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Schmutzwasserpumpen: Interessantes Zusatzsortiment

Ein im Motoristen-Fachhandel noch selten geführtes, dabei aber wegen ihres Servicepotenzials durchaus lukratives Segment sind professionelle Tauchpumpen – besonders solche, die auf Baustellen und bei Hochwasser zum Einsatz kommen.

Mögliche Anwendung auf einer Baustelle. Neben Tsurumi bieten unter anderem Alko, Avag, Grindex und Metabo Schmutzwasser-Tauchpumpen an.
Mögliche Anwendung auf einer Baustelle. Neben Tsurumi bieten unter anderem Alko, Avag, Grindex und Metabo Schmutzwasser-Tauchpumpen an.
Foto: Tsurumi

Der Einsatzbereich von Tauchpumpen ist größer als man im ersten Moment annehmen möchte. Denn sie kommen nicht nur bei vollgelaufenen Kellern zum Einsatz. Auch das Abpumpen von Regenwasser aus einem Sammelbehälter, das Fördern von Wasser aus der Zisterne, der Einsatz rund um Schwimmbad, Teich und Sickergrube stellen mögliche Anwendungsfelder dar.

Grob gesagt finden Tauchpumpen überall dort Verwendung, wo Wasser ab- oder gänzlich weggepumpt werden muss, aus tiefen Behältern ebenso wie aus flachen. Entsprechend groß ist das Angebot. Die Produkte unterscheiden sich dabei zum einen in der Qualität und damit nicht selten in der Lebensdauer, zum anderen hinsichtlich ihres Einsatzzwecks. So sind nicht alle Tauchpumpen gleichzeitig für Schmutzwasser geeignet. Andere wiederum verfügen sogar über die sogenannte Flachsaugfunktion und können dadurch eingesetzt werden, um einen Raum oder Behälter quasi nahezu trockenzulegen.

Einsatz entscheidet

Da nicht jede Schmutzwasserpumpe alle Flüssigkeiten gleich gut bewältigen kann, sollte die Beratung beim Einsatzzweck ansetzen. Erstes Kriterium ist so etwa die Art sowie der Grad der zu erwartenden Verunreinigung der abzufördernden Flüssigkeit. Hier spielt die Körnungsgröße eine wichtige Rolle.

Es gilt: Mit steigendem Verunreinigungsgehalt muss die Motordrehzahl abnehmen, damit die Pumpe nicht überlastet wird. Denn je höher der Verschmutzungsgrad des Fördermediums ist, desto „zäher“ läuft die Pumpe. Ein Schnellläufermotor hätte damit Probleme, da er eher blockiert und die Gefahr besteht, dass er stark abgewürgt wird und Schaden nimmt. Ein Langsamläufer (1450 U/min) dagegen hat ein höheres Drehmoment anliegen und kommt daher damit besser zurecht. Außerdem besitzen einige Schmutzwasserpumpen Schneideinrichtungen zum Zerkleinern der Verschmutzungen. Was sich zunächst günstig anhört, würde oben beschriebenes Problem noch verschärfen.

Auch sollte zwischen Süß- oder Salzwasser unterschieden werden. Ebenso wichtig ist die zu bewältigende oder angestrebte Fördermenge. Diese sollte immer im Zusammenhang mit der Förderhöhe betrachtet werden. Grundsätzlich entspricht die Fördermenge in den Produktbeschreibungen nicht unbedingt der Realität, da diese der Vergleichbarkeit halber mit Klarwasser ermittelt wird, was in der Praxis jedoch oft nicht der Fall ist.

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Von Schlürfbetrieb bis Rührwerk

Im Garten- und Landschaftsbau, beim Havarie-Einsatz oder in der kommunalen Anwendung sind ohnehin meist andere Kriterien entscheidender. An erster Stelle wäre hier die Option auf den Schlürfbetrieb zu nennen: Die Pumpen müssen, ohne Schaden zu nehmen, in der Lage sein, neben Wasser auch zeitweise Luft zur Kühlung zu nutzen (Be- und Entlüftung). Pumpen ohne dieses Feature blockieren aufgrund mangelnder Kühlung schneller (Trockenlaufsicherung). Ist ein unregelmäßiger Wasserstand zu erwarten oder muss die Pumpe unbeaufsichtigt laufen, sind Niveausensoren von Vorteil. Diese ermöglichen entsprechend dem Wasserpegel das selbstständige An- und Ausschalten der Pumpe. Besonders bei großen Pumpen im Schmutzwasserbereich sollte diese Funktion jedoch mit einem Frequenzumrichter gekoppelt sein, der dann für einen sanften Wiederanlauf sorgt, zu finden zum Beispiel beim Anbieter Tsurumi.

Wenn langfaserige Feststoffe wie Textilien oder Zweige zu erwarten sind, etwa beim Einsatz in der Landwirtschaft, dem Gartenbau oder bei Hochwasser, sollten die Pumpen einen größtmöglichen freien Durchlass besitzen. Vorgeschaltete Schneidwerke zerkleinern dann die genannten Feststoffe in eine förderfähige Struktur. Feste Bestandteile wie Steine würden dieses Bauteil jedoch zerstören. Bei besonders hohem Verunreinigungsgehalt, etwa bei Schlämmen oder dem Sandfang eines Klärwerks, kommen daher Pumpen mit einem vorgeschalteten Rührwerk zum Einsatz.

Wichtige Features

Unabhängig vom Einsatzzweck und der Fördermenge ist bei einer professionellen Schmutzwasserpumpe, die zuverlässig bei Überschwemmungen, Baugrubenüberflutung oder Abwasserhavarien ihren Dienst leisten soll, auf folgende Basis-Features zu achten.

Das Pumpengehäuse sollte aus korrosionsfestem, dickwandigem und gewelltem Stahl- oder mit Verstärkungsrippen versehenem Gusskörper bestehen. Andernfalls würden die im Bau- und Kommunalbereich auftretenden Stoßbelastungen nicht abgefangen. Zudem unterstützt diese Bauform die Kühlung. Standardmäßig kühlt sich die Schmutzwasserpumpe selbstständig durch das durchfließende angesaugte Wasser. Wird der Wasserfluss unterbrochen, muss zusätzlich Luft zur Kühlung ins Pumpengehäuse geführt werden. Das realisieren Ventile in der Außenhülle, die sich bei Wassermangel sofort automatisch öffnen.

Um den Motor vor Überlastung zu schützen, besitzen hochwertige Pumpen einen doppelten Motorschutz. Dieser misst sowohl den Stromfluss als auch die Temperatur in der Motorwicklung. So wird sichergestellt, dass bei Störungen jeder Art, etwa einer Laufradblockade, Überlastung, Zuleitungsschäden oder Überspannung, der Motor nicht durchbrennt. Damit der Motor nicht durch Wassereintrag einen Kurzschluss erleidet, kommt zudem der Motorgehäusedichtung eine besondere Bedeutung zu.

Diese wie beim Model Avag PN 21 als Gleitring aus Siliziumkarbid ausgeführte Abdichtung ist sehr verschleißfest, temperaturbeständig und langlebig. In vielen Modellen findet man sie doppelt ausgeführt. Auch läuft sie häufig im Ölbad. Dies unterstützt gleichzeitig die lageunabhängigen Laufeigenschaften der Pumpe, die dann sowohl stehend als auch liegend eingesetzt werden kann.

Entscheidende Details

Auch auf Kleinigkeiten wie Griff oder Ösen sollte geachtet werden. Tatsächlich findet man auch im mittleren und hohen dreistelligen Preissegment Modelle, die Griffe in Blech- oder Kunststoffgussausführung besitzen. Wenn sich so eine gut und gerne 20 Kilogramm schwere Pumpe dann zum Beispiel beim Rausziehen verhakt, kann das mit einer derartigen Halterung im teuren Fiasko enden. Da, um Verstopfungen zu vermeiden, der freie Durchgang im Pumpenbereich größtmöglich sein soll, sollte das Wirbelrad hoch angebracht sein. Vortex-Wirbelräder, wie sie zum Beispiel bei den Modellen Metabo SP 24-46SG oder Alko Drain 20000D zum Einsatz kommen, haben zusätzlich noch einen hohen Selbstreinigungseffekt.

Wird hauptsächlich sandiges Wasser gefördert, sind Pumpen mit austauschbarer innerer Verschleißschicht oder verschleißfester Innenkeramikbeschichtung von Vorteil. Ansonsten wird die schmirgelnde Wirkung der Beimengungen zum vorzeitigen, kostenintensiven Austausch des gesamten Pumpengehäuses führen.

Werden mehrere Pumpen benötigt, ist ein Hersteller gefragt, der im Baukastensystem fertigt. Das hat den Vorteil, dass viele Bauteile wie Welldichtringe, Ansaugkorb oder Wirbelräder dann einheitlich sind. Dies wiederum vereinfacht die Ersatzteilvorhaltung und den schnellen Austausch vor Ort.

Und noch ein kleiner Praxistipp: Viele Hersteller bieten auch Mietpumpen an. Das ermöglicht, ohne Kaufzwang bei unterschiedlichen Einsätzen die optimale Pumpenkonfiguration zu ermitteln.

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11.05.2020

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