Hochregallager Quelle: Manfred Nehab
Kramp arbeitet im Dienst seiner Kunden beständig an der Effizienz der eigenen Prozesse. Quelle: Manfred Nehab

Handel & Hersteller

27. July 2021 | Teilen auf:

Still that easy

Jubiläum Europas großer Spezialist für landwirtschaftliche Ersatzteile und Zubehör Kramp feiert in diesem Jahr sein 70-jähriges Bestehen.

Vom Einmannbetrieb zu einem der europaweit führenden Unternehmen der Branche: Das, was viele Gründer der Nachkriegsjahre auszeichnet, ist Gerrit Johan Kramp im Agrarbusiness gelungen. 1951 gründete der Niederländer im Alter von 34 Jahren in Varsseveld einen Handel mit landtechnischen Teilen für den aufstrebenden Agrarsektor. Wie dieser entwickelte sich das Geschäft gut. Schon in den Fünfziger Jahren war das Angebot an gehandelten Teilen bei Kramp so groß, dass man einen ersten Katalog auflegte, und schon in den Sechziger Jahren wagte Kramp im Schulterschluss mit dem ebenfalls niederländischen Unternehmen Perdock erste Expansionsschritte. 1977 eröffnete die erste deutsche Niederlassung in Hamminkeln. Standorte in Belgien, England und Frankreich folgten. Heute ist die Kramp BV mit Hauptsitz in Varsseveld eine der größten Handelsgesellschaften für landtechnische Teile in Europa. Der Schwerpunkt liegt auf der Belieferung mit Ersatzteilen für die Landwirtschaft an Industriekunden wie Bau-, Forst- oder Gartengerätehersteller und Wiederverkäufer wie den Land-, Forst- und Gartentechniktechnikhandel. Durchschnittlich 20.000 Bestellvorgänge mit insgesamt weit mehr als 100.000 Orderlinien täglich, mehr als 3.000 Mitarbeiter, Logistik-Zentren in elf europäischen Ländern, Vertriebsmitarbeiter in 24 Ländern und ein angestrebter Jahresumsatz von 1 Milliarde Euro bilden heute die Eckdaten des Unternehmens. „Damit dürfen wir uns durchaus als führend bezeichnen“, heißt es dazu bei Kramp.

Schnell und zuverlässig

Doch es ist nicht die solide Firmenhistorie allein, die Kramp ausmacht. Wie immer bei Gründerstorys macht die Philosophie den Unterschied, der nicht zuletzt den Erfolg begründet. Schaut man nach Varsseveld, so lautet diese: Tempo gepaart mit Zuverlässigkeit. So jedenfalls versucht sich das Unternehmen spätestens seit Ende der Achtziger Jahre zu positionieren. So führte man 1988 die typischen roten „Kramp-Behälter“ ein, um die Produktverpackung und -lieferung effizienter zu gestalten. 1991 nahm Kramp offiziell den Nachttransport auf. Abends bestellt, morgens ausgeliefert lautet das Modell dahinter. Gerade aus der Landtechnikbranche, wo in der Saison jede Minute Einsatzbereitschaft zählt, ist die so genannte Overnight Delivery heute nicht mehr wegzudenken. 1998 war das Distributionssystems mit fünf Liefertagen pro Woche bei Kramp Standard. 2001 eröffnete Kramp als erstes Unternehmen in der Branche einen Webshop. „It’s that easy“ lautet seit 2008 der Slogan, der bis heute vermitteln soll, wofür Kramp steht.  

Mehr als Ersatzteile

Das ist längst mehr als das Ersatzteilgeschäft. So ist Kramp heute mit einer Reihe von Services am Markt vertreten. Im Bereich Business Solutions bietet man Workshops und programmiert Schnittstellen für den Austausch von Daten vom Bestellvorgang bis zur Zahlung. Im Retail-Bereich unterstützt man seine Händler durch Personalschulungen, bei der Datenanalyse oder im Marketing, und seit 2019 rollt Kramp unter dem „Label Powered by Kramp“ in Europa ein eigenes Verkaufskonzept aus. Rund 120 Shops sind es bereits. Ebenfalls neu im Markt ist seit Herbst 2019 eine App, die das Bestellen direkt vom Einsatzort aus ermöglicht. Die Weichen für weiteres Wachstum sind also gestellt, auch geographisch.  

Gelungene Expansion

So treibt Kramp seit der Fusion mit dem dänischen Branchenkollege Grene in 2013 die europäische Expansion voran. Insbesondere in den letzten Jahren hatte man hier Erfolge vorzuweisen. Dem Kerngeschäft bleibt man jedoch weiter treu. Noch immer macht der Bereich Landtechnik etwa 80 Prozent vom Umsatz aus, die restlichen 20 Prozent entfallen auf die Bereiche Forst und Garten, Kommunalgeräte, Baumaschinen und OEM. Denn auch im Eigenmarkenbusiness ist Kramp aktiv. Seinen Wurzeln bleibt man dennoch treu. „Kramp ist ein Familienunternehmen – und das über viele Generationen hinweg. Ich selbst bin Mitglied der dritten Generation der Inhaberfamilie Perdok. Unser Mehrgenerationen-Unternehmen ist typisch für die Agrarbranche, in der landwirtschaftliche Betriebe genauso wie die Handelsbetriebe innerhalb der Familie weitergegeben werden“, erklärte Eddie Perdok, CEO von Kramp, anlässlich des Jubiläums.

Die Kramp-App ist nur eins der Angebote, die über die reine Ersatzteilversorgung hinaus gehen. Auch am POS unterstützt man den Handel. Quelle: Kramp
Rund 20.000 Bestellvorgänge wickelt Kramp täglich ab. Ein Gebot dabei ist Schnelligkeit. Overnight Delivery gehört zum Standard. Quelle: Kramp
Über die Jahre ist das Unternehmen Kramp von einem 1-Mann-Betrieb zu einem europäischen Player gewachsen. Seit 2009 läuft die Logistik für die DACH-Region in Strullendorf zusammen. Quelle: Holger Peters