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Garten- und Baumärkte zählen zu Gewinnern im stationären Handel

Neben dem Fahrrad-, Lebensmittel- und Drogeriehandel sind Gartencenter und Baumärkte weniger von der Corona-Krise betroffen als andere Branchen. Die BBE Handelsberatung und IPH Handelsimmobilien gehen sogar von einem Positivtrend aus.

Kaufkraft GfK
Bau- und Gartenmärkten wird ein positives Wachstum prognostiziert.
Foto: blickpixel / Pixabay

Die Corona-Pandemie und das sich dadurch verändernde Kaufverhalten haben große Auswirkungen auf den stationären Handel. Während sich die Situation für viele Händler verschärft hat, gehen andere gestärkt aus der Krise hervor. Wer langfristig zu den Gewinnern zählt, haben die BBE Handelsberatung und IPH Handelsimmobilien untersucht und die Ergebnisse in einem Whitepaper zusammengefasst .

Dieses zeigt, dass von den elf größten Branchen im stationären Handel nur in drei Fällen von einer positiven Entwicklung für 2020 und 2021 auszugehen ist: So soll der Fahrradhandel mit einem möglichen Wachstum von bis zu 9 Prozent am stärksten profitieren, gefolgt von Gartencentern und Baumärkten, bei denen sich ein Wachstum von bis zu 5 Prozent einstellen könnte. Gleiches gilt für den Lebensmittel- und Drogeriehandel.

Starke Einbrüche sind laut der Prognose bis Ende 2021 wiederum im stationären Schuh- (bis -17 Prozent) und modeorientierten Textilhandel (bis -22 Prozent) zu erwarten. Die ermittelten Entwicklungsverläufe basieren auf einer breit angelegten Befragung großer wie kleiner Handelsunternehmen sowie aller Fachbereiche des BBE-Verbunds.

Fachmarkt- und Stadtteilzentren weiter frequentiert

Darüber hinaus beschäftigt sich das Whitepaper mit den Handelslagen. „Grundsätzlich immunisiert eine starke Nahversorgungsfunktion am meisten, weil sie für nachhaltige Frequenz auch für die anderen Anrainer vor Ort sorgt“, erläutert Joachim Stumpf, Geschäftsführer von BBE und IPH. Für Shopping-Center quantifiziere man die Umsatzeinbußen 2020 für Objekte mit gut integriertem Nahversorger auf bis zu 18 Prozent, bei Centern ohne Ankermieter seien bis 25 Prozent möglich.

In den Innenstädten tauchen laut dem Whitepaper vor allem Unterschiede hinsichtlich der Einwohnerzahl auf. Je größer eine Stadt, desto eher erfülle die Innenstadt keine reine Nahversorgungsfunktion mehr, sondern strahle weiträumig mit einem Angebot an übergeordneten Waren ins Umland aus, heißt es. In den Metropolen sind daher Umsatzeinbußen von bis zu 30 Prozent zu erwarten, in großen Mittelstädten (bis zu -25 Prozent), während kleinere Städte (bis -20 Prozent) etwas weniger betroffen sind.

Fachmarkt- sowie Stadtteilzentren werden hingegen robuste Prognosen bescheinigt. Während Fachmarktzentren 2020 maximal 8 Prozent weniger Umsatz erwirtschaften sollen, könnten Stadtteilzentren, als weitestgehend auf Grundversorgung ausgerichtete Standorte mit geringem Anteil von Nonfood-Angeboten, sogar 2 Prozent mehr Umsatz erzielen als ohne Covid-19.

08.06.2020