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Marktübersicht Heckenscheren - Neuer Energieträger auf dem Vormarsch

Bei Heckenscheren bestimmte früher die Wahl des Energieträgers den Einsatz der Maschinen. Hatte man keinen Stromanschluss oder mussten Hecken mit dickem Astwerk geschnitten werden, kam man an dem Benzinmotor nicht vorbei.

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Foto: Echo

Hatte man Zugang zu einem Netzanschluss und reichte ein dafür geeignetes Verlängerungskabel, wählte man eine Elektroheckenschere.

Die neue Lithium Ionen-Technologie (Li-Ion-) ist zurzeit die beste Art und Weise Energie zu speichern. Je nach Akku-Kapazität kann der Energiespeicher jederzeit und an jedem Ort im gewünschten Umfang für den Einsatz tragbarer Geräte eingesetzt werden. Weitere Vorteile des Li-Ion-Akkus sind die fast zu vernachlässigende Selbstentladung, der Wegfall des Memory-Effektes, die gegenüber dem NiCd fast doppelt so hohen Energiedichte sowie die verkürzte Zeit beim Nachladen. Kombiniert mit den bürstenlosen Motoren bieten die Li-Ion-Akkus bei weniger Gewicht mehr Leistung, als die umweltschädlichen Ni-Cd-Batterien. Die Schattenseite ist, dass diese Kraftspeicher eine elektronische Schutzschaltung gegen Unterspannung und ungewohnt hohe Ströme benötigen. Ein weiterer Nachteil ist, dass diese Speicher nur in einem Temperaturbereich zwischen 0°C und 60°C optimale Ergebnisse liefern.

Wieviel wurde verkauft?

In 2014 und 2015 wurden europaweit in der Summe jeweils über 2,5 Mio. Heckenscheren verkauft. In Deutschland konnten im gleichen Zeitraum 460.000 Geräte abgesetzt werden. Wobei in 2014 die batteriebetriebenen Maschinen mit einer Stückzahl von 100.000 und in 2015 schon mit 130.000 Stück über den Ladentisch gingen. Dies ist eine Steigerung von 30 % bei den Akku-Heckenscheren. Dieser Trend hat sich in 2016 noch verstärkt. Unabhängig vom Energieträger hat sich bis zum dritten Quartal 2016 der Absatz von Heckenscheren um weitere 9 % erhöht. Diese Steigerung ist vor allem den akkubetriebenen Geräten zu verdanken. Die kabelgebundenen Maschinen hatten dafür Einbußen zu verzeichnen.

Die moderne Heckenschere

Die wachsenden Verkaufsmengen sind größtenteils der neuen Technik dieser Geräte zu verdanken. Eine gute Heckenschere ist heute perfekt ausbalanciert, sicher in der Handhabung, verfügt über ein Antivibrationssystem und liefert dank angepasster Geometrie und neuester Fertigungsverfahren perfekte Schneidergebnisse. Äste von 30 mm Durchmesser und mehr werden problemlos geschnitten. Die mittigen Griffe können umlaufend gehalten oder sogar gedreht und in verschiedenen Positionen eingerastet werden. Somit hat der Anwender beim waagrechten und senkrechten Schnitt eine komfortable Schneidposition. Unabhängig von der Antriebsart liegen die Schwertlängen im Durchschnitt bei 60 cm. Weitere Ausführungen gibt es mit 45 cm oder auch mit 75 cm und im Sonderfall auch über 100 cm Arbeitslänge.

Die Vielfalt der Angebote

Bei den Benzinheckenscheren gibt es keine großen Neuerungen. Diese Geräte sind ausgereift und bieten bei hoher Qualität ein gutes Preis-/Leistungsverhältnis. Die Elektroheckenscheren haben inzwischen fast alle den bürstenlosen Motor erhalten.

Die Qual der Wahl hat man bei den akkugespeisten Modellen. Der Einstieg beginnt mit einem 18 V/1,3 Ah-Akkumulator. Die Mehrzahl der Geräte wird mit 36 V und 1,5 Ah, 4,0 Ah oder 6,0 Ah betrieben. Da nur wenige Kunden die Angaben Volt und Amperestunden mit ihren Erfordernissen bei der Gartenarbeit in Bezug bringen können, ist hier die fachliche Beratung für den Verbraucher unerlässlich. In Abhängigkeit davon, was in welcher Menge wo zu schneiden ist, werden die Vor- und Nachteile der verschiedenen Maschinen mit ihren sehr unterschiedlichen Antriebssystemen vom Motoristen erläutert. Es muss erklärt werden, wo die Grenzen eines 18 V Akkus im Vergleich mit einem 48 V oder gar 80 V Energiespeicher liegen. Dem Anwender muss erklärt werden, welchen Nutzen er beim Einkauf eines hochpreisigen Produktes im Vergleich zu einem Preiseinstiegsmodell hat. Wenn der Kunde auf Grund der fachlichen Beratung lernt, selbst zu entscheiden, was ihm gut und teuer ist, wird er liebend gerne bei seiner nächsten Anschaffung von Gartengeräten dorthin zurückkehren, wo er respektiert und gut bedient wurde. SB

Auszug aus der MOTORIST-Titelgeschichte, Ausgabe 1/2017.

20.04.2017