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Holder setzt auf Elektrifizierung

Die Max Holder GmbH, führender Hersteller von multifunktionalen Systemfahrzeugen für den Winterdienst, zur Wege- und Straßenreinigung sowie für die Grünflächenpflege, testet Elektromotor.

Holder E-Motor
Holder will die Emobilität auch für Arbeitsmaschinen nutzen.
Foto: Max Holder GmbH

Die mobile Zukunft ist elektrisch, davon ist man bei der Max Holder GmbH überzeugt. Immer mehr PKW-Hersteller setzten auf den E-Antrieb, gleichzeitig scheine der Elektro-Antrieb bei Arbeitsmaschinen jedoch noch in weiter Ferne, heißt es aus dem Unternehmen. Dem will man abhelfen. Seit zwei Jahren arbeitet Holder daher mit dem vorwiegend mittelständischen Entwicklungskonsortium namens „Muffel+“, dem neben Holder drei weitere Unternehmen sowie drei Forschungseinrichtungen angehören, an einer skalierbaren elektrischen Antriebseinheit, die in Multifunktionsfahrzeuge integriert und auch in andere Arbeitsgeräte eingesetzt werden kann. Nun hat das System auf dem Prüfstand der Hochschule Aalen erfolgreich die ersten Kilometer absolviert und gezeigt, dass das Konzept funktioniert. In den kommenden Wochen erfolgen der Einbau in ein Serienfahrzeug von Holder sowie weitere ausgiebige Tests.

Erste Tests bestanden

Da Arbeitsmaschinen teilweise unter extremen Witterungsbedingungen arbeiten und große Leistungen bereitstellen müssen, arbeitet das Konzept aktuell noch nach dem Range-Extender-Prinzip: Reicht der Ladezustand der Batterie nicht mehr aus, schaltet sich ein Dieselaggregat mit der Abgasstufe 5 zu, das die Batterie speist. Dadurch wird insgesamt der Ausstoß von Schadstoffen deutlich reduziert, da im Optimalfall die meiste Zeit rein elektrisch betrieben wird. Der im Range-Extender-Prinzip verwendete Verbrennungsmotor kann im optimalen Arbeitspunkt und damit mit geringstmöglichem Schadstoffausstoß und Kraftstoffverbrauch betrieben werden.

Ausbaufähiges Konzept

Das Entwicklungsvorhaben ist auch für zukünftige Entwicklungen offen und so aufgebaut, dass bei entsprechender Marktentwicklung der Verbrennungsmotor beispielsweise durch eine Brennstoffzelle oder andere neuartige Energiequelle ersetzt werden kann. Zudem ist das Fahrzeugkonzept auf Skalierbarkeit ausgelegt und kann auf weitere Fahrzeugtypen und -klassen adaptiert werden. Interessenten können dem Industriearbeitskreis, der das Projekt begleitet und berät, jederzeit beitreten. Zu besichtigen ist die Funktion der Achse an der Hochschule Aalen. Muffel+ ist zudem in das von der EurA AG geführte Innovationsnetzwerk e-mobility eingebettet. Dieses verfolgt das Ziel, die mittelständische Zulieferindustrie in Deutschland für die Herausforderungen der Elektromobilität fit zu machen. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert Muffel+ im Rahmen der Fördermaßnahme „KMU-NetC“ mit rund 2,1 Millionen Euro. Interessenten können sich gerne an EurA wenden, um weitere Informationen zum Projekt und zu dem oben genannten Industriekreis zu erhalten.

08.01.2020

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