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Neues im Paragraphendschungel (Quelle: kahhl auf pixabay)

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20. December 2021 | Teilen auf:

Neues zur Sozialversicherung 2022

Zum Jahreswechsel 2021/2022 ändern sich einige Vorgaben in der Sozialversicherung.

So sind Arbeitgeber ab Januar 2022 grundsätzlich verpflichtet, bei der betrieblichen Altersvorsorge einen Zuschuss zur Entgeltumwandlung in Höhe von 15 Prozent zu zahlen. Bisher galt diese Regelung nur für Verträge, die ab 2019 geschlossen wurden. Ebenso müssen Arbeitgeber ab 1. Januar 2022 die Steuer-Identifikationsnummer auch für bei ihnen beschäftigte gewerbliche Minijobber mitteilen - unabhängig davon, ob der Minijob pauschal versteuert wird oder nach individuellen Steuermerkmalen. Übermittel werden muss die Steuer-ID im Rahmen des elektronischen Meldeverfahrens an die Minijob-Zentrale. Bei kurzfristiger Beschäftigung müssen Arbeitgeber ab 1. Januar 2022 auch den Krankenversicherungsstatus angeben. Der steuerfreie Höchstbeitrag für die Entgeltumwandlung im Rahmen der betrieblichen Altersvorsorge sinkt 2022, ebenso der beitragsfreie Höchstbeitrag in der Sozialversicherung. Auch der Umlagesatz für das Insolvenzgeld sinkt ab dem 1. Januar 2022 (auf 0,09 Prozent). Erhält der Arbeitnehmer vom Arbeitgeber freie Verpflegung bzw. Unterkunft, ist der entsprechende Sachbezugswert als geldwerter Vorteil zu versteuern und zu verbeitragen. Fällig sind die Beiträge zur Sozialversicherung wie bisher am drittletzten Bankarbeitstag des Monats, in dem die Beschäftigung ausgeübt wird.

Renten- und Arbeitslosenversicherung

Der Beitragssatz zur gesetzlichen Rentenversicherung beträgt weiterhin 18,6 Prozent. Neu festgesetzt werden jährlich jedoch die Beitragsbemessungsgrenzen in der gesetzlichen Rentenversicherung, so auch 2022. Demnach sinkt die Beitragsbemessungsgrenze (West) im Vergleich zum Vorjahr geringfügig. – eine Folge der negativen Lohn- und Gehaltsentwicklung im vergangenen Jahr, vor allem im Zuge der Corona-Pandemie. Vor dem Hintergrund der andauernden Pandemie bleibt die Hinzuverdienstgrenze für Altersrentner auch 2022 erhöht. Bis zur Grenze von 46.060 Euro p. a. führen Einkünfte nicht zur Kürzung einer vorgezogenen Altersrente. Unverändert bleibt der Beitragssatz zur Arbeitslosenversicherung mit 2,4 Prozent.

Kranken- und Pflegeversicherung

Der Beitragssatz in der gesetzlichen Krankenversicherung beträgt unverändert 14,6 Prozent. Den durchschnittlichen Zusatzbeitrag zur Krankenversicherung hat das Bundesgesundheitsministerium für 2022 auf 1,3 Prozent angesetzt. Die Höhe ihrer Zusatzbeiträge legen die Krankenkassen jedoch selbst fest. Dabei können diese spürbar vom durchschnittlichen Zusatzbeitrag abweichen, sowohl nach oben als auch nach unten. Der monatliche Höchstbeitragszuschuss zur privaten Krankenversicherung (mit Krankengeldanspruch) beträgt 2022 unverändert 384,58 Euro monatlich.

Wie der GKV-Spitzenverband mitgeteilt hat, wird die Möglichkeit der Stundung der Sozialversicherungsbeiträge in einem vereinfachten Verfahren für die von der Hochwasserkatastrophe betroffenen Arbeitgeber bis zum 31. März 2022 verlängert. Eine Sicherheitsleistung ist hierfür weiterhin nicht notwendig. Auch Stundungszinsen werden grundsätzlich nicht berechnet. Ab Juli 2022 ist der gesetzlich krankenversicherte Arbeitnehmer nicht mehr verpflichtet, seine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung in Papierform beim Arbeitgeber vorzulegen. Coronabedingt besteht zudem bundesweit die Möglichkeit der Ausstellung von Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen nach telefonischer Anamnese.

Der Beitragssatz in der gesetzlichen Pflegeversicherung beträgt 2022 3,05 Prozent bzw. 3,40 Prozent für Kinderlose. Der monatliche Höchstbeitragszuschuss zur privaten Pflegeversicherung liegt 2022 unverändert bei 73,77 Euro (in Sachsen 49,58 Euro mtl.) In der privaten Pflegepflichtversicherung wird ein befristeter Zuschlag zur Finanzierung der coronabedingten Mehrkosten erhoben. Er beträgt 7,30 Euro für Personen mit Beihilfeanspruch und 3,40 Euro für alle anderen Personen, die einen Beitrag in der Pflegepflichtversicherung bezahlen. Der Corona-Zuschlag wird im Zeitraum 1. Januar 2022 bis 31. Dezember 2022 erhoben und ist bei allen Versicherern gleich hoch

zuletzt editiert am 20.12.2021