Zwei Frauen kommen aus einem Geschäft.
Quelle: Pexels/Tim Douglas

Handel & Hersteller 2022-02-17T12:35:03.529Z Ab sofort keine G-Regeln mehr im Einzelhandel

2G und 3G im Einzelhandel sind vorerst Geschichte, ab sofort haben wieder alle Menschen unabhängig von ihrem Impfstatus Zugang zu den Geschäften. Flächendeckend gilt nach wie vor Maskenpflicht.

Die Ergebnisse des gestrigen Bund-Länder-Gipfel sorgen für Aufatmen im deutschen Einzelhandel. Die Regierungschefs haben beschlossen, das 2G- und 3G-Zugangsbeschränkungen für den Einzelhandel flächendeckend entfallen sollen. Wörtlich heißt es dazu im Beschluss: „Sofern nicht bereits vorgesehen oder umgesetzt, entfällt im Einzelhandel die bisher häufig geltende Beschränkung des Zugangs. Der Zugang zum Einzelhandel soll bundesweit für alle Personen ohne Kontrollen möglich sein. Um dem immer noch hohen Infektionsrisiko in Innenräumen Rechnung zu tragen, müssen jedenfalls medizinische Masken getragen werden. Die Nutzung von FFP2-Masken wird empfohlen, soweit sie nicht durch Landesrecht vorgeschrieben ist.“

Gerichte hatten die Zutrittsbeschränkungen in zahlreichen Bundesländern zuvor bereits gekippt. Der Handelsverband Deutschland (HDE) reagiert erleichtert: „Es war höchste Zeit und schon längst überfällig, dass die erwiesenermaßen im Kampf gegen die Pandemie nutzlosen 2G- und 3G-Beschränkungen im Einzelhandel fallen. Es ist vollkommen klar, dass der Einkauf mit Maske und Abstand eine sichere Angelegenheit ist. Der föderale Flickenteppich der letzten Wochen muss nun endlich ein Ende haben“, sagt HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth.

„Der 2G-Irrweg der vergangenen Wochen darf sich nie mehr wiederholen“

Der Spitzenverband des deutschen Einzelhandels fordert eine grundsätzliche Abkehr von 2G und 3G. Genth: „Wir müssen deutlich machen, dass sich der 2G-Irrweg der vergangenen Wochen nie mehr wiederholen darf. Deshalb sollte die Politik klar formulieren, dass 2G- und 3G-Zugangsbeschränkungen beim Einkauf auch künftig nicht mehr in den Instrumentenkasten der Pandemiebekämpfung gehören.“ Auch die „künstliche Unterscheidung“ zwischen Handel mit täglichem und nicht-täglichem Bedarf dürfe bei Corona-Maßnahmen keine Rolle mehr spielen. Das Infektionsrisiko sei unabhängig vom angebotenen Sortiment im gesamten Einzelhandel sehr gering.

Der HDE macht sich zudem für eine Impfpflicht stark, um im kommenden Herbst nicht möglicherweise erneut von harten Maßnahmen betroffen zu sein. Genth: „Nach allem, was wir heute wissen, ist die Corona-Impfung das vielversprechendste Instrument, um bevorstehenden Verschlechterungen der Lage gut gerüstet entgegen treten zu können. Deshalb muss der Bundestag hier jetzt entschlossen handeln.“ Die Freiwilligkeit habe „leider nicht zu zufriedenstellenden Ergebnissen geführt“.

zuletzt editiert am 17. Februar 2022
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