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Sabo meldet sich zurück

Sabo möchte in diesem Jahr um 25 Prozent wachsen. Möglich machen sollen dies ein neues Akkusortiment, weitere Internationalisierung und die Investition in neue Produkte. Als Kurzfristmaßnahme wurde der Frühbezug bis Ende März verlängert.

Fatmir Veselaj (li.) und Peter Nortmann (re.)
Sechs Monate nach der Übernahme ist die neue Sabo-Führung guter Dinge angesichts des bisher erfreulichen Geschäftsvrelaufs.
Foto: Sabo

Insbesondere die Verlängerung des Frühbezugs um vier Wochen bis zum 31.März dürfte dem Handel gefallen. Das neue Sabo-Management möchte damit das Risiko der Händler, die derzeit geschlossen haben, minimieren und sich gleichzeitig als relevanter Partner am Markt zurückmelden. Dementsprechend wurden kurzfristig auch die Zahlungskonditionen angepasst. „Durch den anhaltenden Lockdown können unsere Partner im täglichen Geschäft nicht wie gewohnt agieren und Potentiale nicht optimal ausnutzen. Diese verlorene Zeit wollen wir durch zusätzliche Flexibilität und Planungssicherheit gerne kompensieren“, so Vertriebschef Peter Nortmann.

Guter Saisonverlauf

Erfreulicherweise habe das Unternehmen, das vor sechs Monaten von John Deere an die Beteiligungsgesellschaft Mutares ging, eine positive Entwicklung genommen, die so nicht zu erwarten war, heißt es aus Gummersbach. Demnach zeigten die Reduzierung des Portfolios, Preisanpassungen, Kostensenkungsmaßnahmen, Personalabbau und die vorangetriebene Internationalisierung Wirkung. So konnte im Januar 2021 nach gut 5 Jahren erstmals wieder ein positives Betriebsergebnis auf Monatsbasis erwirtschaftet werden. Laut Geschäftsführer Fatmir Veselaj ein „kleiner, aber wichtiger Erfolg für das Unternehmen“. Profitiert habe Sabo 2020 besonders vom klaren Trend zu hochwertigen Qualitätsprodukten bei denen Verbraucher auch bereit gewesen seien, ein gerechtfertigtes Preispremium zu zahlen.

Starkes Wachstum angepeilt

Die gute Entwicklung beflügelt weiterhin: Um 25 Prozent will Sabo in diesem Jahr zulegen. Veselaj ist aufgrund der Erfahrung aus den zurückliegenden sechs Monaten überzeugt, dass dies zu schaffen ist, wenngleich Sabo sich in einem Wandel befindet, wie ihn das mittelständische Unternehmen zuvor nicht kannte. Aufbauend auf den erfolgreichen Restrukturierungsmaßnahmen sei der Start in das Jahr 2021 sehr erfreulich verlaufen. Der Umsatz im Januar/Februar sowie die gut gefüllten Auftragsbücher für die nächsten Monate bestätigten das Vertrauen der Fachhandelspartner in die Marke. Nun will man weiter gezielt investieren. Den Auftakt macht eine neue Akku-Handheldlinie mit Kettensäge, Laubsauger, Rasentrimmer sowie eine Heckenschere, die Sabo im März in den Handel bringt. Alle neuen Handgeräte sind kompatibel mit dem bestehendem Akku System der Sabo Rasenmäher und sollen für neue Kunden eine attraktive Eintrittsmöglichkeit in die Sabo-Welt bieten. Ebenso seien sie eine ideale Ergänzung für Verbraucher, die bereits einen Akku-Rasenmäher der Marke besitzen. Die Gummersbacher arbeiten zudem mit Hochdruck an weiteren Produkten, die das Portfolio zeitnah ergänzen sollen.

Rückkehr ins Roboter- und Rider-Segment

Im Fokus hat man Rasenroboter und Aufsitzmäher. Insbesondere in letztgenannter Range möchte Sabo sehr schnell mit einer Lösung auf den Markt kommen, auch wegen der zielgerichteten Nachfrage. Die Wiedereinführung des Aufsitzmähers sei ein „sehr attraktives Projekt, um die Position von Sabo in dem Markt zu stärken und auszubauen“, betont Veselaj, zumal der Aufsitzer von vielen nationalen und internationalen Fachhandels-Partnern angefragt werde. Schon in den nächsten zwei Jahren will er ein entsprechendes Produkt auf Markt bringen. Neu positionieren will sich Sabo im Robotersegment. Hier sieht man mit Blick auf die zurückliegenden Jahre durchaus Verbesserungspotenzial. In Gummersbach wird daher bereits ebenfalls an einer Neuauflage gearbeitet. Veselaj sieht Sabo hier trotz starker Wettbewerber und begrenzten Ressourcen ebenfalls auf einem guten Weg. So arbeite man mit externen Partnern bereits an der Realisierung. Eine finale Entscheidung zum Markteintritt sei noch nicht getroffen. Dennoch ist Veselaj zuversichtlich, in Zukunft attraktive Modelle anbieten zu können.

Akkustrategie und Internationalisierung

Auch zu einer Akku-Lösung positioniert Sabo sich. Hier werden laut Veselaj aktuell diverse Partnerschaften geprüft. Großer Wunsch sei es, „sehr zeitnah“ eine Sabo-einheitliche Akku-Lösung anzubieten und somit die Kompatibilität über alle Produkte sicherzustellen. Aus Rentabilitätsgründen arbeitet man hier ebenfalls mit externen Partnern zusammen und hofft, schon in den nächsten Monaten das weiterentwickelte Angebot präsentieren zu können. Mit Hochdruck vorangetrieben wird derzeit das internationale Geschäft. So habe man seit vergangenem September vielfältige Kontakte zu neuen Fachhandels- und Distributionspartnern anstoßen können. Bisher konnten 12 neue Märkte erschlossen werden, darunter Italien, Frankreich, Tschechien, Polen und Irland. In weiteren 15 Ländern laufen die Vorbereitungen. Peter Nortmann sieht Sabo dabei auf dem richtigen Weg: „Im September haben wir die internationale Expansion als eines unserer Kernziele definiert – sechs Monate später haben wir unsere Marktpräsenz international mehr als verdreifacht. Diese enorm gesteigerte Markenpräsenz wird auch die Wahrnehmung im Heimatmarkt beflügeln. Überdies unterstreicht es die Möglichkeiten, die wir als mittelständisches Unternehmen mit unserem neuen Eigentümer Mutares in der schnellen Realisierung unserer Ziele haben.“

19.02.2021