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demopark 2019: Sightseeing in Eisenach

Ein Besuch der Freilandmesse demopark lässt sich hervorragend mit der Besichtigung von lokalen Sehenswürdigkeiten verbinden. Außerdem bietet sich der Ort in West-Thüringen auch für einen an die Messe angehängten Wanderurlaub an.

Wartburg
Das Wahrzeichen der Stadt Eisenach ist die Wartburg.
Foto: nervosa22 auf pixabay

Natürlich omnipräsent im Stadtbild von Eisenach ist die Figur des Reformators Martin Luther. Der in Eisleben geborene Theologe ist bekanntlich der Begründer des Evangelischen Glaubens und wirkte lange in Wittenberg. Dennoch hat Eisenach eine herausragende Rolle in seinem Werdegang. Auf der nahe gelegenen Wartburg fertigte er 1521 Teile seiner Bibelübersetzung an, nachdem ihn Kurfürst Friedrich der Weise dort, ihn vor den Nachstellungen infolge seiner Reichsacht durch das Wormser Edikt, schützend unter dem Decknamen Junker Jörg untergebracht hatte. Die Wartburg ist allemal einen Ausflug wert und bietet einen schönen Blick auf den Thüringer Wald.

Martin Luther
Der Reformator Martin Luther wirkte in Eisenach.
Foto: erge auf pixabay

Daneben gibt es aber auch noch weitere mehr oder weniger erhaltene Burganlagen rund um die Luther-Stadt. Teilweise erinnern aber auch nur die Namen der Umgebung noch an das ursprüngliche Bauwerk. Dazu zählen etwa die Eisenacher Burg, die nur knapp 500 Meter von der Wartburg entfernt lag und im thüringisch-hessischen Erbfolgekrieg (1247-1263) als Belagerungsfestung gegen die Wettiner diente, oder auch die Malittenburg, die im heutigen Stadtteil Fischbach auf einem Bergsporn (nach mindestens zwei Seiten steil abfallend) lag.

Es finden sich jedoch auch erhaltene Schlösser in der Umgebung. Beispiele sind das im Barock seinen Ursprung findende Jagdschloss Hohe Sonne. Dieses finden Sie in knapp sechs Kilomtern Entfernung an der B19. Schon Goethe fühlte sich von der Gegend angesprochen und besuchte sie nach 1777 wiederholt. Nach 1800 wurde das Jagdschloss sukzessive abgerissen bis lediglich noch die äußere Mauer bestand. Daher ist das heutige Jagdschloss ein wiederaufgebautes, ursprünglich als Hotel geplantes Bauwerk, aber mittlerweile bereits wieder in einem desaströsen Zustand. Seit 1985 ist die Hohe Sonne geschlossen.

Johann Sebastian Bach
Ein Sohn der Stadt: Der Barock-Musiker Johann Sebastian Bach.
Foto: 2182694 auf pixabay

Außerdem zu nennen ist noch das ehemalige Residenzschloss der Großherzöge von Sachsen-Weimar-Eisenach, das Eisenacher Stadtschloss, welches an der Nordseite des Marktplatzes zu finden ist und in dem heute Teile der Stadtverwaltung, das Thüringer Museum und das Stadtarchiv untergebracht sind. Ebenfalls Schloss Fischbach, das Landhaus Pflugensberg oder das Palais Bechtolsheim sind für Freunde von Schlossgeschichte reizvolle Ausflugsziele.

Klar, auch Kirchen hat Eisenach zu bieten. Etwa die im 12 Jahrhundert erbaute Georgenkirche, in der einer der berühmtesten Söhne der Stadt, Johann Sebastian Bach, getauft wurde. Außerdem predigte während der Reformation Luther hier. Damit zählt sie zu einer der ältesten Kirchen des Protestantismus. Erstmals urkundlich erwähnt wurde sie 1196 und ist eine gotische Hallenkirche. Ebenfalls im 12. Jahrhundert erbaut worden ist die romanische Nikolaikirche. Deutlich später, nämlich erst im 19. Jahrhundert wurde die neugotische, katholische St.-Elisabeth-Kirche errichtet.  

Marktplatz Eisenach
Der Marktplatz von Eisenach mit dem Georgsbrunnen.
Foto: nervosa22 auf pixabay

Vor dem Renaissancebau des Eisenacher Rathauses am Markt findet sich der Georgsbrunnen mit seiner vergoldeten Statue des Stadtheiligen Sankt Georg. Im Jahr 1549 entstand in der Eisenacher Werkstatt des damaligen Stadtbaumeisters Hans Leonhard die plastische, aus Sandstein gefertigte Figur des Ritters und Drachentöters St. Georg. Ursprünglich stand der Brunnen vor dem Ostchor der Georgenkirche. Die letzte Versetzung erfolgte im Zuge einer Marktplatzsanierung in den Jahren 1999 bis 2001.

Seit 1952 ist das Theater der Stadt Thüringer Landestheater Eisenach. Wichtiger Bestandteil des Theaters ist die 1919 als Städtisches Orchester gegründete Landeskapelle Eisenach. Die Wandelhalle wiederum ist ein Kultur- und Veranstaltungsbauwerk in Form eines offenen Pavillons am Kartausgarten, das 1906 erbaut wurde. Damalige Zielsetzung war es, einen Kur-Betrieb zu etablieren, der aber nur bis 1938 aufrechterhalten wurde. Hier finden immer wieder Konzerte oder andere Veranstaltungen statt.

Weiterhin sehenswert vor Ort sind beispielsweise die schon erwähnte Wartburg, Karlsplatz mit Nikolaikirche, Bachhaus, Georgenkirche, das Lutherhaus, das Dominikanerkloster, Reuter-Wagner-Museum, Automobile Welt, Residenzhaus, Schmales Haus, Hellgrevenhof, Schwarzer Brunnen und selbstredend die Natur und Umgebung des Thüringer Waldes.

Denn Wanderfreunde kommen hier voll auf Ihre Kost. Südlich und südwestlich der Stadt erhebt sich der Thüringer Wald. Dort beginnt am Ufer des Flusses Werra und im Eisenacher Ortsteil Hörschel der Rennsteig (am weißen R als Wegzeichen erkennbar). Dabei handelt es sich um einen Weitwanderweg, der sich auf insgesamt rund 170 km erstreckt. Der Kammweg verläuft im Thüringer Wald, im Thüringer Schiefergebirge und im Frankenwald. Knapp 100.000 Menschen wandern jährlich auf dem Rennsteig, womit er zu einem der frequentiertesten Wanderwege Deutschlands gehört.

Und eines ist nicht zu vergessen, insbesondere für eine motorliebende Branche wie die unsere. Eisenach hat Automobilhistorie. Schon im ausgehenden 19. Jahrhundert fand die industrielle Fertigung von Fahrzeugen in der Stadt Einkehr. 1896 wurde die Fahrzeugfabrik Eisenach gegründet. Diese gehörte ab den späten 20’er Jahren zu BMW und produzierte unter dem Namen Automobilwerk Eisenach den berühmten Wartburg. Seit der Wende 1990 gehört das traditionsreiche Unternehmen zu Opel.

Autostadt Eisenach
Eisenach hat eine lange Autotradition in Thüringen.
Foto: emkanicepic auf pixabay

Mehr zur demopark, Neuheiten und kritisch reflektierte Erörterungen finden Sie in der aktuellen Ausgabe von MOTORIST, bzw. in unserem Spezial-Heft zur Messe.

12.06.2019