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ZHH: Facheinzelhandel im Aufwind

Die dritte Umfrage des Zentralverband Hartwarenhandel e.V. (ZHH) zur Situation der Branche in der CoronaKrise signalisiert, dass der Hartwareneinzelhandel von den Lockerungen der behördlichen Maßnahmen und der schrittweisen Normalisierung des öffentlichen Lebens profitiert.

ZHH-Umfrage 3 zu Corona 2020
Erfreulich für Händler: Laut ZHH wird weniger häufig über Preise diskutiert.
Foto: ZHH

Trotz allem bleibt die Lage unübersichtlich mit starken regionalen und sortimentsbedingten Unterschieden. Die Beeinträchtigungen der Warenversorgung nehmen weiter zu. Für Juni rechnet der Hartwaren-Einzelhandel mit einer Umsatzentwicklung auf Vorjahresniveau.

Verbraucher stehen zum Fachhandel

Laut dem Zentralverband Hartwarenhandel e.V. (ZHH) spürt der stationäre Facheinzelhandel eine erfreuliche Solidarisierung der Endverbraucher mit dem lokalen Fachhandel, was sich in einer gesteigerten Bereitschaft zur Investition in hochpreisige Produkte, einer in vielen Regionen wieder erfreulichen Kundenfrequenz und einer deutlichen Abnahme von Preisdiskussionen spiegelt.

Weniger Preisdiskussionen

Insbesondere steigt die Investitionsbereitschaft bei Sortimenten, die im Eigenheim und im Garten Verwendung finden. Denn viele Endverbraucher haben verstärkt ihr direktes Umfeld in den Blick genommen. Entsprechende Effekte bejahten jeweils fast die Hälfte der befragten Facheinzelhändler. Aufgrund der differenzierten Sortimentsstruktur sowie regionaler Unterschiede musste jedoch ein Drittel der Hartwarenhändler auch im Mai 2020 Verluste gegenüber dem Vormonat hinnehmen. Gegenüber Mai 2019 sogar fast 40 Prozent der Befragten. Doch sehr erfreulich: Über 50 Prozent verzeichneten wieder ein teilweise deutliches Umsatzplus verglichen zum April und zum Mai des Vorjahres. Dies kann unter dem Gesichtspunkt, dass bei der vorherigen Befragung im April noch über 60 Prozent der teilnehmenden Fachhändler mit langfristigen Umsatzrückgängen gerechnet haben, durchaus als erfreuliches Signal in der Corona-Krise gewertet werden. Die Auftragslage im Werkstattgeschäft sowie bei Montagen und Dienstleistungen ist auf Vorjahresniveau. Für Juni rechnen sogar fast zwei Drittel der Fachhändler mit einer gleichbleibenden oder besseren Entwicklung als im Mai.

Problem Lieferengpässe

Von Lieferengpässen der Hauptlieferanten berichten mittlerweile 81 Prozent der Facheinzelhändler (April: 79%, März: 45% - Grafik Seite 5). Ähnlich wie im PVH ziehen sich die Störungen in der Warenversorgung durch zahlreiche Sortimente. „Der Facheinzelhandel kann seinen hoffnungsvollen Weg, der sich teilweise schon im April abzeichnete, fortsetzen. Die positive Tendenz aus dem Vormonat verfestigt sich und gibt Hoffnung für die nächsten Monate“, erläutert Thomas Dammann, Hauptgeschäftsführer des ZHH, dennoch.

24.06.2020