Teipel, DIY-Markt, BHB-Kongress
Zahlenexperte Klaus-Peter Teipel präsentierte die Zahlen zum DIY-Markt. (Quelle: RM Handelsmedien)

Handel & Hersteller

28. November 2022 | Teilen auf:

Baumarkt-Konjunktur: Pandemie und Krieg hinterlassen Spuren

Anlässlich des Jahreskongress der Bau- und Heimwerkerbranche vergangene Woche in Bonn präsentierte Branchenanalyst Klaus-Peter Teipel die Entwicklung im DIY-Markt 2022. Diese hält auch für Motoristen Indikatoren parat.

Nach Klaus-Peter Teipels Prognose auf Basis der vorliegenden Zahlen bis Ende September 2022 legt die Vertriebslinie zwar zu. Das Umsatzplus ist jedoch rein preisgetrieben. So werden die Bau- und Heimwerkermärkte zum Ende des laufenden Jahres nach Teipels Ausblick ein nominales Wachstum von 10,4 Prozent auf 26,82 Milliarden Euro erzielen. Dieses ist offensichtlich jedoch weniger auf mehr Absatz zurückzuführen, sondern vielmehr auf höhere Preise. Auch die Kunden- und Ausgabenanteilen verlagerten sich. Während der Anteil derjenigen Kunden, die ein Nettoeinkommen bis zu 3500 Euro zur Verfügung haben seit 2015 deutlich gesunken sei, habe der Anteil der hohen Einkommensgruppen im Baumarkt stark zugenommen, rechnete Teipel vor. Sie stehen demnach inzwischen für 42 Prozent vom Umsatz.

Gartensortimente und Onlinehandel büßen ein

In puncto Sortimente gebe es in 2022 im DIY-Handel einen klaren Trend hin zu Ergänzungssortimenten, darunter Innenausbau, Elektroinstallation und Heizung. Eingebüßt haben dagegen die Sortimentsbereiche Holz und Gartenmöbel. Ebenso der Online-Handel. Dieser hat 2022 erstmals gravierende Einbußen von minus 13,6 Prozent im DIY-Gesamtmarkt hinnehmen müssen. "Der stationäre Handel lebt", so die Schlussfolgerung von Klaus-Peter Teipel.

Schwächere Marge verbietet Preisnachlässe

Auch für 2023 sieht der Experte Ergänzungssortimente und Baustoffe als Treiber bei den Warengruppen, die klassischen DIY-Sortimente eher nicht. Für die Bau- und Heimwerkermärkte sagte Teipel ein Umsatzplus von 7 Prozent voraus, was einem nicht-preisbereinigten Umsatzzuwachs um 1,9 Milliarden Euro auf dann 28,7 Milliarden Euro gleichkommt. Real würden die Baumärkte jedoch nicht mehr verdienen, da die Inflationsrate voraussichtlich auch bei ca. 7 Prozent liegen werde. Somit sei zu erwarten, dass die Marge insgesamt schwächer werde. Auch Preisnachlässe sieht Teipel nicht als geeignete Maßnahme an, um hier doch noch an Fahrt aufzunehmen.

zuletzt editiert am 28.11.2022