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Hebebühnen: Hoch hinaus, aber sicher

Egal ob schnöde Durchsicht oder aufwendigere Reparatur: Hebebühnen für Rasenmäher und Rasentraktoren sind in der Werkstatt unverzichtbar. Motorist zeigt, worauf es ankommt.

die Fa. Beiser hat pfiffige Transportlösungen wie hier die Minischerenbühne
Die Fa. Beiser hat pfiffige Transportlösungen wie hier die Minischerenbühne
Foto: Musche

Flexibles Arbeiten auch an großem Gerät? In vielen Motoristen-Werkstätten gehört dies zum Alltag. Damit dies in halbwegs vernünftiger Körperhaltung erfolgen kann, sind Hubeinrichtungen unerlässlich. Nur unter dem Einsatz von Hebebühnen ist es oft möglich, bei der Arbeit zum Beispiel an Rasenmähern oder Rasentraktoren an alle relevanten Stellen heranzukommen. Je flexibler dabei Neigungen und Spurbreiten eingestellt werden können, desto besser. Auch aus Sicherheitsgründen ist auf die bedachte Ausstattung zu achten.

Der Unterschied beginnt schon bei der Tragkraftanforderung. Diese wiederum schlägt sich auf Antriebsmöglichkeiten und Bauformen nieder. So begnügen sich kleine Hub-einrichtungen für Rasenmäher, etwa von Heftee für bis zu 115 Kilogramm, mit einer rein mechanischen Kurbel, die über eine Seilwinde anhebt und absenkt. Die Plattform ist separat kippbar. Solche Modelle werden meist in Einsäulenausführung angeboten. Dies soll die Erreichbarkeit des Wartungsguts erleichtern. Im angesprochenen Modell verhindern Sicherungsstifte den Absturz, falls das Seil mal reißen sollte oder die Arretierung der Kurbel streikt.

Noch komfortabler ist das Hublift Marololev 120 LVP von Marolotest, das pneumatisch hebt und senkt. Die um 360 Grad drehbare Plattform besitzt eine abnehmbare Mittelschale und auf jeder Seite zwei Ösen zum Verzurren. Ablageschalen für Kleinteile und Werkzeug sollten ebenfalls nicht fehlen. Mit solchen hat zum Beispiel Arnold sein Modell 6031-X1-0009 ausgestattet.

Scherenhubtische

Was die Plattform angeht, werden meist Universalhebebühnen mit Scherenhubtisch genutzt. Sie haben ihren Ursprung in der Fahrzeugindustrie und sind für Rasentraktoren und Rasenmäher gleichermaßen geeignet. Von Vorteil ist bei diesen Vorrichtungen, dass sie keine Bodenverankerung benötigen und dadurch verschiebbar und sehr flexibel sind, oft zudem preisgünstiger. Scherenhubtische besitzen justierbare Schienen. Dies soll sicherstellen, dass unterschiedliche Spurbreiten sicher gehoben werden können. Aufgrund der höheren zu stemmenden Last von 400 bis 1.200 Kilogramm werden diese pneumatisch, hydraulisch, elektrisch, hy-

dropneumatisch oder elektrohydraulisch angetrieben. Die Hubhöhen bewegen sich zwischen 100 bis über 150 Zentimetern. Die dafür angebotenen Plattformvarianten sind sehr vielfältig. So gibt es Ausführungen mit bis zu sechs unterschiedlich verstellbaren Teilstücken, damit sowohl Vier- als auch Dreiradfahrzeuge gehoben werden können, etwa beim Modullift MOH 1400 von Econ. Die Auffahrt von Dreiradfahrzeugen durch eine dritte Auffahrschiene ermöglicht zum Beispiel Longus in der Ausführung CL-M3-VR. Stufenlos verschiebbare Zurrösen und Ablageschalen sowie ein Druckluftanschluss (zum Beispiel Econ) sind ebenfalls sehr sinnvolle Ausstattungs-Features.

Nützliche Features

Unbedingt vorhanden sein sollte bei allen Varianten das herausnehmbare Mittelteil, etwa um den Ölwechsel leichter vornehmen zu können. Über ein solches verfügt zum Beispiel das Modell Marololift 10000-1001HA. Sehr gut gelungen ist in dieser Kategorie der Hubtisch 9209501 von bike-lift. Bei ihm können Rasentraktor & Co. in einem Arbeitsgang gehoben und gekippt werden, sodass man besser an den Vorderachsbereich herankommt. Ein Nachteil bei Scherenhubtischen ist, dass die unteren Bereiche des Wartungs- oder Reparaturguts nicht ohne zusätzliche Hilfsmittel wie Kettenzug oder Montageheber erreicht werden können. Problemlos und komfortabel möglich ist dies mit dem Addilift oder dem Addicrane, jeweils von Marolotest.

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Egal für welche Variante man sich entscheidet, ist eine tadellos funktionierende mechanische Sperre gegen das Absenken des Hubtisches Grundvoraussetzung für eine professionelle Eignung. Diese Konstruktion muss selbstarretierend und so stabil ausgelegt sein, dass selbst bei Höchstbelastung und Ausfall des Hebe- und Senkantriebes der Hubtisch in der Stellung verharrt.

Ein-Säulen-Varianten

Die Ein-Säulen-Varianten teilen den Nachteil des fehlenden freien unteren Zugangs und der eingeschränkten Erreichbarkeit aller relevanten Baugruppen nicht. Zudem gibt es für diese Bauform spezielle Unterfahrgestelle zu bequemeren Demontage, Ablage und Verschiebung von Zwischenachsmähdecks, Getriebe und Achsen, umgesetzt etwa beim Econ ES1000. Beim Monolift 1200 von Werthers ist eine Fahrzeugauffahrt frontal und um 90 Grad versetzt möglich. So können wahlweise die Räder als auch der Rahmen als Ansatzpunkt genutzt werden. Dank dem sogenannten Forken-Kit können zudem auch sehr schmale Gefährte gehoben werden. Ein-Säulen-Hebevorrichtungen benötigen allerdings eine feste Bodenverankerung und können dementsprechend nicht versetzt werden. Auch sind sie preisintensiver in der Anschaffung und ohne Zubehör nicht für Rasenmäher geeignet.

Zweiarm-Bühnen

Deshalb kommen zunehmend Zweiarmhebebühnen, zum Beispiel von Granit (7790300023), zum Einsatz. Sie vereinen die Vorteile der Ein-Säulen- und Scherenhebebühnen und machen sich besonders bei der Wartung und Reparatur von großen Flächenmähern und Golfplatztechnik bezahlt. Mit 2,75 Tonnen Tragkraft, 185 Zentimetern Hubhöhe und einem Gewicht von 1.350 Kilogramm können sie per Lenkdeichsel jederzeit bewegt werden.

29.04.2020

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