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Messen Eima International / Eima Green

Italien leidet seit einigen Jahren unter erheblichen wirtschaftlichen Problemen. Aktuell weisen die Indikatoren aber auf ein wenig Licht am Ende des Tunnels hin. Da kommen die diesjährigen Messen Eima International und Eima Green gerade recht, damit sich die Hersteller und Importeure, aber auch die gebeutelten Händler Rückenwind und damit neues Selbstvertrauen holen können. Bologna ist vom 12. bis 16. November 2014 der Veranstaltungsort. Vorab hatten wir die Gelegenheit zu einem Gespräch mit Franco Novello, dem Präsidenten des Fachverbandes Comagarden.

Eima_Bolgna_Logo_2017

Motorist: Herr Novello, was sind die harten Fakten zur diesjährigen Messe Eima?

F. Novello: Die Eima ist eine der größten Fachausstellungen für Landwirtschaft und Gartenbau und findet alle zwei Jahre in Bologna in Norditalien statt. 1.800 Aussteller aus mehr als 40 Ländern werden auf 300.000 m² Ausstellungsfläche mehr als 50.000 Modelle ausstellen. Die Messe wird aufgeteilt in Eima Components, Eima Green, Eima Energy und Eima MiA. Erwartet werden mehr als 200.000 Besucher aus 140 Ländern und mehr als 40 ausländische Delegationen.

Motorist: Wie kommen Ausländische Besucher in die Messe?

F. Novello: Ausländische Besucher haben freien Eintritt – eine Registrierung beim Eingang der Ausstellung oder auf der Webseite www.eima.it genügt. Bitte beachten Sie, dass die ersten beiden Ausstellungstage (12. und 13. November) ausschließlich für Geschäftsleute reserviert sind, die restlichen Tage (14. bis 16. November) sind für alle Besucher offen.

Motorist: Die FederUnacoma ist der Organisator dieser Grossausstellung im November. Was bedeutet dieser Name?

F. Novello: Die FederUnacoma ist der Dachverband der Landmaschinenhersteller und langjähriger Organisator der EIMA-Ausstellung in Bologna.

Motorist: … und was bedeutet Comagarden?

F. Novello: Innerhalb des Dachverbandes FederUnacoma ist der Verband Comagarden zuständig für Italiens Hersteller von Garten- und Grünflächenmaschinen.

Interview zur EimaGreen 2014
Franco Novello

Motorist: Herr Novello, sie sind Präsident des Verbandes Comagarden - was sind die Aufgaben dieses Verbandes?

F. Novello: Die Hauptaufgabe unseres Verbandes ist die tatkräftige Unterstützung italienischer Maschinen- und Zubehörhersteller von professionellen und privaten Gartenmaschinengeräten. Comagarden unterhält aber auch Beziehungen zu Ministerien, Organisationen und Agenturen im Inland. Seit dem Jahre 2006 ist Comagarden Mitglied der EGMF (European Garden Machinery Federation) und über EGMF steht der Verband mit europäischen, aber auch internationalen Organisationen in Kontakt. So kann der Verband seinen Mitgliedern Statistiken von Produktionsdaten sowohl aus dem In- als auch aus dem Ausland zur Verfügung stellen, oder auch Informationen über technische Anforderungen und aktuelle Normen europäischer und internationaler Märkten. Des Weiteren klären wir marktspezifische Entwicklungen in diesen Ländern ab, ein wichtiger Fakt für die italienischen Exporteure. Der Verband fördert u.a. auch italienische Teilnehmer an Ausstellungen im Ausland oder bietet Hilfe für ausländische Geschäftsleute im italienischen Markt.

Motorist: Was bedeutet die Eima Green innerhalb der Ausstellung Eima?

F. Novello: Comagarden ist innerhalb der Eima zuständig für die Ausstellung Eima Green, die Ausstellung für Garten- und Grünflächenmaschinen. Dafür sind die Hallen Nummer 33 (Profi-Maschinen) und Nummer 34 (Nicht-Profi-Maschinen) reserviert. Neu kommt in diesem Jahr die Halle 49 hinzu, in der sich alles um Gartenanlagen, auch deren Bepflanzung, dreht.

Motorist: Was können sie uns über die wirtschaftliche Entwicklung Italiens berichten?

F. Novello: Mitte des Jahres lag das italienische Bruttosozialprodukt bei null. Schlimmer sieht es beim inländischen Landmaschinenmarkt aus. Die Traktorenverkäufe in Italien reduzierten sich um 30 %. Im letzten Jahr wurden noch knapp über 19.000 Traktoren abgesetzt – ein absoluter Tiefpunkt in der landwirtschaftlichen Mechanisierung der Nachkriegszeit! Leider war keine Besserung in den ersten sechs Monaten dieses Jahres zu verzeichnen.

Besseres kann ich von den motorisierten Gartengeräten berichten. Über alle Produktgruppen gesehen war in den ersten sechs Monaten ein erfreuliches Plus von 9,2 % zu verzeichnen. Dabei konnte z. B. die Gruppe der Blas-/Sauggeräte um 41,6 % zulegen, die Schneefräsen verloren aber um mehr als 23 %.

Motorist: Das sind ja – zumindest im Bereich der Motorgeräte - ermutigende Zahlen. Sie sind in ihrer hauptberuflichen Tätigkeit auch noch Vizepräsident der GGP-Gruppe (Global Garden Products) mit Sitz in Castelfranco – also ganz nah am Marktgeschehen. Ist die Krise in Italien nun überwunden?

F. Novello: Wir glauben, dass die Steigerungen zu einem Teil auf das ideale Wetter zurück zu führen sind. Niederschläge abwechselnd mit Sonnenschein haben das Wachstum zweifellos gefördert, was automatisch die Verkaufszahlen unterstützt. Hinzu kommt, dass die akku-betriebenen Maschinen einen generell positiven Trend aufzeigen. Nach den Rückschlägen in den letzten zwei Jahren erwarten wir, dass sich der Markt nun stabilisiert – definitiv werden wir es wissen, wenn die Zahlen Ende des Jahres vorliegen.

Motorist: Was hat Deutschland für eine Stellung bei den italienischen Exporteuren?

F. Novello: Nicht weniger als 24 % aller Exporte gehen nach Deutschland – Deutschland ist für uns ein sehr wichtiges Exportland und ein fairer Partner.

Motorist: Was erwarten Sie von der EIMA 2014?

F. Novello: Sowohl als Präsident von Comagarden wie auch als Vizepräsident der GGP-Gruppe erwarte ich von dem Grossevent positive Impulse im Binnenmarkt und im Exportgeschäft. Die Eima, als größter Anlass der Branche, wird im November positive Signale, Antriebe und Ideen, international und im ganzen landwirtschaftlichen Bereich, aussenden.

Motorist: Herr Novello, wird danken ihnen für das Gespräch!

Das Interview ist in Motorist 5/14 erschienen.

02.10.2014