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Kettler am Abgrund

Das Aus des bekannten Gartenmöbel-Lieferanten ist vorerst abgewendet. Die Bezirksregierung Arnsberg beruft Kuratorium und Vorstand der Heinz-Kettler-Stifung ab und macht so den Weg frei für eine Zwischenfinanzierung.

Die Kettler-Hauptverwaltung im sauerländischen Ense-Parsit.
Die Kettler-Hauptverwaltung im sauerländischen Ense-Parsit.
Foto: Kettler

Nachdem in der vergangenen Woche das endgültige Aus noch unanbwendbar schien, weil der rettende Investor nach zermürbenden Auseinandersetzungen mit der Heinz-Kettler-Stiftung abgesprungen war, hat nun die Politik interveniert. Dass in Sachen des insolventen Unternehmens Kettler aus Ense Grund Sorge besteht, machte in der vergangenen Woche das Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie (MWIDE) NRW deutlich. Auf Nachfrage unseres Schwestermediums markt in GRÜN heißt es: "Um jetzt überhaupt noch eine Investorenlösung und damit den Erhalt des Unternehmens mit seinen 720 Arbeitsplätzen ermöglichen zu können, ist eine sofortige Entscheidung der Kettler-Stiftung über die Höhe des von ihr zu leistenden Beitrags zwingend erforderlich."

Kuratorium unkooperativ?

Das MWIDE sei gern bereit, ein Gespräch mit allen Beteiligten zu moderieren, um diesen Weg in letzter Minute zu unterstützen. Der vom Gericht eingesetzte Sachwalter im Insolvenzplanverfahren habe bereits am 5. November alle Beteiligten zu einem „runden Tisch unter Moderation des MWIDE NRW“ eingeladen. Eine Rückmeldung der Vertreter des Kuratoriums, das in diesem Verfahren die Schlüsselrolle einnimmt, stand zum Zeitpunkt der Rückmeldung des Ministeriums aber noch aus. "Ohne Einbeziehung des Kuratoriums erscheint eine Lösung allerdings nicht realistisch. Wir hoffen, dass letztlich im Interesse des Unternehmens alle Beteiligten doch noch zu einer kooperativen Haltung finden können", heißt es seitens des MWIDE. Mit der Einschätzung, dies sei unrealistisch, sollte das Ministerium Recht behalten. Nicht ohne Folgen.

Es bleibt spannend

Vor dem Hintergrund der Sicherung von rund 720 Arbeitsplätzen in der Region hat die Stiftungsaufsicht der Bezirksregierung Arnsberg nun von ihrer Option Gebrauch gemacht, das Stiftungskuratorium sowie einen Vorstand abzusetzen. Zu diesem äußersten Mittel wurde gegriffen, nachdem sich Kuratorium und Vorstand im Sinne der Kettler-Rettung zum wiederholten Male aus Sicht der Aufsicht unkooperativ gezeigt hatten. Auf diesem Wege konnte am Freitag dann doch noch eine Zwischenfinanzierung durch die Heinz-Kettler-Stiftung gesichert werden. Nun ist es an der Unternehmensführung, die Suche nach einem potentiellen Geldgeber fortzusetzen. Ein Zeithorizont wurde nicht publiziert. Die Kettler-Geschäftsführung hofft jedoch, schon in den nächsten Wochen einen Investor vermelden zu können.

12.11.2018

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