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„Die Onlinepräsenz wird über Wohl und Wehe des Geschäfts entscheiden“

Handeln statt Jammern lautet die Devise bei der Händlergenossenschaft Greenbase eG. Multi-Channel ist dort schon lange ein Thema. Motorist hat im Mai für die aktuelle Ausgabe von Motorist bei Greenbase-Geschäftsführer Oliver Hütt nachgefragt, ob und wie sich die Strategie in der gegenwärtigen Situation bezahlt macht.

Oliver Hütt, Geschäftsführer Greenbase eG
Oliver Hütt, Geschäftsführer Greenbase eG
Foto: Onusseit

Motorist: Herr Hütt, die Corona-Pandemie hat auch Motoristen hart getroffen mit zum Teil gravierenden Auswirkungen auf das Tagesgeschäft. War „Online“ in den vergangenen Wochen für ihre Händler ein Thema?

Oliver Hütt: Das kann man wohl sagen. Tatsächlich kamen unsere Mitglieder während des ersten harten Lockdowns ganz gut zurecht. Zum Teil, weil manche Geschäfte direkt als systemrelevant eingestuft wurden, vor allem aber, weil viele direkt auf den Außer-Haus-Verkauf umstellten. Unsere Strategie Onlineshop ist im April geradezu explodiert.

Motorist: Das klingt erfreulich. Können Sie dazu etwas mehr verraten?

Oliver Hütt: Gerne. Schließlich treiben wir das Thema nicht umsonst voran. Seit Jahren schon können Greenbase-Mitglieder unseren Webauftritt inklusive Online-Shop nutzen. Der wird zwar zentral gesteuert. Im Idealfall sind jedoch die stationären Händler mit ihrer eigenen Online-Seite mit dem Shop verlinkt, damit die Kunden vor Ort direkt zu ihnen geleitet werden. Das hat phänomenal geklappt im April. Hatten wir im Dezember und Januar noch etwa 1500 Zugriffe pro Tag, waren es im März und April bis zu 6.000. Was aber ebenso entscheidend ist: Etwa die Hälfte derer, die auf der Greenbase-Seite starteten, sind abgesprungen auf die Händlersuche vor Ort. Unsere Online-Seite ist damit ein regelrechter Lead-Generator, der für Traffic bei den Mitgliedern sorgt und in der Konsequenz natürlich auch für entsprechende Umsätze.

Motorist: Und die Händler selbst, wurden auch die aktiv?

Oliver Hütt: Ja, insbesondere auf Social Media haben unsere Mitglieder immer wieder gepostet und den Kontakt zu ihren Kunden gesucht. Auch dabei konnten viele Leads erzielt werden.

Motorist: Wie stellen Sie sicher, dass dies auch nach der „Corona-Krise“ so bleibt? Das alles ist ja durchaus mit Arbeit verbunden.

Oliver Hütt: Das ist richtig. Auch wir investieren viel in unser Multi-Channel-Konzept, das Teil unserer Agenda 2023 ist. In den letzten fünf Jahren haben wir hier deutlich professionalisiert und dafür einen mittleren sechsstelligen Betrag aufgewendet. Je mehr unserer Händler dabei sind, umso besser. Derzeit nutzen etwa 200 der insgesamt 280 Greenbase-Fachhändler die Plattform, etwa 100 von ihnen haben zusätzlich einen eigenen, individualisierten Online-Auftritt inklusive Shop von Greenbase, in dem sie Ihre jeweiligen Topmarken führen. Die dazu notwendigen Produktdaten werden übrigens zentral durch Greenbase bereitgestellt. Doch auf Dauer wäre es natürlich besser, wenn alle mitmachen. Daran arbeiten wir.

Motorist: Das klingt noch nach etwas Überzeugungsarbeit. Mit welchem letzten Satz würden Sie für Ihr Vorhaben werben?

Oliver Hütt: In einem Markt, in dem immer mehr Konsumenten über das Internet nach Ware suchen, muss man auffindbar sein. Eine bundesweite starke Marke wie Greenbase ist da ein idealer Transmissionsriemen. Dazu muss aber die starke lokale Marke des Händlers kommen, der mit seinem Namen für sein Geschäft vor Ort steht. Das aber nicht nur stationär, sondern eben auch online. Klar ist: Die Onlinepräsenz wird über Wohl und Wehe des Geschäfts entscheiden.

Weitere Artikel wie sich die Corona-Krise auf Motoristen-Branche ausgewirkt hat, erfahren Sie in der Ausgabe 03/2020 des Fachmagazins Motorist. Wenn Sie noch kein Abo haben, dann bestellen Sie das Fachmagazin über den Baufachmedien-Shop oder testen Sie es im Mini-Abo-Format für zwei Monate.

15.06.2020