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Stationärer Handel gestärkt

Der stationäre Einzelhandel gewinnt in Zeiten von steigenden Onlineshopping-Angeboten insbesondere in Deutschland wieder an Bedeutung, wie eine Studie, die das Beratungsunternehmen PwC durchgeführt hat, nahelegt. Es jedoch auch das ein oder andere 'Aber'.

PwC-Studie EH
Vor allem in Deutschland wieder stärker: Der stationäre Einzelhandel.
Foto: PwC

Grundlage der Daten ist das 'Global Consumer Insights Survey 2018', für den die Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC über 22.000 Verbraucher in 27 Ländern befragt hat, darunter 1.000 Deutsche. Laut Studie, über die unter anderem unser Schwestermedium baumarkmanager berichtet, liegt der Anteil der deutschen Verbraucher, die mindestens einmal pro Woche im stationären Geschäft einkaufen, bei knapp 60 Prozent – und damit deutlich höher als noch vor zwei Jahren (46 Prozent) und im europäischen Durchschnitt (43 Prozent). Trotz aller digitalen Vernetzung kaufen auch jüngere Konsumenten häufig und gern im stationären Handel ein.

Aber!

Obwohl die deutschen Verbraucher den stationären Einzelhandel rege nutzen, steigt ihre Unzufriedenheit mit dem Erlebnis im Laden in mancherlei Hinsicht. Nur noch rund die Hälfte der Befragten ist der Meinung, dass das Verkaufspersonal über umfassendes Sortimentswissen verfügt. 2017 lag dieser Anteil noch bei 58 Prozent. Das Laden-Design halten aktuell nur 39 Prozent der Befragten für ansprechend (2017: 52 Prozent).

Gleichzeitig stehen die Chancen für auf künstlicher Intelligenz (KI) basierende Geräte günstig, auch wenn diese sich noch in einem frühen Entwicklungsstadium befinden. Zwar gibt nur rund jeder Zehnte an, bereits KI-basierte Geräte, etwa Roboter oder digitale Assistenten wie Amazon Echo oder Google Home, zu nutzen. Ein Viertel berichtet jedoch über Pläne, ein solches Gerät zu kaufen. „Für den stationären Handel ist das eine ernsthafte Gefahr, weil digitale Assistenten eine seiner letzten Bastionen, nämlich die persönliche Beratung, direkt angreifen“, warnt Christian Wulff , Leiter des Geschäftsbereichs Handel und Konsumgüter bei PwC.

Mit der Beliebtheit innovativer Technologien steigt bei den deutschen Verbrauchern die Sorge um die Sicherheit ihrer persönlichen Daten. In der Folge passen sie ihr Kaufverhalten an, um das Risiko des Datenmissbrauchs zu verringern: 59 Prozent setzen auf Zahlungsanbieter, denen sie vertrauen; die Hälfte nutzt nur vertrauenswürdige Webseiten und 44 Prozent minimieren die Datenmenge, die sie externen Anbietern preisgeben.

„Unsere Befragung zeigt, dass sich die Verbraucher große Sorgen um die Sicherheit ihrer Daten machen, die Unternehmen die Cyberrisiken zum Teil jedoch noch immer unterschätzen“, sagt Christian Wulff. „Das kann gravierende Folgen haben: Der materielle Schaden und der Vertrauensverlust beim Kunden sind nach einer Cyber-Attacke immens. Händler sind gefragt, das höchste Gut ihrer Kunden – Vertrauen – zu bewahren und die Datensicherheit jederzeit zu gewährleisten.“

08.10.2018