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DIW Konjunkturbarometer August: Wirtschaftsleistung zieht wieder an

Das Konjunkturbarometer des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) steigt nach dem Corona-Tief auch im August wieder deutlich. Dennoch: Trotz der erwarteten Verbesserung der Wirtschaftsleistung dürfe man nicht zu euphorisch sein, warnt das DIW Berlin.

Das DIW Konjunkturbarometer August: Starkes drittes Quartal, aber kein Grund zur Entwarnung
Das DIW Konjunkturbarometer August: Starkes drittes Quartal, aber kein Grund zur Entwarnung
Foto: DIW Berlin

Das Konjunkturbarometer des DIW Berlin ist im August auf 105 Punkte gestiegen. Damit liegt es zum ersten Mal seit Ende 2017 wieder oberhalb der 100-Punkte-Marke, die ein durchschnittliches Wachstum der nationalen Wirtschaft anzeigt. Im laufenden dritten Quartal dürfte die hiesige Wirtschaftsleistung – wenn auch nach dem historischen Einbruch vom Frühjahr von einem weitaus niedrigeren Niveau aus – um rund dreieinhalb Prozent wachsen, so die Einschätzung des Instituts.

DIW-Konjunkturchef Claus Michelsen warnt im selben Atemzug jedoch vor verfrühter Euphorie: „Auch ein wohl kräftiges Plus im dritten Quartal reicht bei Weitem noch nicht, um die Krise zu überwinden. Diese wird uns noch eine ganze Weile begleiten. Hinzu kommt, dass derzeit gleich mehrere Faktoren das Wachstum nach oben verzerren. So ermöglichen die Lockerungen der Corona-Maßnahmen eine Wiederaufnahme zuvor unterbundener Aktivitäten und die Lieferketten funktionieren langsam wieder. Stellenweise ist das also noch immer ein Anfahren aus dem Stillstand heraus und kein normales wirtschaftliches Wachstum.“

Nach Einschätzung des DIW Berlin wird es im weiteren Verlauf nicht so schwungvoll weitergehen. Die Lage auf dem Arbeitsmarkt bleibe angespannt, heißt es. „Durch Kurzarbeit können Unternehmen zwar vorerst Entlassungen vermeiden. Da die Nachfrage aber in einigen Bereichen gedämpft bleibt, auch weil die Verbraucherinnen und Verbraucher ihr Konsumverhalten möglicherweise nachhaltig ändern, dürfte die im Frühjahr in die Höhe geschossene Arbeitslosigkeit hoch bleiben“, erklärt Simon Junker, Experte für die Konjunktur in Deutschland. Auch die Sorgen vor einer zweiten Infektionswelle dürfte die Entwicklung belasten.

28.08.2020