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Online Mitarbeiter gewinnen

Noch nie war es so schwierig wie heute, neue Mitarbeiter zu rekruten: Über fast alle Branchen hinweg werden vom Azubi bis zum erfahrenen Spezialisten Menschen gesucht, umworben und im Zweifel beim Wettbewerb abgeworben. Bei den Motoristen sieht es sogar noch schwerer aus:

Den richtigen Mitarbeiter aussuchen
Die Qual der Wahl haben viele Betrieb aktuell nicht. Die meisten sind froh, gute Leute in Verkauf und Werkstatt zu bekommen und diese auch halten zu können. Das liegt an der generell schwierigen Arbeitsmarktsituation mit Vollbeschäftigung in einigen Regionen. Oft erreichen die Stellengesuche aber auch erst gar nicht die potenziellen Arbeitsnehmer oder sprechen sie schlicht nicht an.
Foto: Tumisu/Pixabay

Im Bereich der Land- und Baumaschinenmechatronik wird besonders stark gesucht nach neuen Mitarbeitern gesucht. Zusätzlich findet in der Branche seit Jahren ein Strukturwandel hin zu mehr Elektrokompetenz in Service und Werkstatt statt, der noch nicht von allen Betrieben komplett nachvollzogen wurde: Stichworte sind vor allem Mähroboter und Akkugeräte.

Dass offene Stellen von interessierten Angestellten heute vor allem anderen online gesucht werden, dürfte zwar seit Langem eine Binsenweisheit sein. Wie man sich aber als Unternehmen online bestmöglich präsentiert, ist immer noch gut sichtbar eine offene Frage.

Online-Recruitment richtig gemacht

Die allermeisten Unternehmen – und zwar nicht nur in der Gartentechnik-Branche – haben die klassischen Stellenanzeigen nahezu 1:1 auf das Internet übertragen. Manchmal wird sogar einfach nur die Zeitungsanzeige abfotografiert und online gestellt. Das Netz bietet dabei unglaublich viele Möglichkeiten, für das Medium angepasst und dadurch viel besser, effizienter und obendrein günstiger zu präsentieren. Vor allem erwarten aber potenzielle Mitarbeiter heutzutage eine völlig andere Ansprache, der Rechnung getragen werden sollte.

1. Es bieten sich letztlich unbeschränkte Möglichkeiten zur multimedialen Präsentation des eigenen Unternehmens, der Unternehmenskultur und ganz zuletzt auch der konkreten Position, die besetzt werden soll. All das hilft auch im Hinblick auf die Kundschaft.

2. In einem Markt mit stark gesuchten Arbeitnehmern und massenhaft offenen Stellen müssen die Vorzüge des eigenen Unternehmens aber nicht nur ganz real existieren sondern ebenso deutlich kommuniziert werden – am besten durch die eigenen Kollegen.

Der richtige Mitarbeiter kann auch das Gesicht des Unternehmens sein und die Kundenbindung unterstützen. Wie das gemacht wird finden Sie in der Ausgabe 05.2018 von Motorist. Und wenn Sie noch kein Abo haben, dann testen Sie MOTORIST als Mini-Abo.


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Mehr sein als scheinen?

Bescheidenheit ist eine Tugend und nicht zufällig seit den alten Römern ein wertvoller Anspruch, den man sinnvoll an sich stellen kann. Zu viele Unternehmen verstecken hier aber Untätigkeit, denn für eine Organisation ist es enorm wichtig, richtig und attraktiv wahrgenommen zu werden: als Partner und Arbeitgeber!

Bei sehr vielen Motoristen kann man jedoch schon auf der Website sehen, dass die eigene Marke, das eigene Unternehmen, die eigenen Mitarbeiter nicht wirklich im Mittelpunkt der Kommunikation stehen. Und das merken nicht nur Kunden, sondern eben auch potenzielle Beschäftigte! Wer vor allem anderen von den verkauften Produkten spricht und nur begrenzt über die eigenen Leistungen, insbesondere die Dienstleistungen von der Beratung über den Service bis zur Werkstatt, der wird auch vor allem anderen als Händler wahrgenommen.

Kunden suchen aber ganz gezielt nach einem Partner vor Ort. Und Angestellte werden eben nicht nur für den Verkauf gebraucht und gesucht, sondern noch viel stärker für Service und Werkstatt. Mehr sein als scheinen ist daher nur eine begrenzt gute Idee, zumindest so lange nicht, wie der eigene Markenkern nicht wirklich klar und deutlich sowohl bei Kunden als auch potenziellen Beschäftigen ankommt.

Das Unternehmen richtig verkaufen!

Aktiv Bewerber ansprechen.
Kleiner Unternehmen müssen potenzielle Bewerber aktiv ansprechen damit sie auch wahrgenommen werden.
Foto: Diwou/Pixabay

Bevor also die nächste Stellenanzeige online geht, sollte ganz bewusst und gezielt Zeit in die Unternehmenspräsentation gesteckt werden. Es reicht nicht aus, wenn Sie und Ihre Kollegen wissen, womit Sie sich den ganzen Tag beschäftigen, welche Dienstleistungen Sie wie erbringen, wie Sie sich fortbilden, wie Sie am Ball bleiben. Ihre Website sollte gleich von der Startseite aus natürlich zu den Produkten führen, die Sie verkaufen. Aber genauso präsent sollten Sie als Unternehmen samt Ihren Kollegen sein! Keine plumpen Behauptungen – “Wir sind die Geilsten!” – sondern über die Darstellung der für Ihre Kunden besonders wichtigen und real erbrachten Leistungen, also vor allem: Beratung, Service, Werkstatt.

Mit jeder Zeile Text über Ihre Dienste, mit jedem Foto von Ihren Tätigkeiten, vor allem aus der Werkstatt und vor Ort beim Kunden, mit jedem Video von Vorführungen, Installationen und Reparaturen präsentieren Sie sich als genau der Partner, den Ihre Kunden suchen und verdeutlichen potenziellen Angestellten, wen Sie brauchen und wie breit und spannend Ihre Tätigkeitsfelder sind.

(Auch) Arbeitgebermarke sein

Neudeutsch wird seit Jahren gerne vom sogenannten “Employer Branding”, also der Arbeitgebermarkenbildung gesprochen. Und das ist alles richtig und wichtig. Aber in der praktischen Kurzform bedeutet es nichts anderes, als einerseits darzustellen, was und wie Sie arbeiten – das interessiert immer auch Ihre Kunden! -, und zusätzlich noch etwas über die Arbeitsbedingungen, die “Unternehmenskultur” zu schreiben.

Investieren Sie Zeit in das, was Sie über Jahre, Jahrzehnte oder sogar Generationen aufgebaut haben: Ihren guten Namen, Ihre herausragende Ausbildung, Weiterbildung und damit Kompetenz, Ihr Know-how rund um die Produkte, die Sie verkaufen. Zeigen Sie gleich online, was Sie können – und begeistern Sie damit eben auch potenzielle Mitarbeiter, damit diese bei Ihnen einsteigen wollen.

Sie können hier überhaupt nicht verlieren, selbst wenn Sie aktuell keine neuen Angestellten suchen: Wenn Sie Ihr Leistungsportfolio und Ihre Leistungsfähigkeit präsentieren, machen Sie immer auch Werbung im Hinblick auf Kunden und Interessenten!

Investieren Sie daher in wirklich gute Texte, Fotos, Videos: Die halten mindestens drei bis fünf Jahre, häufig noch viel länger, und haben – professionell gemacht – deutlich mehr Wirkung nach außen. Lassen Sie aber zusätzlich immer auch Ihre Beschäftigten zu Wort kommen: Diese sind die glaubwürdigsten Referenzen für das Arbeitsklima und für Interessenten obendrein die möglichen Kollegen von morgen!

Die konkrete Stellenanzeige

Ganz egal, wo letztlich konkrete Stellenanzeigen geschaltet werden: Diese sollten immer deutlich auf die hervorragende Unternehmens Website verweisen, auf der sich umfangreiche Informationen über das Aufgabenfeld und die Arbeitsabläufe in Wort, Bild und Film finden.Sinnvoll ist es daher auch, eine Landingpage anzulegen, auf der noch einmal explizit für potenzielle Mitarbeiter erklärt wird: “Wie wir zusammenarbeiten” – also parallel zu den einzelnen Dienstleistungen, auf die zwar verlinkt wird, die aber primär in Richtung Kunde sprechen. Die Seite wird dann direkt in der Stellenanzeige genannt und verlinkt selbst wieder auf sämtliche aktuellen Gesuche; etwa: www.mein-unternehmen.de/zusammenarbeit .

DIY-Stellenmarkt

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Zum Stellenmarkt

Während auf der eigenen Website letztlich unbeschränkt und detailliert beschrieben werden kann, wer für was gesucht wird, kann die Stellenanzeige, die natürlich ebenfalls in die Nachrichten auf der eigenen Website gehört, immer nur anfüttern, nur begrenzt erklären, worum es wirklich geht. Die Stellenanzeige sollte selbstverständlich den formalen Anforderungen entsprechen, kurz und knackig auf den Punkt kommen und nichtsdestotrotz den Geist der Zusammenarbeit im Unternehmen verdeutlichen. Da häufig viel Geld in die Anzeigen gesteckt wird, sollte über eine Investition in einen professionellen Text nachgedacht werden, der dann mit hoher Wahrscheinlichkeit Geld bei den Anzeigenschaltungen einspart.

Aufmerksamkeit generieren

Selbstverständlich geht die Stellenanzeige zuallererst auf der eigenen Website in der Nachrichtensektion online und wird über alle eigenen Kanäle von Facebook über Twitter, Instagram, YouTube und bis zum eigenen E-Mail-Newsletter verbreitet. Gleiches gilt für eine Nennung bei der Agentur für Arbeit. Am allerwichtigsten aber: Die eigenen Kollegen sollten vom Azubi bis zum Geschäftsführer aktiv bei der Verbreitung helfen: sowohl im Gespräch mit Familie und Bekannten – aber ganz besonders über alle Socia-Media-Kanäle, die sich individuell im Einsatz befinden. Erst wenn sich nach einigen Wochen bemerkbar macht, dass das eigene Netzwerk nicht ausreicht, um den gewünschten neuen Kollegen zu finden, sollte angefangen werden, zu investieren. Zunächst im lokalen und regionalen Rahmen, also in Stellenanzeigen-Märkten. Danach durch entsprechende Anzeigen auf Facebook und gegebenenfalls Xing. Im Zweifel nachfolgend bei den großen Spielern wie etwa: StepStone, Monster, Jobware, MeineStadt.de.

Gerrit Eicker

16.10.2018

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