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Eurogarden: Der Newcomer

Seit vergangenem Jahr gibt es für die Ersatzteilgroßhändler mit Ident-Schwerpunkt einen neuen Wettbewerber im deutschen Markt, Eurogarden. Um sich ein Bild von dem Newcomer zu machen führ Motorist nach Tienen in Belgien.

Aufträge werden per Batch Picking kommissioniert.
Aufträge werden per Batch Picking kommissioniert.
Foto: Eurogarden

Bei der Einfahrt in den Sint-Truidensesteenweg ins hervorragend an das Autobahnnetz angebundene Tienen kann einem im ersten Moment schon mal die Frage beschleichen: „Ist das auch das Lager?“ Der Blick fällt zunächst auf die Front des vorgelagerten Verwaltungsgebäudes. Erst beim Blick dahinter werden die Ausmaße der Gesamtfläche deutlich. Nach deutlichen Ausbauten des Logistikstandorts in den Jahren 2000 und 2007 beträgt die Lagerfläche circa 8.000 Quadratmeter. 4000 Quadratmeter bestehen aus Hochregallagern.

Eurogarden wurde 1877 von Edouard de Saint-Hubert (damals noch unter dem Familiennamen firmierend) gegründet und produzierte in den Anfangsjahren landwirtschaftliche Geräte. Im Laufe der Zeit wurde aus dem in Tienen ansässigen Produktionsbetrieb ein europäischer Motorgerätespezialist. Auch heute noch befindet sich Eurogarden zu 100 Prozent im Besitz der Gründerfamilie. Der Holding sind mittlerweile Firmen in Frankreich, Belgien, den Niederlanden und Deutschland zugeordnet.

Die Kernkompetenz des Unternehmens liegt heute bei der Beschaffung und Vermarktung von Erstausrüstungsteilen wie zum Beispiel Kupplungen von Warner, Keilriemen von Mitsubishi, aber auch Ident-Teilen sowie dem Turfmaster Rasenpflegezubehör-Sortiment. Hierbei wirken derzeit 96 Mitarbeiter mit. 44 Personen arbeiten am Sitz in Belgien, 45 in Frankreich, sechs in den Niederlanden und einer, nämlich Vertriebsleiter Deutschland René Pander, in der Bundesrepublik. Wobei man festhalten muss, dass in Belgien wiederum deutschsprachige Kollegen sitzen, die den deutschen Fachhandel mitbetreuen.

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Kurt van Dyck
Geschäftsführer Kurt van Dyck: „Die Entscheidung zum Markteintritt in Deutschland haben wir nicht leichtfertigt gefällt.“
Foto: Eurogard

Seit vielen Jahren beliefert Eurogarden zahlreiche Importeure und Ersatzteilgroßhändler in ganz Europa – auch in Deutschland. Seit vergangen Herbst hat nun auch der deutsche Fachhandel die Möglichkeit, Waren direkt von Eurogarden zu beziehen. Der Entschluss dafür fiel in letzter Konsequenz im Sommer 2018. Kurt van Dyck: „Die Entscheidung zum Markteintritt in Deutschland haben wir nicht leichtfertigt gefällt. Es gingen umfangreiche Analysen und Überlegungen damit einher. Wie machen wir es? Durch eine Übernahme, eine Neugründung? Welche Risiken gehen wir ein? Welche Wachstumsprognose haben wir?“ Durch die Bank wird der Ersatzteilhandel von Experten des Marktes als zunehmend schwieriges Geschäft wahrgenommen, das auf Verdrängung fußt. Speziell der größer werdende Anteil von wartungsärmeren Akku-Geräten und der Rückgang der Fachhändler haben darauf Einfluss. Interessant also, dass sie sich genau in dieser Situation in einen der größten Märkte Europas stürzen. Van Dyck hat aber eine logische Erklärung: „Die Branche ändert sich ohne Zweifel, und der Markt wird kleiner. Aber das ist genau der Grund, warum wir gerade jetzt in den deutschen Markt einsteigen. Wir wollen in diesem insgesamt kleiner werdenden Markt weiter wachsen. In Belgien, Frankreich und den Niederlanden sind wir bereits gut etabliert. Um im Ersatzteilmarkt zu bestehen, müssen wir expandieren.“ Ziel sei es, dass ein Großteil der deutschen Motoristen bei den Belgiern bestellt. Klar, Mailings werden dazu versandt, wichtig sind aber insbesondere der fachhandelsexklusive Web-Shop, der Masterkatalog mit über 20.000 Produkten, „inklusive 2.000 Neuheiten“, wie van Dyck stolz hervorhebt. Und ein Fixpunkt ist natürlich René Pander, der den deutschen Markt betreut. Dieser führt dazu aus: „Unsere Sortimentsbreite kann sich sehen lassen. Unser Angebot reicht vom Einstiegspreis-Bereich bis zum Profi-Niveau. Darüber hinaus bieten wir in der Turfmaster-Rasenpflege ein ziemlich aussagekräftiges Zubehörprogramm an, ich möchte behaupten, das größte europaweit.“

Der Vertriebsverantwortliche aus Heeslingen ist ein alter Hase im Geschäft. Wie sein Lebensmittelpunkt nahelegt, hat er eine langjährige Granit-Vergangenheit. Er war aber auch schon beim Wettbewerber Ratioparts tätig: „Es ist einfach so: Wir sind in Deutschland ein Newcomer im Ersatzteilgroßhandel. Darum müssen wir schon etwas bieten können, um unseren Platz zu finden. Dazu gehört auch eine faire Versandkostenregelung. Bei 99 Euro Nettowarenwert liegt unsere Frachtfreigrenze, und diese gilt ausnahmslos für alle Produkte – ohne versteckte Zusatzkosten zum Beispiel für Verpackung oder bei Speditionssendungen. Der Transport für Bestellungen unterhalb dieser Warenwertgrenze wird einheitlich mit 10 Euro berechnet.“

Doch wie wollen die Tienener eigentlich die neuen logistischen Herausforderungen leisten? Bewusst hat man sich zunächst dafür entschieden, nur nach Deutschland und noch nicht nach Österreich und in die Schweiz zu expandieren. Van Dyck geht von Lieferzeiten aus Belgien von einem Tag bis maximal 48 Stunden aus. Durch die Staffelung bei den Versand- und Lieferkosten schaffen die Belgier ohnehin Anreize, Bestellungen zu bündeln. Wichtig ist ihm darüber hinaus, zu betonen, dass Eurogarden „eine sehr gute Verfügbarkeit“ und „hervorragenden Beziehungen zu einem umfangreichen Erstausrüsterlieferantennetzwerk“ aufweisen könne.

2018 wurde ein Multi-Order-Picking System, das sogenannte Batch Picking, eingeführt. Hierbei werden mehrere Einzelaufträge/Artikel stapelweise zusammengefasst und gepickt. Anschließend werden die Artikel in einer Pufferzone wieder den jeweiligen Aufträgen zugeordnet. Pander: „Diese schnelle und effiziente Art der Kommissionierung wird durch eine spezielle Lagerverwaltungssoftware gesteuert und reduziert potenzielle Pickfehler auf ein Minimum.“ Für einen Newcomer im Markt sind eine möglichst fehlerfreie Kommissionierung, vernünftige Lieferzeiten und vor allem eine sichere Verfügbarkeit im Saisongeschäft das A und O.

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25.06.2019