Die Agravis Raiffeisen AG verbucht für das Jahr einen preisbedingten Umsatzrückgang auf
8,8 Mrd. Euro. Dennoch sieht man sich insgesamt auf einem „grundsolidem Wachstumsweg“.
„Wir sehen uns weiter auf einem grundsoliden, zukunftssichernden Wachstumsweg“: So fasste der Vorstandsvorsitzende Dr. Dirk Köckler die Ergebnisse des Geschäftsjahres 2023 der Agravis Raiffeisen AG zusammen. Wie dieser und Finanzvorstand Hermann Hesseler in der Bilanz-Pressekonferenz am 20. März mitteilten, hat das Agrarhandels- und Dienstleistungsunternehmen im vergangenen Jahr einen Konzernumsatz von 8,8 Mrd. Euro erzielt – nach 9,4 Mrd. Euro in 2022. Der Rückgang sei ausschließlich auf gesunkene Preise für wichtige Produktgruppen wie Getreide, Raps, Düngemittel und Energie zurückzuführen, hieß es. Das Ergebnis vor Steuern konnte hingegen leicht ausgebaut werden, nämlich von 61,5 auf 64,5 Mio. Euro. „Diese wichtigen Kennzahlen unterstreichen unserer Meinung nach die Solidität, die wirtschaftliche Stabilität und die Zukunftsfähigkeit der Agravis-Gruppe“, betonte der Finanzvorstand. Denn das Ergebnis ermögliche es u.a. das Eigenkapital weiter zu stärken. Zum Jahresende 2023 erhöhte sich dieses auf 663 Mio. Euro, die Eigenkapitalquote stieg auf 29 Prozent. Für das laufende Geschäftsjahr plant Agravis im Kontext des wirtschaftlichen Umfeldes konservativ und mit Respekt vor den Marktentwicklungen mit einem Umsatz von 8,1 Mrd. Euro und einem Ergebnis vor Steuern von 60,1 Mio. Euro.
Digitale Transformation
Vorstandschef Köckler ordnete die Geschäftsentwicklung nicht zuletzt vor dem Hintergrund der vielfältigen zeitgleichen Krisen ein, die das Jahr 2023 bestimmt haben. Gleichzeitig zeigte man sich zukunftsgewandt: „Wir treiben die Digitalisierung voran und nutzen die Chancen der digitalen Transformation, um Innovationen in den Kernbereichen Tiere, Pflanzen, Technik, Energie und Märkte in die praktische Umsetzung zu bringen sowie zusätzliche nachhaltige Geschäftsmodelle zu entwickeln.“ Als praxisreife Produkte nannte er hier eine einheitliche Verbundlösung zur Stoffstrombilanzierung mit dem Beratertool Ackerprofi und den Vertrieb der Smart-Farming-Landtechniklösungen von AgXeed und Farmdroid. Auch Nachhaltigkeit sei längst ein fester Bestandteil der Konzernstrategie. Ein Fokus der Aktivitäten liegt laut seiner Aussage auf umsetzbaren und markttauglichen und somit effizienten Bausteinen für die Nutztierfütterung und die ressourcenschonende Flächennutzung.
Fusionen im Agrarhandel
Zudem seien im zurückliegenden Geschäftsjahr wichtige Weichenstellungen gelungen, um den genossenschaftlichen Agrarhandel zu stärken, etwa die Zusammenschlüsse von Raiffeisen Lippe-Weser AG und Raiffeisen Lübbecker Land AG zur Raiffeisen Ostwestfalen-Lippe AG sowie der Raiffeisen Steverland eG, der Raiffeisen Coesfeld-Ahaus eG und der Raiffeisen Münsterland West GmbH zur Railand Raiffeisen AG. „Damit wurde die genossenschaftliche Marktstellung in den jeweiligen Regionen mit Agravis-Beteiligung zukunftsorientiert stabilisiert“, beschrieb Köckler den Stellenwert der Fusionen.
