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Mähroboter auf dem Vormarsch

Die Großflächenpflege – das steht für Grünflächenmanagement über Spielplatzkontrollen bis hin zur Baumpflege und zum Winterdienst. Dieser Schwerpunkt widmet sich Produkten und Trends der Großflächenpflege von Gras. Diese wird zunehmend durch Mähroboter geprägt. Auch das Vermietungsgeschäft spielt im Handel eine wichtigere Rolle.

RoboFlail von Direktvertreiber KommTek.
RoboFlail von Direktvertreiber KommTek.
Foto: KommTek

Die Mähroboter zur Bearbeitung großer Rasenflächen müssen ein deutliches Mehr an Leistung als bei Kleinflächen-Maschinen sowie robusteres Material und Zubehör zusammenkommen. Mehr Leistung heißt: Bei klassischen Maschinen zum Beispiel mit Sichelmähwerk sind das bis zu 10 PS pro Meter, den Antrieb noch nicht mitgezählt, der aufgrund von Bodenschonung und Traktion häufig ein energieaufwendiger Allrad ist. Hinzu kommt die interne Kraftübertragung, die unterschiedlich großen Energieverlust bedeutet, die klimatischen Bedingungen und die Belastung des Materials durch das Gras.

Spezieller Service bei Mährobotern

Notwendig, um solche Produkte adäquat verkaufen zu können, ist geschultes Verkaufspersonal. Vor allem aber der zu leistende Service im After Sales ist eminent wichtig. Das Werkstattpersonal muss viel Know-how mitbringen. Auch Vor-Ort-Support ist oft notwendig. Das Angebot an Vermietungslösungen steigt im Handel, denn nicht für jeden Kunden lohnt sich die Kapitalbindung durch ein meist großes Investment.

Die Modelle für die Großfläche

Eine Möglichkeit, Großflächen anzugehen sind Geräteträger. Klarer Vorteil ist die universelle Einsatzfähigkeit durch verschiedene Anbaumöglichkeiten. Heutzutage geht das, wie Aebi mit den EC170 und EC130 zeigt, unter anderem unbemannt mit Fernsteuerung und auch mit Lithium-Ionen-Akku. Mit unbemannten Fahrzeugen für gefährliche Lagen kennt sich AS seit dem Sherpa aus, dem ersten Hang-Aufsitzer, der fernsteuerbar ist. Zuletzt konnte das Unternehmen mit dem AS 1040 YAK 4WD eine Art größeren Bruder des Sherpa präsentieren, allerdings vorläufig noch ohne Fernsteuerung.

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Als direkter Wettbewerber ist Telsnig mit seiner Herkules Profi-Line zu sehen. Das breite Spektrum an Herkules-Modellen für Rasen, Hochgras und Gestrüpp deckt nicht nur die wichtigsten Mähtechniken ab, sondern ist zusätzlich für spezielle Anwendungsgebiete optimiert. Hinzu kommen die Null-Wendekreis-Mäher von Walker Mowers.

Wiper-Maschinen von Telsnig für große Flächen.
Wiper-Maschinen von Telsnig für große Flächen.
Foto: Telsnig

Toro bietet Großflächenmäher mit Sichel-, Spindel- und Schlegel-Mähwerken sowie Fänger-Mäher mit Hochentleerung für kommunale, gewerbliche Grünflächen und Golf-/Sportanlagen an. Neu auf der GaLaBau wurde das Groundmaster 1200 Schleppmähwerk in Kombination mit dem Outcross 9060 vorgestellt. Es mäht mit seiner 3,7-m-Schnittbreite vier Hektar bei 12,9 km/h Fahrgeschwindigkeit. Die Italiener von Peruzzo können mit den Schlegelmähern namens Triflex 4200 und 5000 mit 4,2 – 5,0 m Arbeitsbreite aufwarten. Neu von Iseki, in der Schweiz von Rapid über ihr Händlernetz vertrieben, sind die Frontmäher-Modelle SF 224 und SF 235, die die Vorgänger-Baureihe (Modelle SFH 220/240) fortsetzen. Die herausragenden Produkte von Agria in dem Feld sind agria 9500 und 9600. Mit der Marke Ma.Tra am Markt ist der Italiener BCS. Unter Ma.Tra bieten sie heckgelenkte Frontmäher mit Allradantrieb mit hydrostatischem Fahrantrieb und hydraulischer Lenkung an. Ebenfalls aus Italien und seit einigen Jahren auch stärker am Markt präsent ist Gianni Ferrari mit der Turbo Cruiser-Reihe. Bekannt am Markt sind darüber hinaus Firmen wie Kalinke (bietet zum Beispiel ein Mähwerk mit Elektroantrieb), Holder, Grillo aus Italien, Matev oder auch die Szenegröße John Deere.

Robotisierung ist bei der Großflächenpflege weiter auf dem Vormarsch. Telsnig ist mit Wiper-Maschinen am Markt aktiv. Die Wiper Yard 101S und 101SPlus erreichen demnach eine Flächenleistung bis zu 10.000 m², das Modell Yard 201S ist für Flächen bis zu 20.000 m² und der Yard 301S bis 30.000 m² ausgelegt. Das Thema Robotisierung beschäftigt Lieferanten wie Etesia mit seinen ETmowers bereits seit Langem. Eine grundsätzliche Frage ist dabei: Große Mäher wie bei Etesia oder viele kleine im Zusammenspiel? Das ist nicht so ohne weiteres zu beantworten. Viele kleine Mäher zu vernetzen klingt charmant, bedeutet es doch, dass keine zusätzliche Produktentwicklung notwendig ist und bei Ausfall einzelner Geräte nicht gleich die komplette Rasenpflege eingestellt wird. Stihl beispielsweise ist noch damit beschäftigt, vernetzte Roboterlösungen (mögen sie nun Team heißen oder wie auch immer) marktreif zu machen. Die neuen Echo Robotics sehen die Metzinger auf Sportanlagen und Golfplätzen, in Parks und anderen weitläufigen Grünanlagen. Fünf Sonarsensoren sorgen für Orientierung. Bis zu 24.000 m² sind mit den Schnittbreiten von 63 cm beziehungsweise 103 cm möglich. Steigungen von bis zu 45 Prozent sind vorgesehen. Sie besitzen Schnittstellen zu GPS, Mobilfunk und WLAN und können per APP (Android, iOS) oder über das Web gesteuert werden. Echo setzt auf Schwarmintelligenz: Bis zu 6 Geräte können zusammen agieren. Husqvarna bietet die neuen Automower der 500er-Serien an. Im Rahmen des Projektes Solea macht sich das Unternehmen darüber hinaus Gedanken, wie unter Einbindung von Drohnentechnologie die Robotisierung im kommenden Jahrzehnt im Kommunalgeschäft voranschreiten könnte. Stella hat mittlerweile zwar nicht autonom fahrende, aber ferngesteuerte Mäher im Portfolio. So etwa die ferngesteuerten Sichelmulcher X-ROT 70, X-ROT 80 und X-ROT 95 oder die Schlegelmulcher X-CUT 70, X-CUT 80, X-CUT 95 (28 HP mit Trockensumpfschmierung) .

Was die Sportplatzpflege angeht, hat MTD im vergangenen Jahr signalisiert, dass es eher auf die große Lösung setzt. Die Infinicut-Geräte unter der Marke Cub Cadet sind das Resultat der 2017er-Akquisition von Advanced Turf Technology (ATT). Infinicut kombiniert dynamisch-schwingende Schneidwerkzeuge mit der Möglichkeit, Schnittfrequenzen frei zu programmieren. Als Antriebsquelle des elektrisch betriebenen Mähers dient eine Lithiumbatterie. Separat genannt werden sollte der in dieser Reihe laufende Roboter RG3, ebenfalls mit Spindelmäher. Eingeführt wurde er von der Firma Precise Path Robotics im Jahr 2009. Er wird über GPS gesteuert. Wie sich MTD dauerhaft vertrieblich in diesem Geschäft und mit Infinicut präsentieren wird – über Key Account und am Handel vorbei, unter Einbindung der Händler im Service oder über den zweistufigen Vertrieb-, muss sich zeigen. Direktlieferant KommTek liefert ferngesteuerte Großflächenmäher der Marke RoboFlail. Für die intensive Pflege von großen Rasenflächen wie zum Beispiel Sportplätzen vertreibt das Unternehmen darüber hinaus den Bigmow mit bis zu 24.000 m² Flächenleistung mit nur einer Einheit. Dabei lässt sich auch eine Flotte von Mährobotern auf unterschiedlichen Flächen über eine App verwalten.

22.01.2019