4 Männer am Konferenztisch Quelle: LBT
Bundesinnungsmeister Leo Thiesgen, Präsident Ulf Kopplin, Vizepräsident Ludger Gude, Hauptgeschäftsführer Dr. Michael Oelck (v. l. n. r.) Quelle: LBT

Verbände & Organisationen

31. May 2021 | Teilen auf:

Alle Zeichen auf Dialog

Am 20. Mai hat der LandBauTechnik-Bundesverband seine zweite digitale Pressekonferenz abgehalten. Auf der Agenda: Das Zufriedenheitsbarometer Landtechnik, die Arbeit der Fabrikatsvereinigungen und die Fachkräftesicherung von morgen.

Was treibt Händler in der Landtechnik aktuell und ganz grundsätzlich um? Einen Eindruck zu dieser Frage gab der LandBauTechnik (LBT)-Bundesverband auf seiner jüngsten Pressekonferenz. Wie schon die erste wurde diese am 20. Mai in digitaler Form abgehalten, was die Intensität jedoch nicht schmälerte. So hatten LBT-Präsident Ulf Kopplin, Vizepräsident Ludger Gude, Bundesinnungsmeister Leo Thiesgen und Hauptgeschäftsführer Dr. Michael Oelck, die sich in Schönberg zusammengefunden hatten, unterstützt von Gabriele Schulte-Kemper aus der Geschäftsstelle in Essen drei Dauerbrenner-Themen aufbereitet. Ganz oben auf der Agenda stand das Zufriedenheitsbarometer Landtechnik, das der LBT in diesem Jahr zum zweiten Mal aufgelegt hat, gefolgt von News rund um die Dialogbemühungen der Händler mit der Industrie im Rahmen der Fabrikatsvereinigungen und abschließend der Punkt Fachkräftesicherung.

Auf dem Prüfstand

„Über ein Jahr hat uns die Pandemie nun fest im Griff. Wir sind an vielen Herausforderungen gewachsen, haben aber vor allem gesehen, dass wir eine krisenfeste Branche sind. Das macht uns natürlich auch stolz. Da aber jeder weiß, Stillstand ist Rückschritt, arbeiten wir stetig an uns. Und vor allem an der Beziehung der Händler zum Hersteller“, eröffnete LBT-Präsident Kopplin die digitale Inforunde. Ein wichtiges Instrument hierbei ist seit einem Jahr die Mitgliederbefragung zur Zufriedenheit mit den Fabrikaten landtechnischer Maschinen, ausgenommen Traktoren. Im Rahmen der Umfrage zum „Zufriedenheitsbarometer Landtechnik“ haben die befragten Händler die Gelegenheit, in 16 Kategorien analog zu Schulnoten ihre Bewertungen abzugeben. Rund 578 Rückmeldungen gingen im lezten Durchlauf in der LBT-Geschäftsstelle ein, 100 mehr als 2020.

Zufriedenheit sinkt

Die Zufriedenheit der Landmaschinen-Händler mit ihren Fabrikaten sinkt leicht, lautet das zentrale Ergebnis der Erhebung. Insgesamt am zufriedensten ist der Fachhandel mit der fabrikatsseitig gebotenen Produktpalette, die schlechtesten Werte gab es hinsichtlich der Unterstützung im Management von Gebrauchtmaschinen. Besondere Beachtung findet jedoch die Antwort auf die Frage, in welchen Kategorien das jeweilige Fabrikat sich zum Besseren oder Schlechteren verändert hat. „Das ist dann der Ansatzpunkt, auf den wir hinarbeiten wollen: Problembereiche identifizieren und bilateral lösen. Oder andersherum: Das Zufriedenheitsbarometer als Frühwarnsystem nutzen, um zu erkennen, an welcher Stelle sich der Unmut sammelt“, erklärt Kopplin. Auch wenn die Vergleichbarkeit mit dem Vorjahr nicht in allen Punkten zu 100 Prozent gegeben sei, ließe sich ein gegenüber 2020 leicht gefallenes Zufriedenheitsniveau ausmachen. Hier gelte es anzusetzen.

Fabrikatsvereinigungen

Ein wichtiges Bindeglied im Dialog zwischen Industrie und Handel und gleichzeitig Weg, diesen kontinuierlich und konstruktiv zu begleiten, sind laut ARGE-Hauptgeschäftsführer Dr. Michael Oelck die in der ARGE des LBT-Bundesverbands formierten Fabrikatsvereinigungen, die in den vergangenen Jahren an Bedeutung gewonnen hätten. So verzeichnete man seit 2018 einen Mitgliederzuwachs von 52 Prozent bei zurzeit acht Fabrikatsvereinigungen. Gerade in der Pandemie und bei fehlenden Möglichkeiten des Austauschs untereinander habe man durch zahlreiche digitale Treffen angesetzt. Die Themen reichten dabei von Garantievergütungen über Bonussysteme bis hin zum Marketing. „Wir konnten in den vergangenen Jahren dabei sehr gute Ergebnisse für den Fachhandel und Fortschritte in der Sache im Dialog mit den Herstellern erzielen“, versichert Oelck.

Nachwuchs sichern

Abschließend präsentierten Bundesinnungsmeister Leo Thiesgen und Pressereferentin Gabriele Schulte-Kemper ein durchaus positives Ergebnis bei den Azubi-Zahlen. Demnach konnte die handwerkliche Ausbildung zum Land- & Baumaschinenmechatroniker um 2,9 Prozent zulegen. Insgesamt 8.048 junge Leute standen am Stichtag 31. Dezember 2020 in regulären Ausbildungsverhältnisse bei insgesamt 2.782 Ausbildungsbetrieben. Rechnet man diejenigen aus der IHK-Statistik hinzu, seien es weit über 9.000, rund 2,3 Prozent weiblich. Nicht zuletzt seien diese Zahlen auch der Starke Typen-Kampagne, zu verdanken, die mit der Unterstützung von 14 Premium- und 30 weiteren Partnern erfolgreich für das Berufsbild des Land- und Baumaschinenmechatronikers wirbt. Fest steht für den LBT aber auch, dass man hier weiterhin attraktiv sein müsse, auch vor dem Hintergrund des demografischen Rückgangs und Wertewandels, zudem verzeichne man eine explosive Steigerung der Komplexität der Technik und das nicht nur bei Landmaschinen, sondern auch bei Motorgeräten und Baumaschinen, mahnte Thiesgen. Jetzt sei die Zeit, Fachkräfte zu finden, zu binden und zu fördern. Dazu zählt die Erschließung neuer Zielgruppen, etwa Quereinsteiger, sowie die Entwicklung eines attraktiven Berufslaufbahnkonzeptes für eine durchgängige Karriereentwicklung vom Azubi bis zum Meister plus.

Krone führt die Zufriedenheitsskala an. Quelle: LBT
Mit der ihnen gebotenen Produktpalette sind die Händler im Großen und Ganzen zufrieden. Quelle: LBT
Die Unterstützung beim Gebrauchtmaschinensortiment könnte aus Sicht des Handels besser sein. Quelle: LBT