blick.