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Geschäftsideen für die kalte Jahreszeit

Das Motoristengeschäft ist im Wesentlichen ein „9-Monats-Business“. Mit Vogelfutter und Streusalz ist das im Winter allein nicht aufzufangen. In der Werkstatt sieht es nach diesem Rekord-Sommer möglicherweise ebenfalls nicht optimal aus. Außer?

Mähroboter bei der Wartung
Mähroboter müssen einmal im Jahr gewartet werden. Der Motorist kann dies im Winter machen und so die tote Jahreszeit besser überbrücken.
Foto: Husqvarna

Man kann es drehen und wenden wie man will – wenn draußen die Gärten in Schockstarre liegen, kauft auch niemand einen Rasenmäher. Zugestellt von Gartenmöbeln schlummert manches technische Gartengerät. In dieser Ruhezeit könnte es durchaus einen Service gebrauchen, damit es nicht im Frühjahr seine sofortige Einsatzbereitschaft verweigert – und Ihnen ab April einen ausgeglichenen Start in die neue Saison zu vermiest. Denn Sie wollen Ihren Kunden, der seinen startunwilligen Mäher zu Ihnen bringt, nicht mit einer auftragslagebedingten Wartezeit auf Mai oder Juni vertrösten. Das ist sicher keine brillante Idee! Es muss so nicht kommen, wenn Sie rechtzeitig gegensteuern.

Dazu geben wir Ihnen ein paar Tipps für die kontinuierliche Auslastung Ihrer Werkstattkapazitäten übers ganze Jahr:

In gut durchstrukturierten Betrieben werden bereits beim Verkauf von Gartengeräten wie Motormähern Ihre Kunden in eine Datenbank eingegeben, die im Laufe der Jahre kontinuierlich aktuell gehalten wird (DSGVO-gemäß sollte hierzu mittlerweile das Einverständnis abgefragt werden). Man kann sich zur Angewohnheit machen, beim Verkauf eines Gerätes (wie zum Beispiel eines Rasenmähers)  die Option eines Wartungsvertrages mit anzubieten.

Extra pflege für den Mähroboter

Bei Mährobotern schaut dies wiederum anders aus, diese brauchen eine jährliche Wartung und dies sollte beim Verkauf unterstrichen werden. Einen weiteren Vorteil den Mähroboter mit sich bringen, ist das die Besitzer ihren Geräten individuelle Namen geben und dadurch eine engere Beziehung zum Gerät haben. Sie folglich auch eher bereit, den Mowern regelmäßig eine kostenpflichtige Pflege unterziehen zu lassen.  

Mit Sonderangeboten wie einer kostenfreien Abholung und Rückverbringung im Frühjahr, womöglich auch mit einer rabattierten Einlagerung über Winter, lässt sich die Bereitschaft, solche Serviceangebote anzunehmen, nochmals steigern.

Allein die zur Einlagerung abgegebenen Geräte können Sie hervorragend als Auslastungspuffer für schwache Werkstattzeiten nutzen.

Die Werbung nicht vergessen

Die Werbung für den Mäherservice kann auf unterschiedliche Weise erfolgen – über Anzeigenschaltungen in der Tagespresse, durch Postwurfsendungen (Flyer) oder durch Mailingaktionen. Organisationen, wie die mittlerweile bundesweit agierende Motoristen-Verbundgruppe und Einkaufsgemeinschaft Rheintec (Der Gartenprofi) unterstützen ihre Mitglieder mit entsprechendem PR-Material (wie auch andere Kooperationen).

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Was der Mähroboter braucht

Mähroboter im Lager
Ein regelmäßiger Winterservice ist bei Robotermähern besonders dringend angeraten - bieten Sie zugleich die Einlagerung an, können Sie selbst steuern, wann die Geräte den Service bekommen.
Foto: Martin Henze

Neben der Messerpflege ist bei Robotern ein Check der elektrischen Komponenten, des Akkus und womöglich der Steuerungssoftware (auf Updates) angebracht. Die Wartung eines Mähroboters sollte unbedingt eine gründliche Reinigung umfassen, weil diese in den mechanischen Bauteilen etwas empfindlicher sind als konventionelle Mäher. Dadurch fallen mögliche Gehäuseschäden etc. an einem gereinigten Gerät eher auf. Zudem wird dem Kunden den Eindruck vermittelt, dass hier nicht nur mit Kompetenz, sondern auch mit hoher Servicequalität gearbeitet wurde. Die Reinigung können Sie auf herkömmliche Weise machen. Demontage des Gehäuses und Reinigung mit Hochdruckreiniger und Wasser. Oder Sie nutzen ein Trockeneisgerät, von denen es inzwischen auch handliche und erschwingliche Geräte für den mobilen Einsatz in Werkstätten gibt. Die Trockeneisreinigung bietet einige nicht zu unterschätzende Vorzüge: Sie ist gründlich bis in den letzten Winkel, und sie funktioniert, wie der Name schon sagt, trocken, was bedeutet, dass empfindliche elektronische Komponenten nicht durch Wasser beschädigt werden können. Und, last but not least: Wenn Sie erst einmal ein Trockeneisgerät bei sich im Unternehmen haben, bekommt es sofort auch anderweitige „Jobs“ – beispielsweise die porentiefe und zugleich schonende Reinigung von Benzinmotorkomponenten.

Schneepflug und Co.

Sollte, was in unseren Breiten ja nicht ganz zuverlässig eintritt, ein Winter mit stärkerem Schneefall kommen, werden Sie in der Werkstatt allerdings andere Sorgen haben: Dann stehen bei Ihnen plötzlich zig Kunden auf der Matte, die ihren Schneepflug, ihre Schneefräse oder ihr Kehrgerät einsatzbereit gemacht haben möchten. Nach drei bis fünf schneelosen Wintern können Sie davon ausgehen, dass jedes zweite Motorgerät, das sie einmal für diese Zwecke verkauft haben, zunächst Probleme macht. Da ist Rost und zündunwilliger Sprit im Tank, oder Sie haben es mit verstopften Düsen und Kanälen im Vergaser zu tun. Und Ihre Kunden erwarten eine unverzügliche Instandsetzung, denn genau in diesen paar Tagen, wo die Räumpflicht ausgeübt werden muss, möchte man sein Räumgerät verständlicherweise auch für den Winterdienst zur Verfügung haben.

Zusätzlichen Service für eine gute Auslastung

Ein weiterer Serviceklassiker für die kalte Jahreszeit ist die Sägeketten- und Motorsägenpflege. Sind viele Motorsägen in Ihrem Kundenumfeld unterwegs, könnte sich die Anschaffung einer vollautomatischen Kettenschärfmaschine lohnen. Auf diese Weise können Sie Ihre Werkstattmitarbeiter parallel für andere Arbeiten einsetzen und langfristig bei entsprechendem Arbeitsvolumen an Sägeketten auch die Preise für diese Arbeit senken. Das Schärfen von Sägeketten ist ein hervorragendes Kundenbindungsinstrument und führt häufig zu weiteren Umsätzen in ganz anderen Bereichen Ihres Betriebs.

Trend-Guide-Grillen

Der Trend-Guide-Grillen von markt in GRÜN
Sie wollen mehr zum Thema Grillen erfahren? Dann empfehlen wir Ihnen das Trend-Guide-Grillen-Heft von markt in GRÜN. Sie können es kostenlos auf unserer Schwestern-Seite downloaden.

Sie können Ihre Werkstatt auch mit „exotischeren“ Aufträgen auslasten, beispielsweise mit der Abholung exklusiver (Gas-)Garten-grillanlagen zu einer professionellen Reinigung in der Winterpause. Das Grillen, auch mit kostspieligen, luxuriösen Grillgeräten, hat sich in den letzten Jahren zu einer Kultbeschäftigung entwickelt, die auch entsprechend zelebriert wird – nur saubermachen möchte die Grills niemand. Dabei ist die Reinigung insbesondere von Gasgrills weit mehr als eine rein optische oder hygienische Angelegenheit, denn die Funktionsfähigkeit des Brenners verlangt ebenfalls nach sauberen Düsen und Brenneröffnungen. Hier können Sie mit Profiwerkzeugen (und auch gegebenenfalls dem zuvor schon beschriebenen Trockeneisstrahlgerät) wahre Wunder vollbringen.

Wenn diese Ideen (und weitere, auf die Sie selbst kommen können) sämtlich ausgeschöpft sind und Sie in der Werkstatt wirklich nichts Weiteres zu tun haben (kaum vorstellbar), dann bleiben immer noch zwei Möglichkeiten: Nutzen Sie die Gelegenheit, Ihr handwerklich geschultes Personal für Aufräum- und Renovierungsarbeiten einzusetzen, lassen Sie das Lager nach Unverkäuflichem durchsuchen, Regale neu sortieren, den Verkaufsraum streichen, ein Podest für die Warenpräsentation neu bauen oder Ähnliches. Wenn auch dies erledigt sein sollte (noch unwahrscheinlicher ...), können Sie Ihre Werkstattmitarbeiter immer noch zum Mehrstundenabbau, ja gegebenenfalls sogar zum Aufbau von Minusstunden in die Freizeit schicken, gerade in der Weihnachtszeit und um den Jahreswechsel herum werden viele darüber gar nicht so unglücklich sein, und Gelegenheiten, einen möglichen Rückstand wieder aufzuholen, werden sich spätestens zum Einsetzen der Saison wieder ergeben.

28.10.2018

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