Agravis-Vorstand mit Hermann Hesseler, Vorsitzendem Dr. Dirk Köckler und Jörg Sudhoff (Quelle: Agravis)
Agravis-Vorstand mit Hermann Hesseler, Vorsitzendem Dr. Dirk Köckler und Jörg Sudhoff (von links) (Quelle: Agravis)

Handel & Hersteller

24. March 2022 | Teilen auf:

Agravis schließt respektabel

Die Agravis hat das zurückliegende Geschäftsjahr mit einem Umsatzplus von rund 14 Prozent abgeschlossen. Angesichts der Rahmenbedingungen zeigt sich der Vorstand damit zufrieden.

„Die Agravis hat das zurückliegende Geschäftsjahr respektabel abgeschlossen.“ So fasste Finanzvorstand Hermann Hesseler die Geschäftsentwicklung des Agrarhandels- und Dienstleistungsunternehmens im Jahr 2021 zusammen. Vor allem aufgrund eines deutlich gestiegenen Preisniveaus für Agrarerzeugnisse, Mischfutter und Energie, Dünger und Pflanzenschutz sowie hinzugewonnener Marktanteile erwirtschaftete die Genossenschaft einen Konzernumsatz von 7,3 Mrd. Euro, rund 14 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Auch auf der Ertragsseite ging der Trend nach oben: Das Ergebnis erhöhte sich laut vorläufigem Jahresabschluss von 30,5 auf 33,2 Mio. Euro. Die Eigenkapitaldecke ist ebenfalls weiter angewachsen, nämlich auf 594 Mio. Euro. Hier wirkte sich die Ausgabe von zusätzlichen Genussscheinen im Herbst 2021 positiv aus. Um die eigene Marktposition zu festigen und Prozesse weiter zu optimieren, hat die Agravis ihr Investitionsvolumen gegenüber Vorjahr auf 53,6 Mio. Euro nochmals erhöht. Ein erheblicher Teil davon floss in digitale Projekte. Die Zahl der Mitarbeitenden blieb mit 6.379 zum Jahresende praktisch konstant. „Diese Zahlen zeigen, dass die Agravis ihren Kurs konsequent umsetzt“, sagte der Vorstandsvorsitzende Dr. Dirk Köckler anlässlich der Bilanz-Pressekonferenz.

Raiffeisen als Partner für die Landwirtschaft

Angesichts der enormen Preisvolatilitäten, massiv gestörter Lieferketten in vielen Bereichen sowie hoher Logistikkosten aufgrund knappen und teuren Frachtraums sprach er von einem „wahrlich turbulenten Geschäftsjahr“. Corona, Afrikanische Schweinepest sowie die politische und gesellschaftliche Diskussion um die Ausgestaltung der Landwirtschaft ließ Köckler dabei nicht unerwähnt. „Wir stellen uns dieser Situation mit Demut und Respekt. Sie erfordert eine enorme Kostendisziplin und beschleunigt die Straffung von Strukturen und Prozessen – bei gleichzeitiger konsequenter Ausrichtung auf die Bedarfe unserer Kundinnen und Kunden.“ Gemeinsam mit den regionalen Raiffeisen-Genossenschaften habe die Agravis „die Power und das Know-how, um der starke Partner für die Landwirtschaft zu sein. Das ist unser Kerngeschäft. Darauf konzentrieren wir uns.“ Der Vorstandsvorsitzende nannte eine Reihe von Projekten, mit denen der genossenschaftliche Verbundgedanke zuletzt weiter ausgebaut wurde.

Agravis Ost

Um effiziente Strukturen als Basis für mehr Geschäft ging es auch bei der Agravis Ost. Die neue Gesellschaft – entstanden aus drei wirtschaftlich eigenverantwortlichen Einheiten – ist jetzt seit gut einem Jahr erfolgreich am Markt tätig und verweist auf konsequente Kundennähe sowie schlanke und schnelle internen Prozesse, die die Mitarbeitenden entlasten und ihnen zusätzliche Zeit für das Kundengeschäft geben. Auch die Digitalisierung soll weiter vorangetrieben werden. Man sehe diese als Chance und einen Auftrag, im genossenschaftlichen Verbund passgenaue digitale Bausteine für unsere Kunden zu etablieren. Ebenso bekennt sich die Agravis zur nachhaltigen Landwirtschaft. Ebenso treibt man die Energieeffizienz im eigenen Unternehmen voran.

Perspektive

Angesichts des Ukraine-Krieges und den damit verbundenen historischen Marktverwerfungen und vor dem Hintergrund der übrigen Herausforderungen hat die AGRAVIS das Jahr 2022 konservativ geplant. Beim Umsatz geht man für 2022 von 6,8 Mrd. Euro aus und beim Ergebnis vor Steuern sind 31,1 Mio. Euro angestrebt. Die Investitionssumme soll 50,8 Mio. Euro erreichen, das Eigenkapital auf 613 Mio. Euro ansteigen.

zuletzt editiert am 24.03.2022