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Häcksler für den Hausgebrauch

Viele Hobbygärtner finden es schade, Gartenrückschnitte ungenutzt zu entsorgen. Der Trend zum eigenen Kompost und Mulch rückt Häcksler in den Fokus. Motorist wirft einen Blick auf das Sortiment.

Auch Hobbygärtner wissen den Vorteil von Elektro-Häckslern zu schätzen.
Auch Hobbygärtner wissen den Vorteil von Elektro-Häckslern zu schätzen.
Foto: Stihl

Das Segment der Häcksler mit Elektro-Antrieb erfreut sich vieler Anbieter und einer großen Modellvielfalt. Allein 21 verschiedene Häcksler hat die Stiftung Warentest in diesem Frühjahr unter die Lupe genommen. Im Gartengeräte-Fachhandel sind vor allem Marken wie Solo by Alko, Benz, Bosch, CP Maschinenbau, Cramer, Eliet, Herkules/Telsnig, Oregon, Stiga und Stihl etabliert. Als Antriebseinheiten kommen bei dem Häcksler vor allem 230- und 400-Volt-Elektromotoren zum Einsatz. Hauptdifferenzierungsmerkmal in der Kategorie sind die Schneidsysteme. Diese wiederum orientieren sich an der Einsatzhäufigkeit und dem Einsatzzweck. So unterscheidet man bei den Häcksler zwischen Scheiben-, Schlägel-, Walzen- und Axthäckslern, wobei erstere die einfachste Bauweise darstellen.

Scheibenhäcksler

Scheibenhäcksler sind auf den gelegentlichen Gebrauch ausgelegt. Ihr Hauptvorteil ist der günstige Preis. Ansonsten weisen sie keine üppige Einsatzbreite auf. Sie geraten je nach Dicke des Schnittguts schnell an ihre Grenzen. Häcksler dieser Bauart, die mit einem 230-V-Motor ausgestattet sind, bewältigen maximal 45 Millimeter starkes Material. In der Kategorie 400 Volt geraten sie etwa bei 80 Millimetern an ihre Grenzen. Meist kann zudem nur wenig verzweigtes Astholz verarbeitet werden. Dazu neigen sie eher zur Verstopfung, haben nur einen mäßigen Holzeinzug und büßen vergleichsweise schnell an Schnittschärfe ein. Die verbreitetste und preisgünstigste Variante in dieser Range sind Häcksler mit Einkammersystem.

Sie verfügen über einen rechtwinkligen oder schrägen Einfülltrichter. Durch diesen wird das Häckselgut auf die mit einem oder zwei Messern bestückten Scheiben geschoben. Scharfe Werkzeuge erzeugen dabei einen gewissen Sogeffekt. Diese Bauform ist am Markt mit einem Kronenmesser zur Vorzerkleinerung erhältlich (zum Beispiel Alko TCS Duotec 2500) sowie ohne. Letztere sind eher für starres, verholztes Häckselgut geeignet. Mit Vorzerkleinerungs-Einrichtung kann dagegen auch unverholztes, weicheres Material verarbeitet werden. Jedoch sollte es hierfür gut abgetrocknet sein.

Zweikammersystem

Eine deutlich flexiblere Alternative, die nahezu den universellen Einsatz im klassischen Hausgarten erfüllt, sind Häcksler nach dem sogenannten Zweikammersystem. Bei diesem werden Astholz und Weichmaterialien dem jeweiligem Messersystem durch zwei separate Einfülltrichter zugeführt (zum Beispiel Stihl GHE 450). Drehstarke Elektromotoren mit mindestens 2.500 oder besser 3.000 U/min treiben Messerscheiben mit zwei unterschiedlichen Messertypen an, etwa Kronenmesser für weiches Schnittgut und Flachmesser für härteres Material. Als Richtwert für die Motorenleistung kann man sich an einer Hausnummer von etwa 2,5 bis 3 benötigten kW für eine Aststärke von drei bis vier Zentimeter orientieren. Bei 5 bis 6 Zentimeter starken Ästen werden eher 4 kW benötigt. Pluspunkt solcher Modelle sind ihre nahezu universelle Einsatzbreite, ein moderater Preis sowie eine sehr gute Hackschnitzelstruktur. Die Nachteile liegen im schnellen Messerverschleiß, einem eher nur befriedigenden Materialeinzug und einer gewissen Verstopfungsneigung bei sehr weichem, nassem und kurzem Ausgangsmaterial, wie es zum Beispiel beim Rückschnitt von Hecken und Stauden anfällt.

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Herkules-Kombination aus Schlegel und Messerscheibe.
Herkules-Kombination aus Schlegel und Messerscheibe.
Foto: Herkules

Eine weitere Variante ist der kombinierte Scheiben- und Hammerhäcksler. Solche Modelle haben zum Beispiel Cramer (Terra Cut oder Combi Cut) und Herkules/Telsnig (3500 Power 380) im Programm. Diese Geräte sind sogar in der Lage, Tontöpfe und Wurzelballen zu verarbeiten, indem Hammerschläge Hartmaterial zusätzlich zum Schneiden durch die Scheiben zertrümmern.

Leisehäcksler

Dass derlei Gartenarbeit nicht gerade geräuscharm vonstattengeht, ist wohl der größte Nachteil dieses Prinzips. Eine Lösung für dieses Dilemma stellen sogenannten Walzen- beziehungsweise Leisehäcksler dar. Die geringere Geräuschentwicklung beruht hier auf der geringen Geschwindigkeit der Schneidwerkzeuge. Vielmehr wird bei dieser Gerätevariante die Motordrehzahl durch ein Planetenradgetriebe stark reduziert. Dadurch können enorme Kräfte von über 600 Newtonmetern erzielt werden.

Die Walzen (zum Beispiel Stiga Silent 2500) laufen dabei jedoch nur mit 40 U/min und quetschen eher als dass sie schneiden. Dies erleichtert auch die Zuführung des Schnittguts und fördert einen störungsfreien Häckselvorgang. Auch stumpfen diesen Systeme nicht so schnell ab. Dafür benötigen sie eine justierbare Gegenplatte, um das Schnittgut komplett zu durchtrennen. Diese ist meist aus einem weicheren Material, etwa Aluminium oder Kunststoff, und muss regelmäßig erneuert werden. Ein Nachteil ist die oft nur ungenügende Zerkleinerung von unverholztem und dünnem Material.

Alternativ ist diese Häckslerart auch mit Kegelschneidwerk (Bosch Axt 25 TC) zu haben. Dieses schneidet mehr als es quetscht und kommt somit mit weichem Material besser zurecht.

Eliet-Axtsystem

Das Axt-System von Eliet lässt Fremdkörper an der Schneide vorbeigleiten.
Das Axt-System von Eliet lässt Fremdkörper an der Schneide vorbeigleiten.
Foto: Ekkehard Musche

Außerhalb der bereits beschriebenen Kategorien haben sich bei den Häckslern seit vielen Jahren zwei Messersysteme etabliert, die sich keiner der Kategorien zuordnen lassen. Eine davon ist das Axtsystem des Schweizer Anbieters Eliet. Im Gegensatz zu allen anderen Messersystemen wird hier das Astmaterial in Faserrichtung zerkleinert. Dies birgt gleich mehrere Vorteile. Zum einen können Steine, Erdreich und selbst Schrauben an den Schneidkanten vorbeigleiten, ohne die Messer zu beschädigen. Die Messerstandzeiten übertreffen daher die von Scheibenhäckslern um ein Vielfaches. Zum anderen ist das Axt-System durch die Messerstellung gleichermaßen für dünnes, weiches und hartes Gartenmaterial geeignet. Dazu besitzt dieses Messersystem einen höheren Wirkungsgrad, sodass mit einer vergleichsweise geringeren Motorleistung der gleiche Durchsatz erzielt wird. Letztlich punktet es durch eine geringe Verstopfungsneigung, einen flüssigen Holzeinzug sowie einfache Pflege und Wartung.

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Benz-Kegelkopfsystem

Ebenfalls für einen sehr ruhigen und gleichmäßigen Häckselvorgang ohne Schlagen und Ruckeln sowie einen hervorragenden Holznachzug steht das Kegelkopfsystem von Benz. Bei diesem sitzen die Schneidmesser auf einem Kegel, der an einer Gegenschneide entlanggeführt wird. Dadurch wird das Häckselgut unverrückbar in optimaler Schneidlage positioniert. In Kombination mit dem massiven Vorzerkleinerer erzielt dieser Häckslertyp eine enorme Durchsatzleistung und ist insbesondere für den universellen Einsatz gut geeignet. Die Messerstandzeiten sind ebenfalls höher als beim konventionellen Scheibenhäcksler. Allerdings ist er vergleichsweise empfindlich gegenüber größeren Fremdkörpern. Erdreich oder Tontöpfe nimmt er dagegen nicht übel.

30.07.2020

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