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Digitalisierung des eigenen Ladengeschäfts

Wenn über Digitalisierung und digitale Geschäftsprozesse gesprochen wird, geht es vordergründig um “das Internet”, um Websites und Apps. Es gibt aber auch Wege sein eigenes Ladengeschäft zu Digitalisieren.

M&M's World in London
Mit der Frequenzanalyse wissen Sie genaue, wie viele Kunden ein- und ausgehen.
Foto: Gerrit Eicker

Die Frequenzanalyse ist der erste Schritt die Besucher ihres Ladenlokals zu zählen. Das klingt langweilig? Von wegen Die Frequenzanalyse ist heute eine sehr exakte und vollautomatisierte Methode mit vergleichbaren Konsequenzen wie auf der eigenen Website.

Zu wissen, wie viele Menschen innerhalb eines definierten Zeitraums auf einer Website gesurft haben oder eben vor Ort in einem Ladenlokal waren, ist die fundamentale Kennziffer, auf der weiter aufgebaut werden kann. Sie ist der Ausgangspunkt jeder weiteren Analyse.

Diese Grundgesamtheit der Besucher, also von Bestandskunden und Interessenten, entscheidet am Ende über alle weiteren Faktoren. Aber fangen wir mal mit dem Naheliegendsten an: der Personalplanung!

Personalplanung

Sobald Sie über einen ausreichend langen Zeitraum Frequenzdaten für Wochentage gesammelt haben, können Sie (sogar inklusive Feiertagen, saisonalen Einflüssen und mittlerweile sogar dem Wetter) sehr exakt prognostizieren, wie viele Berater im Geschäft stehen sollten.

Und ganz ehrlich: Wer steht sich schon gerne die Beine in den Bauch oder kann die “zu vielen” Kunden nicht richtig bedienen? Letzteres ist dabei natürlich die noch größere Katastrophe. Besser also die Teilzeitkraft gezielt einsetzen, “den letzten Mann” aus der Werkstatt bewusst und geplant nach vorne holen oder Aushilfen einstellen, als sich hinterher wundern, warum die Kunden unverrichteter Dinge abziehen.

Digitale Displays und Videos

Digitale Displays: Schuhauswahl bei Intersport.
Digitale Displays: Schuhauswahl bei Intersport.
Foto: Intersport

Haben Sie sich schon einmal gefragt, wofür die Kameras in Geschäften wirklich da sind? Neben der Frequenzmessung ist damit auch die Analyse weiterführender, soziodemographischer Daten möglich; und wer weiß, wer gerade zur Tür hereinkommt, der kann auf Displays mit den richtigen Botschaften und Videos reagieren. Mann oder Frau? Alt oder jung? Segmentierung hilft bei der zielgenau(er)en Ansprache.

Und überhaupt: Warum dürfen Kunden nur im Onlinekatalog alle Produkte anschauen und nicht auch am Tablet oder eben Display im Laden vor Ort? Insbesondere dann, wenn die Personalplanung (trotz bester Technik) nicht ganz passt und Wartezeiten überbrückt werden wollen?

Roboter und Avatare

Roboter Paul bei MediaMarkt.
Roboter Paul bei MediaMarkt.
Foto: Media Markt

Apropos! Auch wenn es nach Science Fiction klingen mag: MediaMarktSaturn setzt bereits seit einigen Jahren an verschiedenen Standorten Serviceroboter (“Paul”) und via Augmented Reality-Brillen auch Avatare (“Paula”) ein, um Kunden anzusprechen und sogar zu beraten.

Und obwohl insbesondere jeder Motorist natürlich unbedingt die persönliche Ansprache in den Vordergrund stellen sollte, ist es letztlich doch besser, digital angesprochen zu werden, als gar nicht. Gerade in der Saison wären digitale Displays vielleicht eine gute erste Maßnahme, um (kurzfristige!) Engpässe zu überbrücken.

Hotspots erkennen und Konversionen messen

Zurück zur Frequenzanalyse: Wer Menschen soziodemographisch zuordnen kann, kann natürlich auch beobachten, was sich Menschen im Geschäft anschauen, welche Bereiche Hotspots sind und welche Marken und Produkte wirklich ansprechen. Andersherum können uninteressantere Produkte und Marken ausgetauscht und Ladenbereiche umdekoriert werden.

Wie Sie ihre Fachverkäufer auf er Fläche unterstützen können finden Sie auch im Fachmagazin „Motorist“. Jeden zweiten Monat schneidet das Heft verschiedene Bereiche der Unternehmungsführung an und gibt ihnen einen Überblick über die neuesten Entwicklungen. Wenn Sie noch kein Abo haben, dann testen Sie das Fachmagazin einfach als Mini-Abo zum Vorzugspreis.

Zum Mini-Abo

Besser noch: Es geht nicht nur um die teilnehmende Beobachtung! Möglich ist auch die Konversionsmessung, um über die Aufmerksamkeit bis zum Verkauf vollständig zu messen und entsprechende Maßnahmen vorzunehmen. Kurz: Zum wertvollen Bauchgefühl tritt eine methodisch saubere Analyse, die auf umfangreichen Daten und Fakten basiert.

Barcodes scannen? Das war gestern!

Abschließend einmal mehr das Thema Warenwirtschaft: Während viele Lieferanten der Gartentechnik-Branche immer noch nicht alle, manche sogar nur wenige Artikel von Haus aus mit Barcodes ausstatten, sind andere Hersteller und Händler längst bei RFID-Chips angekommen.

Das bedeutet, Waren werden schon beim Eingang und selbstverständlich auch an der Kasse ohne lästiges Scannen erfasst und halten die Warenwirtschaft automatisch aktuell. Das spart sehr viel Zeit, die einmal mehr in die Beratung des Kunden und wertvolle Serviceleistungen gesteckt werden kann.

Nichts ist so sicher wie der Wandel!

Der Motorist hat einen unschlagbaren Vorteil: Er bietet Dienstleistungen, die man nirgendwo anders bekommt. Obendrein ist die Kundenansprache sehr persönlich, häufig familiär und erfolgt durch kompetente Mitarbeiter. Genau deshalb beträgt der Marktanteil von Motoristen auch 60 Prozent!

Die beschriebene Digitalisierung des Geschäfts vor Ort hat vor etwa 10 Jahren eingesetzt und mit dem Eintritt der Onliner und immer mehr Dienstleistern an Fahrt aufgenommen. Heute sind die erforderlichen In-strumente ausgereift und deutlich günstiger.

Durch die Ergänzung der eigenen, langjährigen Erfahrungen und Kompetenzen um empirische Methoden kann an vielen Stellen die Kundenansprache weiter verbessert und vor allem mehr Zeit für diese wertvollen persönlichen Gespräche gewonnen werden.

Gerrit Eicker

Der Artikel wurde in gekürzter Form aus der Ausgabe 02.2019 von Motorist entnommen.

09.04.2019

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