Der Markt für Motorsensen und Freischneider hat nach schmerzhaftem Rückgang die Talsohle verlassen und befindet sich wieder im Aufwärtstrend. Das Produktprogramm der Premiumanbieter hat sich auf hohem technischem Stand konsolidiert. Die Anzahl neuer Modelle von 61 markiert den Abschluss der Anpassungsaktivitäten an die aktuelle EU-Abgasgesetzgebung und steht für Normalisierung. Akkugeräte sind mehr und mehr im Kommen.
Die Talsohle der wohl schlimmsten gesamtwirtschaftlichen Krise seit Ende des zweiten Weltkrieges ist durchschritten es geht in den einzelnen Wirtschaftsbereichen und Branchen mit unterschiedlichem Tempo wieder aufwärts. Auch der Markt für Motorsensen und Freischneider folgt diesem Trend. In der Rückschau ist allerdings zu konstatieren, dass dieses Marktsegment, im Gegensatz zur Einschätzung in 2008, auch gehörig Federn lassen musste. Das erstreckt sich nicht nur auf das stückzahl- und ertragsmäßige Volumen, sondern auch auf die Anzahl der Marktteilnehmer und auf das Modellangebot. Dabei wurden die beiden letzteren Kategorien nicht nur durch die wirtschaftlichen Bedingungen, sondern signifikant auch durch gesetzgeberische Maßnahmen (u.a. EU-Abgasrichtlinie) beeinflusst.
Der bis 2008 überhitzte Markt hat sich sowohl im Volumen als auch in der Zahl der Akteure und Modelle beruhigt. Die leicht angestiegene Zahl von 57 neuen Modellen mit Benzinmotor (55 mit Zweitakt- und zwei mit Viertaktmotor) ist u.a. der Tatsache geschuldet, dass vornehmlich die Premiumanbieter nach der vollumfänglich in Kraft getretenen EU-Abgas-Richtlinie 2002/88/EG zum 01.02.2012 ihre Modellpaletten final aktualisiert haben. Diesen Markt kann man hinsichtlich sowohl der Anbieter als auch der Zahl der Modelle als bereinigt und beruhigt ansehen. Alles in allem drücken sowohl die Zahl der Anbieter als auch die der Modelle trotz der gesunden Schrumpfung aus, dass es sich um einen nach wie vor wichtigen Markt handelt.
DER MARKT IN ZAHLEN
Bei den Absatzzahlen für Benzinmotor-Geräte galt seit einigen Jahren die um 240.000 Einheiten pro Jahr pendelnde Zahl als stabile Peilmarke. In 2009 haben die Auswirkungen der Krise voll zu Buche geschlagen, indem der Absatz drastisch auf 190.000 Einheiten eingebrochen ist. Für 2010 wurde der Absatz immerhin wieder bei 200.000 Einheiten gesehen. Als sichtbares Zeichen der wirtschaftlichen Erholung hat der Absatz in 2011 mit 220.000 Einheiten wieder eine Schippe draufgelegt.
Die Prognose der Anbieter, die an unserer Umfrage teilgenommen haben, orientiert sich an der zahlenmäßigen Entwicklung des Marktes. Verhalten optimistisch wird sowohl für Benzin- als auch für Elektrogeräte im Mittel die Konstanz des Marktes gesehen, bei je einer Nennung für steigend und fallend, die sich gewissermaßen aufheben.
Für den Absatz der Modelle mit Elektromotor liegen nur wenige Zahlen vor, die für dieses Segment wohl keine repräsentative Basis darstellen. Danach wurde in 2009 die Menge von 435.000 und in 2010 von 425.000 abgesetzt. Für 2011 lassen die vorliegenden Zahlen auf einen Anstieg auf 500.000 verkaufte Einheiten schließen. Da es sich bei den Elektrogeräten fast ausschließlich um Konsumergeräte mit niedriger Leistung handelt und deren Absatz in großen Stückzahlen über Discounter, branchenfremde Marktketten, Online- und Versandhandel u. dgl. läuft, gibt es bei diesen Absatzzahlen eine hohe Dunkelziffer.
Die bei einigen Anbietern inzwischen marktreif entwickelten Motorsensen und Trimmer mit Akkubetrieb sind nach Insiderangaben inzwischen auf einen Marktanteil von 100.000 Stück hochgeschnellt.
DIE ROLLE DES MOTORISTEN
Der Motorist hat die sich selten bietende Gelegenheit, mit Markenprodukten die Lücke auszufüllen, die durch das Ausscheiden von nicht mehr Abgasvorschriften konformen Geräten entstanden ist. Verstärkt werden Kaufinteressenten, die sich in der Vergangenheit Billigprodukten zugewandt hatten, wieder an der Ladentheke des Motoristen stehen. Mit qualifizierter Fachberatung als Verkaufsbegleitung, exzellentem Zubehörservice und natürlich mit kompetentem After-Sales-Service kann er sich scharf von anderen Vertriebsformen abgrenzen. Sich dadurch generierende Händler-Kundenbindung auf Vertrauensbasis, positive Mund-zu-Mund-Werbung und Folgeverkäufe können seine wirtschaftliche Basis anhaltend stärken. Selbstredend sollte er, auch wenn es kurzfristig lukrativ scheint, weiterhin tunlichst die Finger von Billigprodukten lassen, um seinerseits Kaufinteressenten nicht zu verprellen und sein Image nicht zu beschädigen. Denn einmal verlorene Kunden sind, wenn überhaupt, nur mit erheblichem Aufwand zurückzugewinnen.
Fazit
Der Markt für Motorsensen und Freischneider hat nach schmerzhaftem Rückgang die Talsohle verlassen und befindet sich wieder im Aufwind.
Das Produktprogramm der Premiumanbieter hat sich auf hohem technischem Stand konsolidiert.
Die Anzahl neuer Modelle von 61 repräsentiert die letzten Anstrengungen zur Erfüllung der jetzt vollumfänglich in Kraft befindlichen EU-Abgasvorschriften.
Die Anforderungen der aktuellen EU-Abgasgesetzgebung haben bei den Anbietern die Spreu vom Weizen getrennt. Diese Anforderungen, speziell bei den leistungsstärkeren Geräten, werden nur noch die Markenhersteller erfüllen können.
Den kompletten Artikel lesen Sie in MOTORIST, Ausgabe 3/2012