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Wesentliche Änderungen an Fachhandelsvereinbarung

Mit der Begründung eines sich ändernden Kundenverhaltens und neuer Rahmenbedingungen ändert Stihl aktuell seine bestehende Fachhandelsvereinbarung. Darüber informiert die Dieburger Zentrale aktuell in einem Anschreiben. Die Vertragsänderungen betreffen einige zentrale Punkte.

Heribert Benteler, Geschäftsführer der Stihl Vertriebszentrale.
Heribert Benteler, Geschäftsführer der Stihl Vertriebszentrale.
Foto: Stihl

In diesen Tagen geht dem Stihl führenden Fachhandel ein Anschreiben von Heribert Benteler und Andreas Epple aus der Dieburger Vertriebszentrale zu. Das Unternehmen suchte hierzu auch proaktiv den Kontakt zu MOTORIST. Fünf Punkte sind von der anstehenden Vertragsänderung betroffen.

1. Im Zuge des Markenwechsels von Viking zu Stihl sollen Viking-Produkte zeitnah abverkauft werden. Spätestens zum 31.12.2021 sollen sich die Händler verpflichten, gar keine Viking-Geräte mehr an den Mann zu bringen. Danach ist Viking als Marke nur noch im Rahmen des Reparaturservice nutzbar.

2. Relativ weich im Anschreiben formuliert ist der Hinweis zu Veränderungen, die den Vertrieb an Unterhändler betrifft. Man solle diesen gegenüber "eine umfassende Vorbildfunktion" wahrnehmen. Sie sollen betreffs Qualitätskriterien unterstützt werden.

3. Verkaufte Produkte sollen innerhalb von drei Arbeitstagen im Stihl-B2B-System registriert werden. Außerdem sollen angesichts der zunehmenden Vernetzung von Produkten die Händler einer Übergabe von Maschinendaten an Stihl zustimmen. Nicht gemeint sind, wie Heribert Benteler im Gespräch mit MOTORIST explizit hervorhebt, Kundendaten.

4. Große Einschnitte, die den Online-Vertrieb betreffen, gibt es unter anderem bei den Versandbestimmungen. So dürfen ab sofort alle Produkte mit Ausnahme der Motorsäge versandt werden. "Der Fachhändler muss dem Kunden jedoch vor dem Kauf und Versand auch weiterhin die Möglichkeit einer Beratung und Einweisung auf gewohnt hohem qualitativen Niveau anbieten (z. B. Online-Beratungs- und Einweisungshilfen oder Beratung und Einweisung über Telefon)." Hinzu tritt noch eine Regelung, die ganz klar zugunsten des Versandhandels ausgelegt ist. So können alle Produkte mit Ausnahme der Motorsägen in Originalverpackung, also nicht montiert, an den Kunden gesandt werden. Interessanterweise gilt das, wie MOTORIST auf Nachfrage erfährt, nicht für den Händler vor Ort. Dieser darf nach wie vor nicht unmontierte Benziner-Ware übergeben. Idee sei demnach, den Vorzug des stationären Handels hervorzuheben.

5. Was für Benziner nicht gilt, gilt aber für Elektro- und Akku-Geräte. Diese dürfen nun mit Ausnahme der Kettensägen auch in stationären Geschäften in Originalverpackung übergeben werden. Der Fachhändler muss in der Verkaufsstelle deutlich sichtbar für den Kunden auf die Möglichkeit einer Beratung, Einweisung und Montage hinweisen, damit der Kunde diese Fachhandelsleistungen auf Wunsch jederzeit in Anspruch nehmen kann.

09.04.2019

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