Im September 1986 erschien die Fachzeitschrift Motorist zum ersten Mal, damals noch unter dem Titel „Motoristen Markt + Technik". Wir haben also Geburtstag und feiern mit der Zahl 40 ein kleines Jubiläum, das wir in diesem Jahr in jeder Ausgabe redaktionell begleiten werden. Den Start macht ein Blick zurück auf die Anfänge.
„Wenn ein Verlag eine neue Zeitschrift vorlegt, weist er üblicherweise mit viel Scharfsinn nach, dass es eine Lücke zu füllen gilt. Wir meinen, dass wir von diesem schönen Brauch ein wenig abweichen sollten. Aus gutem Grund. Dieser Motoristen-Markt ist viel zu groß und zu expansiv, als dass er bloß eine Marktlücke ausfüllen könnte; Eine Lücke ist von allen Seiten begrenzt, aber der Motoristen-Markt ist offen, erweiterungsfähig, auf Wachstum und Expansion angelegt; Eine Zeitschrift, die diesem Marktgeschehen gerecht werden will, die Spiegel und Wegweiser der Branche sein soll, kann sich nicht in eine Lücke zwängen. Sie braucht freies Aktionsfeld wie der Markt selbst, dem sie dienen will“, mit diesen Worten eröffnete Herausgeber Siegfried Rohn in der im September 1986 erstmals erschienenen Fachzeitschrift Motoristen Markt + Technik, kurz Motoristen-Markt, die Reise unserer Fachzeitschrift Motorist, die seit nunmehr 40 Jahren andauert.
Die Zielgruppe
400 Leserinnen und Leser zählte man zum Anfang, heute erreicht die gedruckte Ausgabe von Motorist mit jedem Magazin über zehnmal so viele. Auch auf unseren Newsletter und unsere Online-Nachrichten wird zahlreich zugegriffen, ganz zu schweigen von dem wachsenden Thema Multimedia. Dass man einen wachsenden, dynamischen Markt im Visier hatte, belegte auch zum Start im Jahr 1986 bereits die stattliche Druckauflage von 14.500 Exemplaren. Heute drucken wir 4.770 Hefte einer jeden Ausgabe, deutlich weniger also, was jedoch nicht heißen soll, dass die Zielgruppe dahingeschmolzen ist. Im Gegenteil: Motorist erreicht den Markt, der sich ebenfalls formiert hat, heute einfach sehr viel präziser. 237 Ausgaben unserer Fachzeitschrift sind mit der Ihnen vorliegenden bislang erschienen, den ersten vollständigen Jahrgang bildete das Jahr 1987 ab. Auch mehrere Chefredakteure gaben und geben Motorist ein Gesicht: Reinhold Schinke, Jürgen Krieger, Gerald Freyer, Martin Brand und zuletzt seit November 2019 einer Chefredakteurin.
Das Magazin
Mehrmals wurde das Layout verändert. Bunte Bilder waren anfangs vor allem der Titelseite und ausgewählten Storys vorbehalten. Die restlichen Seiten begnügten sich in zurückhaltendem schwarz-weiß. Bisweilen stachen farbige Werbeanzeigen hervor. Auch unseren Claim haben wir zuletzt 2024 angepasst. „Unsere Technik, unsere Branche“ lautet der „Untertitel“ von Motorist seit der Oktober-Ausgabe 2024 - und nicht mehr wie bis dahin „Technik in der Grün- und Flächenpflege“. Denn das Motoristen-Business ist aus unserer Sicht so viel mehr als Technik. Betriebsführung und Handelsumfeld spielen eine ebenso große Rolle. Klar geblieben ist unser Anspruch, Sie als treue Leserschaft bestmöglich mit den für Sie relevanten und unterstützenden, inspirierenden und motivierenden Inhalten zu versorgen. Denn in diesem Punkt schließen wir uns unserem Ur-Herausgeber Siegfried Rohn gerne an: Wir sind angetreten, dem Motoristen-Markt zu dienen und das bleibt unsere Maxime!
Motorist?
Spannend und auch unterhaltsam war der Blick zurück und in unsere Chroniken auch für mich. 1986 war das Jahr, in dem ich selbst mein Abitur abgelegte und damals nicht im Entferntesten ahnte, was ein Motorist überhaupt ist. Klar, auch meine Eltern kauften ihre Rasenmäher im Fachhandel und nicht in Baumärkten, an die ich mich aus meiner Kindheit und Jugend im Hunsrück auch gar nicht prominent erinnern kann. Aber, dass diese Fachhändler Motoristen waren? Heute verstehe ich – und das schrieb auch Chefredakteur Reinhold Schinke im Leitartikel zur ersten Ausgabe: Die Branche war damals gerade im Entstehen begriffen. Natürlich gab es auch zuvor schon Händler, die sich mit Garten- und Forsttechnik beschäftigten. Doch hätten sie selbst sich damals schon als „Motoristen“ bezeichnet?
Neuer Handelstyp
Reinhold Schinke umriss die Zielgruppe so: „eine Branche, die auf der Vertriebsseite noch weitgehend nach einer eigenen Identität sucht, weil sie ihren Ursprung in einer Reihe stattlicher und traditioneller, aber unterschiedlicher Handels- und Handwerksbranchen hat und heute beides vereint: Handel – sprich: Verkauf von - und Handwerk – sprich: Service an Motorgeräten. Sie sind Motoristen geworden.“ Schinke schreibt weiter von einer „Fülle mittelständischer Privatunternehmen, „die es zu verdeutlichen und deren Image es fortzuentwickeln gilt.“ An diesem Punkt setzt in der Startausgabe von Motorist im September 1986 auch Gastautor Wolfgang Addicks, seinerzeit Inhaber von Joh. Jung in Oldenburg und Geschäftsführer der H.B.O. Einkaufs-GmbH & Co. KG in Hamburg, an. Unter dem Titel „Eine neue Branche sucht ihre eigene Identität“ schrieb er: „Wir sind mittendrin in der Entstehungsgeschichte einer neuen Handelsbranche.“ Was er in seinem Beitrag weiter thematisierte waren die gefragte Fachkompetenz der Motoristen, ihr bis dato fehlendes Berufsbild und die Frage nach einer Interessensvertretung.
Starke Branche
Heute lässt sich sagen: Ihre Identität haben die Motoristen längst gefunden, ihre Interessenvertretung in Form diverser Verbände und Kooperationen ebenso. Vieles hat sich in den vergangenen 40 Jahren geformt, manches deutlich verändert. Motorist war und ist dabei als das zentrale Fachmedium der Branche immer an ihrer Seite und versteht sich dabei auch als Mittler zu den relevanten Fabrikaten. Denn wachsen und bestehen kann eine Branche immer nur gemeinsam: mit guten und nachhaltigen Produkten, wie sie die Industrie bereitstellt, und durch Fachkompetenz und verlässlichen Service, wie ihn nur der servicegebende Fachhandel, sprich, die Motoristen, bereitstellen können.
Im Wandel
So sehr sich das Umfeld der Branche auch verändert hat, eine Konstante ist geblieben: Die Motoristen-Branche gedeiht mit der Witterung und ein zentrales Thema ist auch heute noch die Rasenpflege. Schon die ersten Marktübersichten in Motorist galten den Rasen- und Großflächenmähern. Andere Sortimente, wie die Motorhacken, die in der Startausgabe von 1986 noch etliche Seiten füllten, sind heute weniger relevant. Und noch etwas hat sich verändert: Kamen die Beiträge anfangs gelegentlich noch von den Anbietern selbst und wurden sogar bei Maschinenpräsentationen auf dem Acker entsprechend gut gekleidete Herren im Anzug ins Bild gerückt, setzt Motorist heute auf einen definitiv unabhängigen Fachjournalismus. Viele der Sortiments- und Servicethemen sind auch heute noch aktuell. Neue sind hinzugekommen, andere spielen kaum eine Rolle mehr. Verabschiedet hat sich Motorist so beispielsweise schon vor Jahren von den oft seitenlangen technischen Datentabellen der früheren Ausgaben. Denn die braucht es im digitalen Zeitalter definitiv nicht mehr.
Dynamischer Markt
Auch die Akteure haben sich verändert. Einige der Firmen, die in den Anfangsjahren den Markt und die Berichte in Motorist noch prominent prägten, spielen heute kaum eine Rolle mehr oder sind gänzlich vom Markt verschwunden, andere habe die Zeit überdauert und sind gewachsen, wieder andere strömen noch immer in den Markt hinein. Umso wichtiger bleibt der selbstgewählte Auftrag für Motorist einzuordnen. Und das werden wir sehr gerne tun. „40 Jahre Motoristen-Fachhandel“ erwartet Sie an dieser Stelle als Beirag bereits in der kommenden April-Ausgabe. Bleiben Sie gespannt, ich bin es auch.



40 Jahre Motorist!
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