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Italienischer Traktorenmarkt auf Normalmaß gestutzt

Im vergangenen Jahr trat die so genannte ‘Mother Regulation‘ – Verordnung (EU) 167/2013) – in Kraft. 2017 versuchten daher viele Hersteller, Neuzulassungen nach alter Richtlinie durchzudrücken. 2018 wurde der Anteil der Neuzulassungen aber wieder auf ein Normalmaß gestutzt, wie aktuell der italienische Herstellerverband Federunacoma zur Entwicklung des italienischen Marktes berichtet.

Traktor auf Landstraße
Foto: stevepb auf pixabay

Die Verordnung setzte am 1. Januar 2018 EU-weit für Traktoren abgeänderte und für Anhänger ganz neue Vorschriften zum Genehmigungsverfahren und zur Typprüfungen fest. Das betraf im letzten Jahr neu in Verkehr gebrachte Fahrzeuge, was etwa in Italien wiederum im Jahr 2017 geradezu zu einer Schwemme an Neuzulassungen führte, wie die Federunacoma ausführt. Der Markt sein 2018 wieder auf ein Normalmaß zurückgegangen und damit etwa auf das Level von 2016.

Die Zahl der Zulassungen von Traktoren belief sich Ende 2018 auf 18.442. Dies entspricht einem Rückgang von 18,8% gegenüber dem Vorjahr. Der Rückgang bei Traktoren mit Ladefläche (Mehrzweck-Geländefahrzeuge) ist mit einem Rückgang von 34,6% im Jahr 2018 stärker ausgeprägt, was 631 verkauften Einheiten entspricht, eine Zahl, die vom Höchststand des Vorjahres (965 Einheiten) weit entfernt ist. Sie liegt allerdings auch unter dem Wert von 2016, als die Registrierungen 774 erreichten.

Die anderen Maschinentypen, die weniger von dem Höchststand der Registrierungen im Jahr 2017 betroffen waren, verzeichneten einen Rückgang, wenn auch bescheidener: Mähdrescher gaben um 6,9 % nach (326 verkaufte Einheiten) und Trailer verloren 2,4% (9.149 verkauften Einheiten). Die einzigen Maschinentypen, die 2017 keinen Zuwachs verzeichneten und mit einem Verlust von 4% schlossen, waren Teleskoplader. Dies bestätigt auch ihren negativen Trend im Jahr 2018 mit einem Rückgang von 15,6 % bei 722 registrierten Einheiten. Die von Federunacoma auf der Grundlage der vom Verkehrsministerium eingereichten Registrierungen berechneten Daten zeigen somit einen generell schwachen Markt mit besonders starken Einbrüchen in Bezug auf Traktoren in wichtigen Regionen wie der Emilia Romagna (-32,6%), Venetien (-25%), Piemont (-28%) und Latium (-26,7%).

Vorhersagen für das neue Jahr sind nach Ansicht des Verbandes verfrüht. Konjunkturindikatoren zeigen einen generellen Rückgang der Produktion und der Investitionen. Die Unsicherheit im Agrarsektor könnte weiter vom Kauf abschrecken, auch wenn es nicht an Anreizen mangelt. Zusätzlich zu den Gemeinschaftsmitteln im Zusammenhang mit ländlichen Entwicklungsplänen für ländliche Räume sind INAIL-Mittel wieder für den Kauf von mechanischen Geräten mit hohen Sicherheitsanforderungen verfügbar. Das Istituto nazionale per l’assicurazione contro gli infortuni sul lavoro (INAIL), das Nationalinstitut für die Arbeitsunfallversicherung, ist der Träger der gesetzlichen Unfallversicherung Italiens sowie die Aufsichtsbehörde für Arbeitsschutz. Es ist auch im Bereich der medizinischen, beruflichen und sozialen Rehabilitierung aktiv.

Das von INAIL verwaltete Finanzierungsangebot wurde mit einem Finanzrahmen von 35 Millionen Euro erneuert und sieht Zuschüsse zwischen 40% und 50% der Gesamtausgaben für den Kauf oder sogar die Miete land- oder forstwirtschaftlicher Geräte vor.

16.01.2019