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Schutz vor Konkurrenz durch Innovationen

Im zweiten Teil des Top Interviews spricht Al-Ko Chef Dr. Wolfgang Hergeth über die Konkurrenz aus China, Innovationen durch Zukauf und Vernetzung von Geräten.

MOTORIST: Aus China haben sich neue Hersteller aufgemacht, den Markt für Akkugeräte mit preisgünstigen, aber auch innovativen Produkten zu beliefern. Wie reagieren Sie auf diese neunen Wettbewerber?

Dr. Wolfgang Hergeth
Dr. Wolfgang Hergeth
Foto: MOTORIST

Dr. Wolfgang Hergeth: Grundsätzlich nehmen wir jeden Wettbewerber ernst und schauen nach links und rechts, was weltweit auf den Märkten passiert. China bietet als Industriestandort viele Möglichkeiten einer hochwertigen Fertigung, aber auf der anderen Seite fehlt vielen chinesischen Herstellern, trotz guter Produkte bei interessanten Preisen, die lange Kundenbeziehung und somit der direkte Draht in die einzelnen Märkte. „Business is local“ - dieser Satz gilt auch in einem weltweit agierenden Unternehmen wie Al-Ko. Wir sind auf die Kenntnisse unserer regionalen Mitarbeiter angewiesen. Ein chinesischer Hersteller verfügt über diese Marktkenntnisse nicht und wird somit schwerlich in der Lage sein, eine Marktrelevanz aus sich selbst heraus zu realisieren. Am Ende zählt die nachhaltige Bearbeitung der Märkte mehr als ein kurzfristiger Erfolg. Wir stellen uns dem Wettbewerber, ob aus Fernost oder Europa. Trends nicht zu erkennen und aufzunehmen, können wir uns nicht erlauben. Wir haben da auch aus unserer Vergangenheit gelernt. Gerade auch mit unserer Marke Solo by Al-Ko verstärken wir unsere Aktivitäten im Fachhandel und haben bewiesen, dass das keine Eintagsfliege ist. Die Leistung müssen gerade die Hersteller aus Fernost erst noch erbringen. Das Auftreten dieser chinesischen Firmen zeigt, wie schnell sich der Markt bewegt. Dies konfrontiert uns heute mit Marktteilnehmern, die vor drei Jahren niemand kannte.

MOTORIST: Innovationen im Unternehmen entstehen durch die eigene Entwicklungsabteilung, aber auch durch den strategischen Zukauf kann ein Unternehmen Know-How aufbauen. Pflegt oder plant Ihr Haus strategische Partnerschaften für den Bereich Akku- oder Digitale Technik?

Dr. Wolfgang Hergeth: Wir haben viele Ideen in den letzten Jahrzehnten in den Markt gebracht. Ideen, die in unserem Haus entwickelt und entstanden sind. Natürlich muss man wissen, dass es manchmal besser ist, bei dem zu bleiben, was man gut kann und sich die Experten auf anderen Gebieten dazuzuholen. Digitalisierung ist ein gutes Beispiel. Wir haben als einziger deutscher Gartengerätehersteller eine Partnerschaft mit innogy, einer RWE-Tochter, die innovative Smart Home-Anwendungen realisiert. Das Engagement dieser strategischen Partnerschaften zielt darauf ab, Gartengeräte anzubieten, die nicht mehr eine Insellösung sind, sondern sich in den Lifestyle der Nutzer integrieren.

Viele dieser Lösungen entwickeln sich bei uns „inhouse“ durch eigene Entwicklungsabteilungen und Testmöglichkeiten. Aber trotzdem schließe ich es nicht aus, dass wir uns bei Al-Ko den Input, den wir benötigen, auch über weitere technologische Allianzen holen. Gerade hier wird die Zukunft noch viel möglich machen.

Innovation und Technologiefortschritt hat bei Al-Ko einen hohen Stellenwert. Wir sind daher kein „me-too“-Hersteller, der Markttrends kopiert und etwas produziert, was andere auch können. Das ist nicht unser Anspruch. Es gibt nur bei einigen Sortimentserweiterungen die Notwendigkeit, auf die Lösungen anderer zurückzugreifen. Aber auch dort findet sich eine Menge an Al-Ko-KnowHow versteckt, sodass manchmal mehr Al-Ko als Zulieferer enthalten ist.

MOTORIST: Ein digitales Flottenmanagement verbindet Geräte untereinander und ermöglicht Anwendern eine fundierte Geräte- und Serviceplanung. Wie ist Al-Ko Gardentech in diesem Bereich aufgestellt und was planen Sie dort in der Zukunft?

Dr. Wolfgang Hergeth: Für uns bildet der Komfortgedanke in diesem Punkt einen wichtigen Ansatz. Gerade die Vernetzung von Geräten untereinander lässt sich mit einer modernen Technologie gut umsetzen. Die Kommunikation zwischen Roboter und Beregnungssystem ermöglicht einen effektiven Einsatz beider Akteure. Hier sehe ich in der digitalen Technik deutliche Vorteile, die wir auch unseren Kunden weitergeben. Intelligente Systeme lassen die Verbindung zwischen Motoristen, Geräten und Kunden völlig neu entstehen. Als Beispiel könnte ein Robotermäher eine Meldung an den Servicepartner senden und einen Messertausch selbstständig auslösen, oder der Händler spielt online ein Software-Update auf und verbessert so die Funktionsweise des Gerätes. Hier sind schon viele Dinge möglich und werden noch möglich werden.

Keine Lust zu warten? Das gesamte Interview finden Sie in der aktuellen Ausgabe vom MOTORIST .

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15.01.2018

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