Handel & Hersteller 2012-12-19T00:00:00Z Akku-Aufsitzmäher

Während bei den handgeführten Rasenmähern und den tragbaren Gartenwerkzeugen die Lithium-Ionen-Technik aus den Elektrowerkzeugen schon auf voller Schnittbreite Einzug gehalten hat, ist diese Batterietechnik bei den Elektro-/Akku-Aufsitzmähern derzeit eher noch die Ausnahme.

Die Kraft für den elektrischen Fahrantrieb und den elektrischen Antrieb für das Mähwerk kommt bei den meisten Elektro-Aufsitzmähern aus Batterien, die jeder Lagerarbeiter gut kennt.

Die eingesetzte Technik ist die traditionelle Technologie für fahrbare Elektrogeräte. Denn hier spielt, anders als bei den handgeführten Geräten, das Gewicht keine Rolle. Im Gegenteil: satte "Rasenlage" und eine geringe Traktion der Antriebsachse sind willkommene Begleiterscheinungen.

Spätestens aber an diesem Punkt kommt die Sensibilität der Zielgruppen dieser Maschinenkategorie ins Spiel. Und spätestens hier muss der Motorist entscheiden, mit welchen Argumenten er in seiner Sortimentsauswahl und im Beratungsgespräch die Positionierung von Elektro-Aufsitzmähern, egal ob mit Blei-Säure-Batterien oder Lithium-Ionen-Akkus, vornimmt: als technische Schmankerl für affine Privatanwender oder als professionelle Lösungen in sensiblen Anwendungsbereichen. Fehlen sollten sie aber in keinem Produktspektrum des Fachhandels, um die umfassende Kompetenz des Angebotes zu dokumentieren.

Alles Elektro

Einsatzzeiten von 60 Minuten bis hinauf zu dreieinhalb Stunden stehen bei den Elektro-Aufsitzmähern Aufladezeiten von gut und gerne zwölf Stunden gegenüber. Dass dann die Batterien "über Nacht" wieder aufgeladen sind, trägt als Argument nur bedingt, wenn der Gartenbesitzer seinen Rasen schnell noch zu Ende mähen wollte. Benzinmäher haben zwar ähnliche Einsatzzeiten pro Tankfüllung, lassen sich aber deutlich schneller für das restliche Rasenstück wieder flott machen.

Ausgelegt sind die nahezu lautlosen Gartenhelfer für Flächen von 2.000 bis hinauf zu 6.000 m² - gegebenenfalls mit zusätzlichen Batterien in einem kleinen Hänger. Damit nehmen sie es ohne große Anstrengung mit den meisten Benzin-Aufsitzmähern auf.

Null Emission

Da Antrieb und Mähwerk bei allen Akku-Aufsitzmähern jeweils von Elektromotoren angetrieben werden, können die Maschinen für sich die "Null Emission" in Anspruch nehmen.

Die fehlende Geräuschentwicklung ist ein echter Vorteil der Elektro-Aufsitzmäher. Beim reinen Fahrbetrieb heißt es auch hier: nahezu Null-Geräuschemission. Mit eingeschaltetem Mähwerk verbreiten sie gerade den Geräuschpegel eines handgeführten Akku-Rasenmähers.

Null Wartung

Sind die fehlenden Emissionen das eine Argument, ist die Kostenseite das andere. Vor allem bei den Wartungskosten können die Elektro-Aufsitzmäher gegenüber den Benzin-Verwandten ein deutliches Plus für sich in Anspruch nehmen. Die geringeren Energiekosten für eine Akku/Batterieladung schlagen da langfristig zu Buche (zumal dann, wenn der Strom selber produziert wird), die nahezu vollkommene Bedürfnislosigkeit hinsichtlich regelmäßiger Wartungsarbeiten macht sich direkt im Portemonnaie bemerkbar. Denn die wendigen Rasentraktoren brauchen keinen Öl- oder Filterwechsel und sie haben keinen Keilriemen.

Was für den Anwender positiv klingt, muss für den serviceleistenden Fachhandel kein Grund zur Freude sein. Letztendlich ist dieser dann für den fortdauernden Kontakt zum Kunden auf das Schleifen der Messer ausgerichtet. Das Kundenbindungsprogramm muss für diese Zielgruppe also eindeutig noch andere Maßnahmen in petto haben. Hier ist die Phantasie der Hersteller gefragt, Servicekonzepte zu entwickeln, die den Motoristen "unter Strom" halten. Aber auch der Händler selber kann beispielsweise mit Überwinterungsangeboten für diese Aufsitzmäher inklusive fachgerechter Batteriewartung Möglichkeiten der dauerhaften Kundenansprache entwickeln.

Interessant können die Geräte aber auch für den professionellen Einsatz sein, wenn dieser häufig in geräuschsensiblen Bereichen stattfinden muss. Im Umfeld von Krankenhäusern, Altenheimen oder Hotels beispielsweise oder auf Friedhöfen ist das leise Mähen vorteilhaft wie überhaupt in dicht besiedelten Umgebungen. Was hier für den vorsorglichen Privatmann positiv ausgelegt wird, sollte für bewusst agierende Profis der Kommune oder aus dem Facility Management verstärkt ins Blickfeld rücken.

Entscheidend für die weitere Entwicklung des Segments und der Entwicklung der einzelnen Produkte ist das Dreieck aus Leistung, Gewicht und Preis. Die Leistung muss sein, ohne Frage, das Gewicht ist bei diesen Fahrzeugen keine Frage und der Preis ist die sensible Frage. Wird der Gleichklang der Faktoren nicht gewährleistet, steht die positive Entwicklung der Produktkategorie auch in Frage.

H. Kamphausen

Auszug aus einem Beitrag in MOTORIST 6/2012

zuletzt editiert am 26. März 2021