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Motoristen in der Corona-Krise

Eine Umfrage des Verbandes der Motoristen (VdM) im Zentralverband Hartwarenhandel e.V. (ZHH) zur Situation im Motorgeräte-Fachhandel in der Corona-Krise signalisiert, dass die Motoristen im März aufgrund teilweiser Betriebsschließungen, Kontaktbeschränkungen und der allgemeinen Verunsicherung in der Gesellschaft zum Teil deutliche Umsatzrückgänge hinnehmen mussten.

VDM Motoristen
Foto: VDM

Trotz der Beeinträchtigungen der internationalen Lieferketten sind bisher nur vereinzelt Probleme bei der Warenversorgung und der eigenen Lieferfähigkeit festzustellen. Für April rechnet der Fachhandel mit keiner Besserung der wirtschaftlichen Situation, nutzt aber verstärkt diversifizierte Kommunikations- und Vertriebskanäle.

Handel unheitlich, Werkstatt stabil

Im Motorgeräte-Fachhandel ist aufgrund der unterschiedlichen Restriktionen seitens der Politik kein einheitliches Bild darzustellen. So musste rund ein Drittel der Händler seine stationären Verkaufsflächen schließen, andere konnten teilweise oder ganz unter spezifischen Vorgaben geöffnet bleiben. Entsprechend wirkte sich dies auf die Umsatzentwicklung im März im Vergleich zum Vorjahr aus: Die Entwicklung ging von deutlichen Zuwächsen bis zu massiven Einbrüchen von über 50 Prozent. Im Mittel lagen die Rückgänge im hohen einstelligen Bereich. Für den April ist die Umsatzprognose nicht besser. Hier prognostizieren über 60 Prozent der Fachhändler eine schlechtere (bis 5% Rückgang) oder viel schlechtere (mehr als 5% Rückgang) Umsatzentwicklung als im Vorjahresmonat, 26 Prozent erwarten eine Entwicklung auf dem Vorjahresniveau und wenige eine Verbesserung. Die Auftrags- und Umsatzentwicklung im Werkstatt-, Montage- und Dienstleistungsgeschäft beschreiben aber gut zwei Drittel der Befragten mit gleichbleibend oder gut.

Soforthilfe, Kurzarbeit und Steuerstundung

Von den Unterstützungsmaßnahmen von Bund und Ländern haben nahezu alle Motoristen Gebrauch gemacht. An erster Stelle steht hier die Soforthilfe (72%), gefolgt von der vereinfachten Möglichkeit, Kurzarbeit anzuordnen. 59 Prozent der Unternehmen haben Kurzarbeitergeld bereits beantragt oder planen dies zu tun. An dritter Stelle folgt die Möglichkeit von Steuerstundungen (49%) sowie der Beantragung von Zuschüssen durch Bund und Länder.

Krise treibt Multi-Channel voran

Um den schwierigen Rahmenbedingungen und den veränderten Vertriebsmöglichkeiten Rechnung zu tragen, hat der Motorgeräte-Fachhandel gegen die Umsatzrückgänge die telefonische Beratung intensiviert (90%), das Abhol- und Liefergeschäft ausgebaut (72%) und seine Werbemaßnahmen auf verschiedensten Kanälen verstärkt (67%). Auch der Vertrieb über soziale Netzwerke (44%) und lokale Marketing- und Wirtschaftsverbünde (36%) wird herangezogen, um kontaktlos Geschäfte abzuwickeln und Kunden zu erreichen. Hingegen werden Onlineplattformen (18%) und der Auf- oder Ausbau des Onlineshops (26%) bisher eher noch verhalten genutzt. Die Branche bewegt sich mehr denn je in Richtung Multi-Channel-Vertrieb und -Marketing.

Kundennähe intensivieren

„Gerade jetzt kommt dem Fachhandel, sowohl dem PVH als auch dem Hartwareneinzelhandel die enge und intensive Kundennähe zugute. Jetzt gilt es diese den aktuellen Gegebenheiten anzupassen und neue Wege auszuprobieren oder stärker zu nutzen. Hier sind erfreuliche Ansätze zu beobachten, die es weiter zu verfolgen gilt“, so Thomas Dammann, Hauptgeschäftsführer des ZHH. In beiden Handelsbereichen wird der Zusammenhalt der Branche in der Krise positiv bewertet: Über 80 Prozent der PVH-Unternehmen und Hartwareneinzelhändler zeigen sich mit der Unterstützung durch die Branchenverbände und Verbundgruppen zufrieden.

  

24.04.2020