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Die Diskussion zu Glyphosat hält an

Umweltverbände und Verbraucherorganisationen kämpfen für ein Verbot des Totalherbizides, Glyphosat, während Agrarvertreter dagegenhalten. Aus Anlass des Interesses am Thema, hier ein Update in Sachen Glyphosat.

Die Diskussion über Glyphosat schwächt nicht ab.
Die Diskussion über Glyphosat schwächt nicht ab.
Foto: Pixabay

Beim Für und Wider geht es vor allem um zwei Aspekte: erstens um die Frage, ob Glyphosat in irgendeiner Hinsicht schädlich für Menschen ist, zweitens um die Auswirkungen auf die Artenvielfalt durch die massenhafte Verwendung. Die internationale Agentur für Krebsforschung der Weltgesundheitsorganisation WHO hat Glyphosat 2015 als „wahrscheinlich krebserregend“ für Menschen eingestuft. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit EFSA, die Chemikalienagentur ECHA und das deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) halten die Belege einer akut gesundheitsgefährdenden Auswirkung hingegen für nicht ausreichend. Allerdings wurde gerade erst am 15. Januar ein Gutachten öffentlich, nach dem etliche Passagen der Glyphosat-Risikobewertung des BfR ohne entsprechende Kennzeichnung einfach aus den Anträgen der Hersteller übernommen wurden.

Auch ein Prozess in den USA, in dem der Bayer-Konzern als Eigentümer von Monsanto und damit einer der weltweit größten Glyphosat-Produzenten im August zur Millionen-Zahlung Schadenersatz an einen an Lymphdrüsenkrebs erkrankten Mann verurteilt wurde, brachte das Thema wieder auf den Plan. Die Jury des zuständigen Bundesbezirksgerichts in San Francisco gab dem Kläger im März Recht. Die Aktie von Bayer-Monsanto brachte dies in der Folge massiv unter Druck. Insgesamt drohen in den USA etwa 8.700 weitere solcher Klagen.

Gravierende Auswirkungen

Doch nicht nur die vermeintliche direkte Krebsgefahr gibt Kritikern zu denken. Diskutiert wird auch, ob sich Glyphosat wirklich rückstandsfrei abbaut. Das beteuern zwar die Hersteller. Analysen weisen jedoch immer wieder Rückstände im Boden und Trinkwasser auf. Diskutiert wird ebenfalls, ob bestimmte Netzmittel, die glyphosathaltigen Herbiziden zur besseren Aufnahme der Pflanzen beigemischt werden, per se ebenfalls ein Gesundheitsrisiko für den Menschen darstellen könnten. Einige Roundup-Produkte enthalten so etwa polyethoxylierte Tallowamine. Diese sind noch toxischer als der Wirkstoff Glyphosat, weswegen diese Mittel im Januar in Frankreich verboten wurden. Wenn auch die Debatte noch nicht zum Abschluss gekommen ist, fest steht: Die Auswirkungen von Glyphosat auf die Artenvielfalt sind nach Expertenmeinung gravierend. So hat das Mittel auf die Populationen von Insekten und Vögeln zumindest indirekt Einfluss, indem es sich schädlich auf zahlreiche Nektar- und Nahrungspflanzen auswirkt. Viele Verbraucher verunsichert das. Hierzulande ist Glyphosat derzeit noch bis 2022 zugelassen. Ein Komplettverbot in Deutschland ist daher vor 2023 nicht zu erwarten. Dennoch ist der Handel gut beraten, nach Alternativen zu suchen. Im Vordergrund steht dabei auch die Beratung der Endkunden. Denn längst nicht jeder Gartenfreund möchte ohne Murren auf seinen altbekannten Unkrautvernichter verzichten.

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13.05.2019

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