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Mit den Beinen auf dem Boden bleiben

In einem TOP-Interview steht Al-Ko Chef Dr. Wolfgang Hergeth (52) den Fragen von MOTORIST zu Markenstrategie und Fachhandelstreue Rede und Antwort. Ferner verdeutlicht er seine Sicht auf den Einfluss moderner Technologien und Antriebssysteme auf die Entwicklung bei Gartengeräten.

MOTORIST: Al-Ko Gardentech ist ein internationale aufgestellter Konzern. Wie würden Sie Ihre Version der Konzernpolitik beschreiben?

Dr. Wolfgang Hergeth
Al-Ko Chef Dr. Wolfgang Hergeth.
Foto: MOTORIST

Dr. Wolfgang Hergeth: Al-Ko sieht sich als Global Player mit einer langen Tradition im Bereich der Produktion von Gartengeräten. Für uns stand immer Verlässlichkeit, Qualität und Produktsicherheit der Geräte im Vordergrund.

MOTORIST: Akku oder Benzin – eine Frage, die mit großer Relevanz die ganze Branche umtreibt. Wie sehen Sie die Veränderung der Antriebssysteme und was bedeutet es für Ihr Unternehmen?

Dr. Wolfgang Hergeth: Ich glaube, dass es ohne Zweifel ist, dass „Akku“ in unserem Bereich- nichtnur bei Kleingeräten, sondern auch bei größeren Geräten wie Traktor oder Frontmäher -, das Thema für gegenwärtige und zukünftige Entwicklungen darstellt. Als ich im Gartenbereich anfing, waren Akkugeräte eher spartanisch und mit wenig Leistung ausgestattet. Heute sind die Leistungsdaten der Akkusysteme in Bezug auf Nutzungsdauer und Lautstärke völlig andere. Es haben sich aber auch die Anforderungen der Kunden gewandelt. Geräte sollen heute einfach zu bedienen und umweltfreundlich sein. Da spielt natürlich der Akku als Antrieb ein ganz wichtige Rolle.

Was die Mitarbeiter anbelangt, ist es natürlich eine Herausforderung für uns als Hersteller, aber auch für die Mitarbeiter im Handel, diesen Wandel der Systeme mitzugehen. Aber ich denke, es ist, losgelöst von den Antriebssystemen, die Aufgabe der Händler, ihre Qualität bei Beratung und Service neu zu definieren. Neben der Akkutechnik werden sich auch die Aufgaben in puncto Digitalisierung weiter verändern. Da bieten Akkugeräte einfach mehr Möglichkeiten. Wir sehen bei Al-Ko auch die Vorteile dieser Entwicklung und wollen mit unseren neu entwickelten Produkten diesen bahnbrechenden Trend nicht verschlafen, sondern aktiv mitgehen und mit Nachdruck ausbauen.

Die Akzeptanz der Kunden, in diese neuen Technologien zu investieren, deckt sich auch mit meinen Eindrücken von vielen Reisen und Gesprächen mit Händlern und Verbrauchern. Entscheidend ist - und dies ist auch wichtig in unserer Kommunikation: Digitalisierung darf nicht zum Selbstzweck verkommen. Wenn man dem Kunden den Nutzen digitaler Systeme erklären und darstellen kann, besteht auch die Bereitschaft für ein innovatives Produkt tiefer in die Tasche zu greifen. Ich glaube, dass ein digitales Produkt mehr ist, als nur ein vernetztes Gerät, sondern vielmehr auch in Hinblick auf Wartung und Installation für unsere Fachhandelspartner eine Riesenchance sein kann, ihre Stärken bei Beratung und Service gegenüber den anderen Marktteilnehmern voll auszuspielen. Wir von Al-Ko wollen für diese Aufgaben eine Plattform bereitstellen, aber für die weiteren Schritte sind wir auf den Fachhändler angewiesen. Denn nur er verfügt über den direkten Draht zum Kunden und Anwender. Es bedarf immer noch des Menschen, um Fragen zu klären und Antworten zu liefern. Denn so etwas lässt sich nur schwer über eine App oder ein Internetportal regeln. Aufgrund unserer Gespräche in Europa kann ich nur sagen, dass viele Kunden auf diese Geräte warten. Auch auf eher konservativen Märkten stellt sich nicht mehr die Frage, ob solche Systeme kommen werden, sondern wann sie im Markt verfügbar sind.

Durch unsere globalen Aktivitäten, wie den Kauf des neuseeländischen Gartengeräteherstellers Masport, stellen wir fest, dass auch auf diesem eher konservativen Markt schon Akkumäher bei den Händlern stehen.

MOTORIST: Was bedeutet der Kauf von Masport für Ihr internationales, aber auch vielleicht europäisches Geschäft?

Dr. Wolfgang Hergeth: Der Hintergrund dieser Akquisition liegt in der Al-Ko Wachstumsstrategie begründet. Wir waren bislang fokussiert auf Europa und eröffnen dadurch neue Märkte. Besonders interessant ist dieses Engagement bezüglich des azyklischen Gartenjahrverlauf in Europa und Australien. Al-Ko schließt damit auch weiße Flecken auf der Vertriebslandkarte.

Für die Marken Al-Ko und Solo by Al-Ko sowie Masport und Morrison gibt es klare Vorgaben. Wir werden diese Marken nicht vermengen, aber wir prüfen natürlich, ob es nicht sinnvoll wäre, Produktbausteine von der einen auf die andere Marke zu übertragen.

Wichtig ist mir auch noch zu unterstreichen, es wird nicht so sein, dass ein Al-Ko-Händler nun auch Masport führt oder umgekehrt. Es gibt in einigen Märkten Überschneidungen, aber es ist dabei so, dass sich beide Marken und Sortimente eher befruchten als stören;Umsätze gehen nicht verloren.

Ich sehe die Übernahme sehr positiv und denke, dass in diesem Zusammenhang eins plus eins mehr als zwei ergibt. Sowohl von den Märkten, von den Unternehmen als auch von den Kulturen aus betrachtet passen beide Partner gut zusammen. Letztendlich bringt uns dieser Schritt auf der Wachstumsseite deutlich nach vorne.

Das gesamte Interview finden Sie in der aktuellen Ausgabe vom MOTORIST .

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08.01.2018

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