Ein Team von Mitarbeitern steht in einer Ausstellungshalle für Gartengeräte, umgeben von Rasenmähern und anderen Geräten.
Das Team von Gartentechnik Lehmann im lichtdurchfluteten Verkaufsraum an der Dresdner Straße 66 in Bautzen. Vorne (2.v.l.) Geschäftsführer Lars Lehmann mit seinen Eltern Martina und Rolf. (Quelle: RM Rudolf Mueller)

Handel & Hersteller 2024-12-18T10:14:16.513Z 100 Jahre Gartentechnik Lehmann

Portrait In diesem Jahr beging das Unternehmen Gartentechnik Lehmann in Bautzen seinen hundertsten Geburtstag. Angesichts des runden Jubiläums schaute Motorist im Nachgang der Sümo Jahrestagung in Dresden gerne in dem in dritter Generation geführten Familienbetrieb vorbei.

Der Name Lars Lehmann ist in der Motoristen-Szene nicht unbekannt. Der Bautzener Unternehmer engagiert sich ehrenamtlich im Vorstand der Sümo eG, ebenso im Vorstand des Verbands der Motoristen (VdM) sowie im Präsidium des Zentralverband Hartwarenhandel (ZHH) e.V. Aufmerksame Leser von Motorist kennen ihn zudem als „Motorist des Jahres“ 2019. Ganz nebenbei, und das ist jetzt nicht wörtlich gemeint, führt Lars Lehmann in dritter Generation den Familienbetrieb Lehmann Gartentechnik. Dass er hier einmal die Geschicke lenken würde, hat sich früh abgezeichnet. Lehmann ist mehr oder weniger im Betrieb groß geworden und arbeitet auch heute noch eng mit Vater Rolf und Mutter Martina zusammen. Gemeinsam mit 12 Mitarbeitenden betreiben sie im Westen von Bautzen ihr Geschäft das heute, rechnet man die Vorgängergenerationen mit ein, bereits seit 100 Jahren für fachhandelsorientierten Service steht. Wenn auch die Anfänge nicht unbedingt auf Gartentechnik als heute zentrales Geschäftsfeld hindeuteten.

Die Anfänge

Hervorgegangen ist der Betrieb nämlich aus einer Kraftfahrzeug-Werkstatt, die Hermann Lehmann, der Großvater des derzeitigen Geschäftsführers Lars Lehmann, 1924 in Bautzen gegründet hatte. Vor dem Krieg stand das Reparaturgeschäft im Vordergrund, auch für die Marke Fiat war Lehmann als Vertragshändler unterwegs. Nach überstandenen Kriegsjahren und damit verbundenen Wirren und Umzügen knüpfte man, zurück in Bautzen, unter neuen Vorzeichen an das Vorherige an. Wieder standen Reparaturen im Vordergrund. Diesmal ging es jedoch darum, unter erschwerten Bedingungen und ohne den Einsatz von Neuteilen „fahrbar zu machen was ging“, wie sich Rolf Lehmann an seine Kindheit erinnert. Als Zweimann-Betrieb schlug sich Firmengründer Hermann Lehmann mit einem Gesellen durch, um selbständig zu bleiben und nicht in eine Produktionsgenossenschaft eintreten zu müssen. Im Jahr 1975 trat mit Rolf Lehmann die zweite Generation in den Betrieb ein. Der damals 33-Jährige studierte Maschinenbauingenieur und Außenwirtschaftsökonom legte eine zusätzliche Mechaniker-Ausbildung sowie den Kfz-Meister ab und konnte so schließlich 1978 die Geschäftsführung übernehmen. Auch diesmal drehte sich viel um Kraftfahrzeuge der Marken Trabant und Wartburg, später kamen Zwei-Takt-Rasenmäher, Einachser und Kfz-Standheizungen hinzu – eine ostdeutsche Spezialität, wenn man so will. Denn ausstattungsbedingt fehlte es den sozialistischen Automobilen an diesem Komfort.

Wechsel zur Gartentechnik

Der endgültige Wechsel zur Gartentechnik als Hauptgeschäft kam für Lehmann mit der Wende. Bereits 1990 wurden erste Geräte als Kommissionsware ins Sortiment aufgenommen. Wenig später trat man der HBO-Motorland bei, in deren Händlerbeirat Rolf Lehmann dann ebenfalls schnell berufen war, wie auch in den Händlerbeirat von Honda. Auch dem Geschäft mit der Wärme blieb man treu. So wurden in den Wintermonaten weiterhin Warmluftheizungen und Entfeuchter verkauft. 2009 trat Lehmann Gartentechnik nach insgesamt 19 Jahren bei der HBO aus und wechselte zur Sümo eG. Das Geschäft hatte sich bis dahin schon deutlich weiterentwickelt. 1995 realisierte man einen 400 Quadratmeter großen, lichtdurchfluteten Verkaufsraum. Das Lager für Neuware und Kundenmaschinen ist heute auf 800 Quadratmeter gewachsen. 2010 kamen eine neue Wasch- und Montagehalle hinzu sowie Sozialräume für die Mitarbeitenden. Im Jahr 2011 übernahm dann schließlich der diplomierte Kaufmann Lars Lehmann den Staffelstab bei Lehmann Gartentechnik und führt seither den Familienbetrieb.

Status Quo und Ausblick

Dieser behauptet sich durchaus gut. Wenngleich der Wettbewerb vor Ort stark ist. Nur wenige Kilometer entfernt finden sich drei weitere Motoristen. Als Hauptmarken führt Lehmann Gartentechnik Stihl, Husqvarna, Honda und Stiga. Die wichtigste Klientel sind Privat- und Gewerbekunden, daneben auch Kommunen. Relativ stark ist Lehmann nach eigener Aussage bei Rasentraktoren. Aktuell kann man sich nicht beklagen. „Wir hatten ein gutes Jahr“, unterstreicht Lars Lehmann den runden Geburtstag. Themen, die ihn aktuell umtreiben, sind die Entwicklungen am Robotermarkt und preissensible Kunden. Insgesamt blickt der Unternehmer dennoch gelassen in die Zukunft. Sein Pfand ist und bleibt wie bei vielen Motoristen der gute Fachhandelsservice.

Ein Mann steht auf einer grünen Wiese und hält einen roten Rasenmäher.
Rolf Lehmann, Vater des jetzigen Geschäftsführers und zweite Generation Lehmann Gartentechnik, erinnert sich noch gut an die Zeit vor der Wende und den anschließenden Aufschwung des Gartensegments. Geblieben ist ihm als Souvenir ein BM-40, damals der einzige Benzin-Rasenmäher aus DDR Produktion. (Quelle: RM Rudolf Mueller)
Ein Gartentechnik-Geschäft mit großen Fenstern und mehreren Fahnen im Vordergrund.
Verkehrsgünstig gelegen behauptet sich die Firma Lehmann in einer wettbewerbsstarken Region. Wichtigste Zielgruppe sind Privatkunden. (Quelle: RM Rudolf Mueller)
Eine Ausstellung von verschiedenen Rasentraktoren in einem Geschäft.
Stark ist Lehmann Gartentechnik nach eigener Auskunft bei Rasentraktoren. Viele Kunden steuern den Motoristen gezielt an. (Quelle: RM Rudolf Mueller)
zuletzt editiert am 18. Dezember 2024