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Motoristen dürfen weiter arbeiten

Die Bundesfachgruppe Motorgeräte im Bundesverband LandBauTechnik informiert in einem neuen Infodienst über Aspekte, die jetzt im Tagesgeschäft wichtig sind.

Werkstattmanagement
IWerkstattleistungen sind weiterhin erlaubt.
Foto: pixabay

Die staatlichen Maßnahmen sind kein Arbeitsverbot. Es besteht, Stand Mittwoch, 18. März 2020, Einigkeit, dass Handwerksbetriebe auf Basis der Handwerksrolle aktuell nicht von denCorona-veranlassten Schließungen betroffen sind. Dies teilt die Bundes-Fachgruppe Motorgeräte (Bufamot) aktuell mit. Demnach gilt die Faustregel: Betroffen sind nur Einzelhandel mit Ladengeschäft und der Kundenausrichtung „Verbraucher“.

Über diese und ähnliche Fragen informiert die Fachgruppe ab sofort auf ihrer Website www.bufamot.de, wo im Rahmen einer neuen Infoseite ein Fragen-Antwort-Katalog zu den wichtigsten Themen aufgeführt ist. Parallel dazu informiert man im Infodienst „Verband“ per Mail zu jeweils neuen Aspekten. So hatte die Mitgliederinfo „Verband“ 07/2020 vom 17. März über die Positionierung von Bufamot und ihrer „verbandlichen Mutter“ LandBauTechnik berichtet und erste Branchen-spezifische Fragen aufgeworfen, die für das Tagesgeschäft der Fachbetriebe von großer Bedeutung sind.

Auslegungssache

Tatsächlich, so die Bufamot, sei in allen Fällen, in denen Service und Verkauf (auch an privat) nebeneinander üblich sind, zu differenzieren: Wird in einem Ladengeschäft/Vertrieb die Möglichkeit von Menschenansammlungen vermutet, sind diese zu schließen. Auch der Kfz-Handel sei daher seit gestern weitgehend eingestellt. Handwerk/Service muss jedoch möglich bleiben, das sei gewollt. Auch ist der gesamte B-to-B-Bereich nicht betroffen. Darunter fallen etwa Kommunen, Landwirte oder Autobahnmeistereien, die gewerbliche Kunden darstellen.

Die Gesetzgeber auf Bundes- und Landesebene haben viele Einzelheiten bisher jedoch noch nicht im Detail geregelt. Daher blieben noch viele Fragen offen, die die Bufamot recherchieren und fortlaufend beantworten will, heißt es. Händler könnten ebenso gerne mit individuellen Fragen auf den Verband zukommen. Im Tenor geht die Bufamot trotz der Unterschiedlichkeit der Landeserlasse davon aus, dass Handel generell untersagt ist – abgesehen von den explizit genannten Ausnahmen – so dass auch Handelsanteile in Handwerksbetrieben untersagt sind. Letzte Aussagen dazu könne jedoch nur die zuständige Behörde vor Ort erteilen.

Aktueller Stand im Detail laut Bufamot

  • Was ist mit dem Ladengeschäft und Werkstatt – müssen beide geschlossen werden?
    Nein, vor allem Privatkundenkontakte müssen unterbunden werden, das Ladengeschäft sollte daher geschlossen bleiben. Im Tenor können wir trotz der Unterschiedlichkeit der Ländererlasse (hier werden Ausnahmen aufgezählt, von Land zu Land unterschiedlich) davon ausgehen, dass jede Handelstätigkeit im Privatkundenbereich generell untersagt ist – abgesehen von den explizit genannten Ausnahmen – so dass auch Handelsanteile in Handwerksbetrieben untersagt sind; das gilt auch für Teile und Zubehör. Letzte Aussagen dazu kann aber nur die zuständige Behörde vor Ort erteilen. Wir empfehlen, einen Hinweis (auch online) zu platzieren, dass „aufgrund der SARS-CoV-2-EindV derzeit Verkauf, Beratung und Probenutzung derzeit untersagt bzw. verboten sind“; so stellen Sie Ihr Unternehmen nicht in den Fokus der Kundenkritik. Handwerk/Service/Werkstätten fallen hier nicht unter die Bestimmung der Ladenschließung. Es verläuft – so komisch es im Einzelfall zu kommunizieren ist – eine Art Grenze mitten durch den Fachbetrieben. Vielleicht ist es hilfreich, zwischen beiden Bereichen Absperrungen aufzustellen.
  • Dürfen über den Winter eingelagerte oder reparierte Geräte ausgeliefert werden?
    Nach den verfügbaren Informationen kann das Virus außerhalb des menschlichen Körpers nur eine sehr begrenzte Zeit überleben. Vor diesem Hintergrund ist davon auszugehen, dass dies, zumal da es unter Service fällt, möglich ist. Das gilt damit auch für alle Reparaturen und Inspektionen.
  • Dürfen neu über Telefon, Mail, Fax oder Internet bestellte Geräte verkauft und ausgeliefert werden?
    analoge Antwort, aber: Geschäfte dieser Art sind über Fernkommunikationsmittel zustande gekommen, hier gilt dann ein 14-tägiges Rücktrittsrecht, über das der (Privat-)Kunde/Verbraucher auch (nachweislich) aufgeklärt werden muss; bei gewerblichen Kunden gibt es das Widerrufsrecht nicht. Zusatz: Fachbetrieb und Kunde sollten sich vor der Auslieferung jedoch darüber verständigen, ob ein Kontakt gewünscht wird und wie er erfolgen kann, welche Schutzmaßnahmen ggf. zu ergreifen sind.
  • Dürfen auf Endkunden-Grundstücken Mähroboter installiert werden?
    Das fällt u.E. auch nach Abstimmung mit dem Handwerk unter Service/Werkstatt, der Kunde muss ja nicht dabei sein, zur Einweisung/Übergabe müsste man besondere Absprachen treffen. Antwort also wie oben: prinzipiell ja, aber zuvor obligatorisch Kundenkontakt.
  • Bei welchen Behörden erhalten Fachbetriebe am besten verbindliche Auskünfte?
    Darüber kann man keine allgemeingültig Auskunft geben. Das hängt in den einzelnen Bundesländern davon ab, wo die Gesundheitsämter angesiedelt sind. Das können die Kreisverwaltungen sein, aber auch die größeren Städte. Hier muss sich jeder Betrieb vor Ort erkundigen.

19.03.2020