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Neue Programmpunkte bei Baumpflegetagen

Für Exoten: Bei der Fachtagung vom 7. bis 9. Mai 2019 begrüßen die Organisatoren der Deutschen Baumpflegetage erstmals auch Referenten aus Israel, die über die Seilklettertechnik an Palmen sprechen.

Industriekletterer auf Baumpflegetagen
Wussten Sie's? Palmenklettern kommt Industrieklettern näher als dem Klettern auf Bäume.
Foto: Kottich/Deutsche Baumpflegtage

Palmen sind zwar streng genommen Gräser, aber sie sehen dann doch viel eher wie Bäume aus. Also müssen Sie auch so bearbeitet werden. Beim Klettern gibt es aber auch Unterschiede. Darüber können sich Besucher bei der Fachtagung vom 7. bis 9. Mai 2019 informieren. Dorthin kommen erstmals auch Referenten aus Israel, die über die Seilklettertechnik an Palmen sprechen. Aber es gibt auch mehr, etwa einen Beitrag zum Bau von Baumhäusern. Wer in seinem Beruf über den Tellerrand blickt, neue Einflüsse zulässt und kreativ denkt, entwickelt sich weiter und profitiert von einem breit gefächerten Know-how. Deshalb fördern die Deutschen Baumpflegetage seit jeher den internationalen und fachübergreifenden Austausch für Baumpfleger.

„Wir geben bei den Deutschen Baumpflegetagen immer wieder Einblicke in spezielle Arbeitsfelder, weil wir überzeugt sind, dass unsere Teilnehmer von dieser Wissensvielfalt profitieren“, sagt Prof. Dr. Dirk Dujesiefken, Veranstalter der Deutschen Baumpflegetage. Beim Klettern an Palmen kämen zum Beispiel Techniken zum Einsatz, die eher denen der Industriekletterei ähnelten als denen der  Baumpflege. „Industriekletterer zählen traditionell auch zu den Besuchern der Deutschen Baumpflegetage. Es geht darum, Brücken zu schlagen und voneinander zu lernen: Wo kann ich Techniken für meine Arbeit adaptieren? Wo gibt es Innovationen, die ich für meine Tätigkeit nutzen kann? Dasselbe gilt unter anderem auch für den Bau von Baumhäusern“, so Dujesiefken weiter. Der Organisator des bedeutendsten europäischen Baumpflege-Events zeigt sich erfreut darüber, dass 2019 mit Dror Lazarovitce und Yair Goldberg aus Haifa erstmals israelische Referenten ihr Wissen nach Augsburg bringen. Für den Vortrag über den Baum von Baumhäusern konnte den schwedische Baumpflege-Pionier De Gourét Litchfield gewonnen werden. 

Erst im Herbst 2018 hat Prof. Dr. Erhard Halmschlager von der Universität für Bodenkultur in Wien seine aktuellen Forschungen zu neuen Bekämpfungsverfahren und der biologischen Kontrolle des Götterbaums abgeschlossen. „Wir konnten dem Kollegen Halmschlager kurzfristig die Möglichkeit geben, seine neu entwickelten Methoden in Augsburg vorzustellen. Auch dies ist eine fachliche Bereicherung, denn die Methode befindet sich aktuell in der Prüfung zur EU-weiten Anerkennung, berichtet Dirk Dujesiefken.

Aktuelles aus der Forschung wird erneut auch in der wissenschaftlichen Posterausstellung vorgestellt. Hervorzuheben sind hier aktuelle Ergebnisse zur Totastbildung der Linde durch einen „Massaria-Befall“. Prof. Dr. Rolf Kehr von der HAWK Göttingen und Martin Schreiner vom Pflanzenschutzamt Berlin berichten über das neue Krankheitsbild, das so bislang nur von Platanen bekannt war.

28.01.2019