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Bonpflicht: Neuregelung ab 2020

Der Verbrauch von Bonpapier wird sich erhöhen. Grund dafür ist die neue Regelung des Kassengesetzes. Ab 1. Januar müssen Handelsunternehmen in Deutschland ihren Kunden einen Beleg aushändigen.

Bonpflicht
Bonpflicht - eine Menge Holz
Foto: Alexas_Fotos / Pixabay

Durch zusätzliche verpflichtende Informationen auf den Kassenzetteln wird jeder Bon deutlich länger. Das EHI Retail Institute rechnet dadurch mit mehr als 2 Millionen Kilometern zusätzlichem Bonpapier pro Jahr im Handel, für das pro Stunde etwa eine Fichte gefällt werden muss.

Ein Baum pro Stunde für Bonpflicht

"In vielen Geschäften erwartet die Kundschaft heute keinen Kassenbon. Während der Handel über die Reduzierung von Papierbons nachdenkt, sorgt die Politik nun für noch mehr Müll", kritisiert Michael Gerling, Geschäftsführer des EHI. Mit dem Kassengesetz, das die lückenlose elektronische Dokumentation der Kassendaten fordert, will die Bundesregierung Kassendatenmanipulationen verhindern. Von Einzelhandelsunternehmen verlangt die neue Regelung nun außerdem, dass jedem Kunden nach Abschluss eines Kaufprozesses ein Kassenzettel ausgehändigt wird. Darüber hinaus müssen die Kassenzettel zusätzliche Informationen zu Technischen Sicherheitseinrichtungen (TSE) und einen QR-Code enthalten. Diese Infos – mit denen die meisten Kunden nach Einschätzung des EHI ohnehin nichts anfangen können – verlängern jeden Bon um durchschnittlich zwölf Zentimenter.

Es gibt im Handel zwar teilweise die Möglichkeit, den Kassenbon digital zu erhalten, etwa im Rahmen einer Händler-App, das Angebot wird aber zurzeit nur wenig genutzt.

10.12.2019