Werkzeug Quelle: pixabay
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09. June 2021 | Teilen auf:

Deutsche Werkzeugindustrie dämpft Wachstumserwartungen für 2021

Der Fachverband Werkzeugindustrie (FWI) erwartet für das laufende Geschäftsjahr 2021 nur eine moderate Erholung der wirtschaftlichen Lage in der Traditionsbranche.

Nach einem Umsatzrückgang von 5,3 Prozent in 2020 stehen die Wachstumsaussichten der deutschen Werkzeugindustrie für das laufende Jahr unter dem Vorbehalt der weiteren Entwicklung der COVID-Pandemie und schon bestehender Probleme bei Lieferketten, so das Ergebnis einer im Stefan Horst, Geschäftsführer des Fachverbands Werkzeugindustrie, kommentiert die Ergebnisse der im Februar durchgeführten Umfrage unter den Verbandsmitgliedern: „Die Werkzeugindustrie hat die Auswirkungen der Krise im vergangenen Jahr direkt zu spüren bekommen. Viele unserer Mitglieder sahen sich in 2020 mit starken Umsatzeinbrüchen konfrontiert, zusätzlich zu den besonderen Herausforderungen der Pandemie für das produzierende Gewerbe.“

Umsatzrückgänge in 2020

Insgesamt verzeichneten im vergangenen Geschäftsjahr 62 Prozent der Unternehmen Umsatzrückgänge, davon mehr als die Hälfte Einbußen von über 10 Prozent. Nur 38 Prozent der Betriebe schloss das Geschäftsjahr 2020 ohne Umsatzeinbußen ab. Die unterschiedliche Umsatzentwicklung ist auf die unterschiedlichen Zielbranchen der Werkzeugindustrie zurückzuführen. So war beispielsweise die Bauindustrie deutlich geringer von der Corona-Krise betroffen als etwa die Autoindustrie. Hinzu kamen fortlaufende Schwierigkeiten bei der Versorgung der Unternehmen mit Vorprodukten und Zulieferteilen, die besonders in den letzten Monaten des Jahres zunahmen.

Moderates Wachstum erwartet

Für das laufende Geschäftsjahr 2021 erwartet die Branche nur ein moderates Umsatzwachstum. 64 Prozent der Unternehmen erwarten ein Umsatzzuwachs in ihren Betrieben, der jedoch in vielen Fällen die Umsatzrückgänge des vergangenen Jahres nicht kompensieren dürfte. Stagnierende Umsätze im laufenden Jahr erwarten 18 Prozent der Unternehmen. Zusätzlich berichten aktuell 72 Prozent der Unternehmen von bestehenden Problemen in ihrer Lieferkette, die im weiteren Verlauf des Jahres die Produktion weiter beeinträchtigen könnten.

„Die Lage bleibt auch in diesem Jahr angespannt für die Unternehmen in unserer Branche“, so der Geschäftsführer des FWI. „Eine große Mehrheit unserer Mitglieder erwartet auch in den kommenden 6 Monaten keine Verbesserung der konjunkturellen Entwicklung im Werkzeugbereich. Wir rechnen daher mit einer teilweisen Erholung des Marktumfelds erst in der zweiten Jahreshälfte 2021.“