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Motorsägen-Markt im Umbruch

Die neue EU 5-Abgasnorm, Effizienzsteigerung und ein deutlicher Zuwachs im Akku-Segment bestimmen den Markt bei Motorsägen. Der Anteil elektronischer Komponenten in den Geräten wächst. Fachhändler können vor allem durch Fachkenntnis und Service punkten, sind hier jedoch zum Umdenken gezwungen.

Zwei 18 V-PXC-Akkus speisen die neue Akku-Kettensäge GE-LC 36/35 Li-Solo aus der Power X-Change-Linie von Einhell.
Zwei 18 V-PXC-Akkus speisen die neue Akku-Kettensäge GE-LC 36/35 Li-Solo aus der Power X-Change-Linie von Einhell.
Foto: Einhell

Motorsägen bilden für viele Motoristen ein Herzstück im Sortiment. Sie sind breit im Einsatz und von zahlreichen Anwendern gefragt, vom Arboristen bis zum Zimmerman. Das Spektrum reicht vom kommunalen und professionellen bis zum privaten Gebrauch. Kein Garten-, Landschafts- oder Baumpfleger, Forst- oder Waldarbeiter möchte auf sie als Arbeitswerkzeug verzichten. Viele Landwirte und private Waldbesitzer benötigen ebenfalls eine Kettensäge. Dazu legen sich immer mehr Privatleute ein solches Gerät zur allgemeinen Grundstückspflege oder zu Hobbyzwecken wie dem Brennholzselbsterwerb zu. Dieser Split in der Nachfrage fragmentiert den Markt: Neben hochleistungsfähigen und komplexen Profi-Maschinen rücken auch solche in den Fokus, die weniger erklärungsbedürftig, leicht in der Inbetriebnahme, Wartung und im Handling sind. Akkus holen gerade in diesem Segment deutlich auf.  

Akku startet durch

Ryobi liefert mit dem Modell OCS1830 aus der 18 Volt Akku-Geräteserie ONE+ eine geeignete Säge für Schnittarbeiten im Garten oder das Verarbeiten von Kaminholz.
Ryobi liefert mit dem Modell OCS1830 aus der 18 Volt Akku-Geräteserie ONE+ eine geeignete Säge für Schnittarbeiten im Garten oder das Verarbeiten von Kaminholz.
Foto: Ryobi

„Das Marktsegment Akkusägen wird weiter stark wachsen, da die Geräte einerseits gegenüber Benzingeräten preislich attraktiver werden und andererseits über immer mehr Leistung und Laufzeit verfügen“, heißt es aus dem Hause Stihl. Auch Ryobi ist überzeugt, dass sich „die Kraft aus dem Akku“ zunehmend als praxistaugliche Alternative – noch dazu ohne Abgase, umständliches Hantieren mit Benzin und auch deutlich leiser – erweist, wenn es etwa darum geht, Brennholz zu schneiden oder im Garten das Gehölz zu pflegen. Viele Anbieter führen die verminderte Schadstoff-Emission, reduzierte Lärmlast sowie geringere Vibration der Akku-Sägen gegenüber benzinbetriebenen Geräten ins Feld. Auch seien sie einfacher in der Anwendung, weil sie sich komfortabel per Knopfdruck statt Reversierstarter anwerfen ließen, und relativ wartungsarm. Selbst im professionellen Einsatz dürften Akkusägen nach der Einschätzung etlicher Hersteller weiter an Bedeutung gewinnen. Ego erwartet in den kommenden Jahren mit einer starken Verschiebung von Benzin- hin zu Akku-Geräten. Dennoch werden leichte Verzögerungen erwartet, im Vergleich zu anderen Gartengeräten wie Rasenmähern, Trimmer und anderen Akku getriebenen Geräten, wo sich der Trend bereits deutlich abzeichnet. Doch die Akku-Technologie sei „auf dem Vormarsch“ und werde in Zukunft „noch leistungsfähiger“ werden. Tatsächlich warten die Hersteller mit immer stärkeren Akkus auf. Die Laufzeiten verlängern sich. Wie interessant der Bereich ist, belegt nicht zuletzt der Umstand, dass selbst klassische Anbieter von Benzingeräten wie z. B. Echo nun ebenfalls in dieses Segment vordringen. Interessant für den Handel ist aus Sicht von Einhell, dass durch die verschieden starken Akku-Varianten ganz unterschiedliche Einsatzgebiete und Kundengruppen angesprochen werden. Insbesondere im privaten Bereich rechnen Hersteller mit einem schnellen Umstieg auf Akku-Geräte, die durch Komfort und Benutzerfreundlichkeit punkten. 

Mehr Elektronik

Generell werden die Innovationen bei Kettensägen maßgeblich von der neuen, verschärften EU 5-Abgasnorm bestimmt. Darüber hinaus veranlassen laut Husqvarna steigenden Spritkosten und ein zunehmendes Bewusstsein für Nachhaltigkeit seitens der Nutzer die Hersteller zu Neuerungen. Stihl geht davon aus, dass künftig immer mehr Motorsägen mit einem elektronischen Motormanagement ausgestattet werden, um die Leistung zu maximieren und die Bedienung zu vereinfachen. Ein weiterer Aspekt ist, insbesondere im Profi-Einsatz, der Arbeitsschutz. Denn bereits in öffentliche Ausschreibung wird schon gezielt darauf hingewiesen, dass Lärm sowie Schadstoff-Emissionen so gering wie möglich gehalten werden müssen. Dies wiederum begünstigt einmal mehr die Akku-Technik. Da mit einer hohen Leistung, wie sie vor allem im gewerblichen Einsatz erwartet wird, auch ein hoher Stromverbrauch einhergeht, bekommen aus Sicht von MTD künftig mobile Ladeeinrichtungen für Akkus, mit deren Hilfe diese direkt am Einsatzort nachgeladen werden können, wachsende Bedeutung.

Mehr zu elektronischen Motorsägen erfahren Sie in der Ausgabe 04 , das am 16. August 2018 erscheint. Oder Sie holen sich ganz einfach und bequem das Motorhandgeräte Spezial vom MOTORIST.

 

 

15.07.2018