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Robotermäher - Boom lässt alle teilhaben

Der stark wachsende Markt für Roboterrasenmäher stellt Hersteller und Händler gleichermaßen vor neue Herausforderungen. Die Chancen an diesem Aufstieg teilzuhaben und zusätzliche Umsätze zu generieren sind für Motoristen außerordentlich gut – wenn sie bereit sind, sich diesen Anforderungen zu stellen!

Husqvarna H350 Robotermäher
Foto: Husqvarna

Roboterrasenmäher sind in aller Munde. Kaum ein anderes Motorgerät hat in den vergangenen Jahren ein so rasantes Wachstum hingelegt wie diese Maschinen.

Die Hauptvorteile dieser Geräte liegen neben ihrem automatischen Betrieb, vor allem in ihrer Mulchfunktion des Grasschnittes. Weil nur immer die obersten Spitzen der Halme abgeschnitten werden, verrottet das Schnittgut immer vollständig innerhalb weniger Tage. Die Mähintervalle sind bei allen Mähern variabel einstellbar und die Geräte sind durch PIN-Code und Alarmsignale gegen Diebstahl sowie unsachgemäßen Gebrauch geschützt. Ein geringer Stromverbrauch und ein geringes Geräusch beim Mähen werden weiterhin als Vorteil gewertet. Stoß- und Hebesensoren sorgen für einen sicheren Betrieb, da sie beim Anstoßen oder Hochheben des Mähers das Messer sofort stillsetzen.

Sicherheit von Mährobotern

In der Vergangenheit gab es für diese Geräteklasse keine spezielle Prüfvorschrift. Nach mehrjährigen Vorbereitungen in verschiedenen Gremien liegt nun der finale Normentwurf vor, der nicht nur das ordnungsgemäße Funktionieren der Sensoren, sondern alle maßgeblichen „Gefährdungen, die von batteriebetriebenen Roboterrasenmähern und ihren Peripheriegeräten ausgehen und deren Vermeidung, wenn sie wie vorgesehen und unter vernünftigerweise vorhersehbaren Bedingungen einer Fehlanwendung eingesetzt werden“, beschreibt.

Rasante Marktentwicklung

Der sich sehr dynamisch entwickelnde Markt wird von relativ wenigen Herstellern bedient. Dies lässt sich dadurch erklären, dass die Entwicklung einer funktionierenden Software sehr aufwendig und zeitintensiv ist und nur wenige Hersteller bereits vor Jahren erkannt haben, welche Veränderungen sich zukünftig auftun werden. In der letzten Zeit haben sich neue Anbieter aus Fernost am Markt gezeigt.

Die deutsche Marktgröße für Roboterrasenmäher wächst weiterhin sehr stark. So gaben die Hersteller – von uns befragt - die aktuelle Marktgröße von sicherlich konservativ geschätzten 25.000 verkauften Roboterrasenmähern bis hin zu über 50.000 Einheiten an. Die Steigerungsraten wurden von allen Befragten für dieses und auch noch für das Folgejahr zweistellig, von einigen auch mit einem Plus von 50 % für 2016, angegeben.

In unserem obligatorischen Marktfragebogen, den wir wieder allen Herstellern zukommen ließen, haben wir weitere Fragen gestellt, deren Antworten nachfolgend zusammengefasst sind.

Wo kaufen die Anwender am liebsten Roboterrasenmäher? Bei der Antwort auf diese Frage, decken sich die Aussagen der Hersteller mit den Erhebungen der Gesellschaft für Konsumforschung (GFK).

Roboter weiter auf dem Vormarsch

Im Gegensatz zu dem Rückgang bei Schiebemähern und Traktoren konnten Roboterrasenmäher ihren in den letzten Jahren bereits begonnenen Aufstieg weiter fortsetzen und ihre Marktanteile stark ausbauen. So werden bei den Motoristen zwischenzeitlich knapp 19 % des Umsatzes bei Mähern mit dem Verkauf von Robotern erzielt!

Für die Motoristen ist es weiterhin erfreulich, dass sie mit einem Anteil von 76,6 % am Gesamtumsatz nach wie vor den unbestritten größten Anteil am Wert bestimmen.

Die GFK hat in ihrer detaillierten Untersuchung auch die Verteilung der Schnittbreiten von Mährobotern untersucht. Dabei überrascht es nicht, dass überwiegend Schnittbreiten zwischen 20 und 25 cm verkauft werden. Mit großem Abstand folgt die Schnittbreitenklasse bis zu 30 cm.

Die Schnittbreiten und Motorleistungen der Roboter sind im Gegensatz zu den verbrennungsmotorisch betriebenen Mähern kein Verkaufsargument. Die von den Geräten maximal gepflegten Rasengrößen, die Anfälligkeit und das Verhalten bei Störungen im automatischen Betrieb, Wartungsfreiheit sowie gegebenenfalls noch die Akkukapazität zählen hier zu den Dingen, die beim Verkauf ausgelobt werden.

Gefahr im Verzug

Die guten Nachrichten für den Fachhandel dürfen aber nicht den Blick auf die aktuellsten Entwicklungen vernebeln, die im Robotermäher-Chart der GfK lauern. Beim Wert und bei der verkauften Menge hat der Motorist im zuletzt erfassten Halbjahr einiges an Boden verloren. Gewinner waren zum einen die Baumärkte, aber auch die Warenhäuser/Versender. Sie liefern bekanntlich die Geräte ohne Installation an den Kunden. Und wenn sich beim Motoristen nur wenige dieser Kunden melden, um ein nachträgliches Angebot zur Installation nachzufragen, dann zeigt dass, das die Geräte von den Hersteller immer installationsfreundlicher ausgeliefert werden. Sollte das der Fall sein, dann dürfte der Fachhandel in nächster Zeit noch deutlich mehr Marktanteile verlieren.

Weitere Merkmale von Mährobotern

Das Wissen, welche Verweilzeit der Mäher üblicherweise auf dem Rasen zubringt, ist für den Kunden von Bedeutung. Deshalb haben wir in unserer Vergleichsübersicht auch die beiden Werte „Automatische Mähzeit“ sowie das „Verhältnis von Mäh- zu Ladezeit“ aufgeführt. Bei der „Automatischen Mähzeit“ ist es als Unterscheidungskriterium interessant zu erfahren, ob ein Mäher zur gleichmäßigen Pflege eines Gartens mit beispielsweise 500 m², täglich 1 h oder 24 h aktiv sein muss. Denn es macht einen Unterschied, ob man den Rasen nicht mehr nutzen kann, weil der Mäher ständig unterwegs ist, oder ob er die Fläche bereits nach einem kurzen täglichen Einsatz optimal gepflegt hat.

Das Verhältnis von Mäh- zu Ladezeit sagt aus, welche Zeit der Roboter benötigt, um seinen Akku aufzuladen, und wie lange er anschließend mit seiner Batterieladung im Garten fahren kann. Benötigt er z. B. 5 h zum Laden und kann anschließend damit nur 1 h mähen, ist er in der Summe tagsüber 10 h an seiner Ladestation und nur zweimal je eine Stunde im Mähbetrieb. Stehen beide genannten Werte aber in einem gut aufeinander abgestimmten Verhältnis, ist größtmögliche Effektivität des Systems gegeben.

Welches Sortiment?

Ausschlaggebend für den Motoristen, welche Hersteller er in sein Sortiment aufnimmt, sind sicherlich nicht nur die zu erzielende Verdienstspanne beim Verkauf, sondern auch der Erlös, der sich durch die Installation des Systems im Garten erzielen lässt. Dabei stellen sich zwei Fragen: Können die Robotermäher problemlos und schnell installiert werden und benötigen sie durch einen störungsfreien Betrieb keine Nachbesserungen der Installation? Denn bleiben wiederholte Beschwerden der Kunden diesbezüglich aus, werden beide Seiten, Motorist und Kunde, zufrieden sein.

Last but not least hat sicherlich der Chic-Faktor der Roboter und der aktuelle Zeitgeist, der einen aufgeräumten Garten mit möglichst geringem Arbeitsaufwand fordert, zur rasant gestiegenen Beliebtheit der Mähroboter beigetragen.

Zukünftige Entwicklungen

Die Reduzierung der Lautstärke beim Betrieb eines Rasenmähroboters wird zukünftig ein Thema sein. Für die Hersteller ist wahrscheinlich der Wegfall des Schleifenkabels erstrebenswert, weil damit ein günstigerer Roboterpreis möglich wäre, der wiederum weitere Käuferschichten erschließen würde.

Schon jetzt ist zu erkennen dass mehrere Hersteller mit mobilen Apps den Zugang zum Roboter und die teilweise Steuerung der Mäher anbieten. Weitere Schritte in diese Richtung und ausgefeilte Anwendungen werden sicherlich folgen.

Gründe für den Verkaufserfolg

Rasenmähroboter erleichtern die Pflege des Rasens enorm. Doch bei aller Perfektion der Maschinen arbeiten sie immer noch in Gärten, die so individuell sind wie ihre Besitzer. Verschiedene Maßnahmen, wie das robotergerechte Anlegen des Gartens und das Verlegen von Rasenkantensteinen reduzieren Nacharbeiten auf ein Minimum, eliminieren sie aber nicht völlig. Dies sollte beim Verkaufsgespräch in den Verkaufsräumen des Motoristen, aber auch bei der Besichtigung im Garten immer erwähnt werden. Werden nämlich übertriebene Erwartungen an eine vollautomatische Pflege des Gartens geweckt, die dann nicht eintreffen, hat das einen unzufriedenen Kunden zur Folge.

Beschäftigung mit Robotern lohnt sich

Der derzeitige Boom lässt alle am Markt partizipieren, ohne dass die Hersteller sich gegenseitig groß behindern.

Die Motoristen, die rechtzeitig auf den Zug „aufgesprungen“ sind und ihre Kapazitäten auf elektronische Geräte umgestellt haben, und damit rechtzeitig das dafür nötige Knowhow inklusive sachkundiger Beratung und Installation erworben haben, konnten voll an diesem Marktwachstum partizipieren. Zusätzliche gute Geschäfte können durch Installationen und den Verkauf von Folgegeräten gemacht werden. Und noch einen äußerst wichtigen Punkt betonen erfolgreiche Robotermäher-Fachhändler immer wieder: Bei den Ortsbegehungen in den Gärten können sie erstmals weiteren Bedarf an Motorgeräten vor Ort ermitteln. MV

Auszug aus einem Beitrag, der in MOTORIST 5/15 erschienen ist.

21.10.2015