Portrait von Katharina Onusseit
Katharina Onusseit (Quelle: Fotostudio Balsereit)

Gestern gab Sabo für den Standort Gummersbach einen massiven Stellenabbau bekannt. Beunruhigend ist dies allenfalls auf den ersten Blick.

Zugegeben: Übernahme, Investmentgesellschaft, Geschäftsführerwechsel, Stellenabbau. Auf den ersten Blick klingt das nicht gut. Da ist es, das Klischee vom Aushöhlen schöner alter Traditionsmarken für den schnellen Turnaround. Doch ist es wirklich so einfach? Seien wir ehrlich. Sabo war in Schieflage, nicht erst seit gestern: Die Marke angestaubt, das Portfolio veraltet. Dem entgegen stand der noch immer solide Ruf der Gummersbacher. Immerhin ein hübscher kleiner Mittelständler mit Lokalkolorit und einer Vertriebsmannschaft, die handelsweit einen guten Ruf genießt. Das lässt Luft nach oben und einen Handlungsspielraum, den es auszuschöpfen gilt - wenn man im Geschäft bleiben möchte. John Deere als langjährige Sabo-Mutter wollte das zuletzt nicht mehr. Sie hat - um im Bilde zu bleiben - ihr Mündel verstoßen. Und Mutares hat es unter seine Fittiche genommen, mit dem Ziel, es wieder aufzupeppeln. Eben das geschieht gerade. Man mag unterstellen, was man möchte: Ohne harte Einschnitte, das war klar, wäre Sabo nicht zu retten. Vielleicht musste erst einmal jemand kommen, der eben gerade mit unverstelltem Auge auf Kosten, Performance, Ziele und nicht zuletzt Chancen blickt, um das Ruder herumzureißen. Welchen Kurs der Steuermann dabei nimmt, ist rein ökonomisch betrachtet nicht die Frage, sondern allein, ob er das Schiff wieder in Fahrt bringt.

zuletzt editiert am 03. April 2024