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Stihl und Akkutechnologie – ein Erfolg auf ganzer Linie

Ein dreistelliges Absatzwachstum im Akku-Segment beschert dem Waiblinger Unternehmen ein kräftiges Umsatzplus.

Stihl Herbst Pressekonferenz 2017
Stihl Herbst Pressekonferenz 2017

„Mit diesem zweistelligen Plus beschleunigen wir unseren Wachstumskurs. Besonders bei den Akku-Produkten haben wir eine überproportional starke Absatzsteigerung erzielt", erklärte Stihl Vorstandsvorsitzender Dr. Bertram Kandziora bei der Herbst-Pressekonferenz in Waiblingen. Nach Aussagen Kandzioras hat sich allein die Menge an Akkugeräten im letzten Jahr verdreifacht. Für das nächste Jahr erwartet der Vorstandschef ein zweistelliges Wachstum im Akkugeschäft.

Der Umsatz der Stihl Unternehmensgruppe im laufenden Jahr stieg von Januar bis August um 11,9 Prozent auf 2,7 Milliarden Euro. Bei unveränderten Wechselkurseffekten hätte das Wachstum 10,7 Prozent betragen. Er betonte: „Wir haben die Kraft, weiterhin stark zu wachsen, und wollen unsere Technologieführerschaft ausbauen." Stihl forscht und entwickelt derzeit nicht nur intensiv in den Bereichen Akku-Technologie und Connected Products, sondern will auch bei Benzin-Produkten neue Maßstäbe setzen. „Wir arbeiten gegenwärtig an der weltweit ersten Motorsäge mit elektronisch gesteuerter Kraftstoffeinspritzung", verkündete der Vorstandsvorsitzende. Im Handel wird diese Säge dann nach Aussagen des Unternehmens voraussichtlich im Herbst 2018 sein.

Weltweites Wachstum – erhöhte Nachfrage nach Benzin- und Akku-Produkten
Besonders der US-amerikanische Markt und Westeuropa waren in den ersten acht Monaten Wachstumstreiber für die Stihl Gruppe. Das ist vor allem auf die große Nachfrage nach Akku-Produkten zurückzuführen – sowohl von Privatanwendern als auch von Profis. „Das Absatzwachstum im Akku-Segment ist überproportional und liegt im dreistelligen Bereich", sagte Dr. Kandziora. „Doch auch im Benzin-Geschäft sind wir weiterhin stark. Hier verzeichnen wir ein zweistelliges prozentuales Absatzwachstum." Der russische Markt hat sich stabilisiert, der Absatz ist erheblich angestiegen. In Asien erreichte das Unternehmen ebenfalls eine deutliche Umsatzsteigerung. Nur der brasilianische Markt entwickelt sich auf Grund der dortigen Wirtschaftslage nicht wie erwartet positiv. Der Stihl Vorstandsvorsitzende resümierte: „Nach dem Umsatzrekord im vergangenen Jahr sind wir zuversichtlich in die neue Saison gestartet. Unsere Erwartungen wurden sogar übertroffen und wir haben weltweit Marktanteile hinzugewonnen." Das Umsatzplus führte zu mehr Beschäftigung. Die Zahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter weltweit stieg um 3,6 Prozent auf 15.222.

Das geplante Akku Partner Programm (APP) scheint auf gutem Weg zu sein. Auf Nachfrage der Redaktion MOTORIST machte Norbert Pick, STIHL Vorstand für Marketing und Vertrieb, deutlich „Mit dem APP liegen wir im Plan. Diese Vertriebslinie soll weiter ausgebaut werden. Im Moment liegen die Händlerzahlen, die ausschließlich Akkuprodukte vertreiben, europaweit im unteren dreistelligen Bereich. Darüber hinaus stehen wir aber immer zum Fachhandel und die Vorgaben sind da eindeutig. Der Händler muss die drei Kriterien, wie 1. qualifizierte Beratung, 2. praxisgerechte Einweisung und 3. die eigene Werkstatt gewährleisten. Da spielt es auch dann keine Rolle, ob es sich um ein Familienbetrieb oder die Filiale eines Gartencenters handelt. Die Kriterien gelten für alle Stihl Händler dort gleichermaßen.“

Auch im deutschen Markt setzte sich der Wachstumskurs fort. Der Absatz von Stihl und Viking Produkten wurde deutlich gesteigert. „Erfreulich ist die Belebung des Marktes für Motorsägen. Besonders dynamisch entwickelt sich das Geschäft mit Akku-Geräten und den Robotermähern Viking iMow. Für den Herbst 2017 sind wir zuversichtlich, mit neuen Produkten, attraktiven Kampagnen und der Fortsetzung der ‚Super Sägen Wochen‘ im November weiter zu wachsen", erklärte Dr. Kandziora.

Aus Grün wird Orange: erste Stihl Akku-Rasenmäher zur Saison 2018
Eine einschneidende Veränderung in der Markenlandschaft ist die geplante Einmarken-Strategie des Unternehmens. Denn ab 2019 wird das komplette Produktsortiment von Viking unter der Marke Stihl vertrieben. Dr. Kandziora: „Betrachtet man das vielfältige Produktportfolio sowie die Menge an Einzel- und Ersatzteilen, wird schnell klar, dass die Umstellung eine Mammutaufgabe ist. Daher werden wir den Markenwechsel Schritt für Schritt vollziehen und die Produktpalette sukzessive auf Stihl umstellen." Den Anfang macht das Viking Akku-Rasenmäher-Programm, das bereits zur Saison 2018 komplett unter der Marke Stihl verfügbar sein wird. „Die Akkus der Rasenmäher sind kompatibel mit den Produkten der Stihl AkkuSysteme Compact und Pro. Wir beschleunigen also mit dem Markenwechsel insgesamt das Wachstum bei den Akku-Produkten", erklärte der Vorstandsvorsitzende. „Wir haben eine starke Marke und die heißt Stihl. Viking ist in erster Linie eine europäische Marke. Vertreiben wir Viking Produkte beispielweise in den USA unter Stihl werde diese viel erfolgreicher sein als unter der dort unbekannten Marke Viking. Darüber hinaus erweitern wir das Stihl Produktportfolio in vielen Märkten,“ so Kandziora auf Nachfrage der Redaktion MOTORIST.

Stihl wird Viking Mäher
Viking Rasenmäher unter der neuen Stihl Farbgebung

„Smart Solutions" und Connected Products für mehr Kundennutzen
„Um unsere Chancen bei der Digitalisierung zu nutzen, stellen wir uns im Unternehmen organisatorisch neu auf. Neben einem komplett neuen Bereich Digitalisierung haben wir beispielsweise die Entwicklungsmannschaft stark erweitert, im Produktmanagement Positionen für „Smart Solutions" geschaffen und agile Teams gebildet - alles mit dem Ziel, Produkte und Dienstleistungen zu entwickeln, die unseren Kunden einen erlebbaren Mehrwert bieten", so Dr. Kandziora.

Viking entwickelt Connected Products und präsentierte im Juni auf der Messe demopark eine Weltneuheit: das iMow TeaM. Bei diesem Schwarmkonzept können bis zu zehn Robotermäher des Typs MI 632 M miteinander verbunden und über eine App gesteuert werden. „Eine intelligente Software vernetzt die Mähroboter über ein Cloudsystem zu einem iMow TeaM. Damit kann der Anwender erstmals große Rasenflächen wie beispielsweise Fußballfelder, Golfplätze, Parks und Freibäder mit mehreren Robotermähern gleichzeitig bearbeiten", erklärte Dr. Kandziora. Bei Regen oder niedrigem Akku-Ladestand steuern die smarten Robotermäher selbstständig eine Dockingstation an.

21.09.2017