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"Weltweit eine Marke"

Für die neue Ausgabe von "Top-Interview" traf sich MOTORIST mit dem Husqvarna-Präsidenten Pavel Hajman. Er gibt einen Einblick in die Markenstrategie, die zukünftige Ausrichtung des Konzerns und den Weg in die Digitalisierung.

Pavel Hajman Präsident Husqvarna
Pavel Hajman Präsident Husqvarna
Foto: Husqvarna

MOTORIST: Die Husqvarna Group ist ein internationaler Konzern mit vielen Marken. Wie würden Sie Ihre Konzernpolitik beschreiben?

Pavel Hajman: In der Tat ist Husqvarna ein global agierendes Unternehmen mit Aktivitäten in mehr als 50 Ländern. In den wichtigsten Märkten haben wir eine starke Marktposition und Marktführerschaft in vielen Bereichen, die wir mit unserer Konzernstrategie 2020 weiter ausbauen möchten. Vor einigen Jahren haben wir dafür eine Neustrukturierung des Konzerns und der zugehörigen Marken durchgeführt. Die Grundlage dabei ist, den Kunden ins Zentrum unseres Handelns und Denkens zu stellen. Dafür haben wir den Konzern in vier Bereiche unterteilt. Die Division Husqvarna sowie die Divisionen Gardena, Husqvarna Construction und unsere Consumer-Marken. Die Marke Husqvarna richtet sich an Profi-Anwender und Privatleute mit professionellem Anspruch an ihre Forst- und Gartengeräte. Sie wird über den Fachhandel vertrieben.

Gardena stellt eine weitere separate Säule der Husqvarna Gruppe dar, die zwar weltweit, aber mit deutlichem Fokus auf dem europäischen Markt agiert. Gardena richtet sich an Hausgartenbesitzer und steht für Premium-Gartenprodukte in den Bereichen Bewässerung, Gartengeräte und Smart Gardening. Die Marke setzt vertriebstechnisch auf einen Mix aus Großfläche und Fachhandel, ergänzt durch den Onlinehandel. Im Bereich Consumer-Marken bieten wir Produkte mit einer deutlichen Fokussierung auf die einzelnen Kernzielmärkte an. Für Europa sind das in erster Linie McCulloch und Flymo, auf dem nordamerikanischen Markt sind wir eher mit Poulan Pro und Weed Eater aktiv. Diese Marken sind vor allem auf dem Massenmarkt, wie Baumärkten oder Gartencentern, zu finden. Unser Geschäft mit diesen Konsumermarken machen wir zu 80 Prozent in den USA. Neben diesen drei Konzernbereichen, die klar den Markt der Garten- und Forstgeräte zum Ziel haben, fokussiert sich der vierte Bereich, die Husqvarna Construction, auf die Bereiche Bausanierung und Abbruch. Die Produkte wie Mauersägen und -bohrer richten sich eindeutig an Profis. Daher sind diese Produkte auch ausschließlich über ein Netz von Baumaschinenhändler und Profivermietern erhältlich.

Durch die Umstrukturierung der Husqvarna Group im Januar 2015 erhielten alle vier Bereiche ihre eigenen Entwicklungsabteilungen und Vertriebsstrukturen. So haben sie als eigenständige Unternehmen die besten Voraus­setzungen, ihre Kunden gezielt anzusprechen. Diese Struktur gibt den Entscheidern in den einzelnen Divisionen außerdem sehr gute Handlungsmöglichkeiten und erhöht die Entwicklungs- und Vertriebsgeschwindigkeit neuer Produkte. Sie stellt eine klare Verbesserung gegenüber der vorherigen Struktur dar. Für die drei Bereiche Husqvarna, Gardena und Husqvarna Construction hat sich gezeigt, dass diese Strategie erfolgreich ist. Bei den Consumer-Marken befinden wir uns noch in der Turn-around-Phase hin zu mehr Profitabilität. Ich bin sicher, dass wir mit der Umsetzung der Strategie 2020 auf einem gutem Weg sind, in vielen Bereichen nicht nur marktführend, sondern auch innovationsführend zu sein.

MOTORIST: Gibt es zwischen den vier Bereichen trotzdem noch Synergieeffekte – vielleicht gerade im Bereich der Produktentwicklung oder des Vertriebs, die Sie weiter nutzen und ausbauen wollen?

P. Hajman: Selbstverständlich gibt es noch Synergieeffekte, die wir auch künftig erhalten möchten, z. B. bei der gemeinschaftlichen Entwicklung moderner Zukunftstechnologien. Aber auch ein gemeinsamer Einkauf und die übergreifende Nutzung von Produktionsbetrieben schafft Einsparpotenziale, die wir konzernweit nutzen. Durch die Eigenständigkeit der Unternehmen auf der einen Seite und der Ausschöpfung des Synergiepotenzials auf der anderen Seite erreichen wir als Konzern eine hohe Marktabdeckung, ohne einer zu starken Kannibalisierung zu erliegen.

Zweiter Teil: "Smart Gardening is ein Zukunftsmarkt"

Dritter Teil: "Der Akku eröffnet neue Zielgruppen"

Vierter Teil: "Im Online-Handel sehe ich Chancen für Motoristen"

Fünfter Teil: „Shopkonzepte schaffen wir mit mehr Emotionen“

28.08.2017