Steile Hanglagen, hohes Gras, hartes Gestrüpp das sind typische Herausforderungen für Motormäher in der extensiven Grünpflege. Diesen Ansprüchen werden die Hersteller von Aufwuchs- und Gestrüppmähern mit einer enormen Vielfalt an technischen Konzepten gerecht.
Eine technisch interessante Produktgruppe sind handgeführte Motormäher, die anders als herkömmliche Rasenmäher für optisch ansprechende Grünflächen erst ab rund 50 mm Schnitthöhe richtig loslegen und auch vor hartem Gehölz nicht gleich halt machen. Je weniger Besitzer von privaten oder landwirtschaftlichen Grünflächen das Schnittgut als Viehfutter verwenden wollen, je mehr Grundstücksbesitzer sich mit wenigen Mäheinsätzen pro Jahr begnügen, desto spannender werden die Maschinen, die als Wiesen-, Hochgras- oder Allesmäher ihren Dienst verrichten. Und neben privaten Grundstücken, Obst- und Weinbau ist natürlich gerade im kommunalen Bereich die Extensivpflege ein viel diskutiertes Dauerthema. Bereits mehrfach haben wir diese Maschinengruppe beleuchtet, zuletzt vor zwei Jahren in der Ausgabe 2/2010. Immer wieder zeigten die bisherigen Marktübersichten eine ungeheure Vielzahl an Marken, Maschinen und neuen Modellen oder technisch weiter entwickelten Geräten.
Der folgende Beitrag beschränkt sich auf Einzweckgeräte, deren fest mit der Antriebseinheit verbundene Mulchwerke mit senkrecht stehender Messerwelle zur Definition "Aufwuchs- und Gestrüppmäher" passen. Nicht berücksichtigt wurden deswegen die zahlreichen handgeführten Schlegelmulcher mit horizontaler Messerwelle, auch nicht das breite Angebot der Einachs-Geräteträger, obwohl sie sich fraglos perfekt zum Betreiben all dieser Mulch- oder Mähwerkzeuge eignen.
Markt und Maschinen
Welche Dimensionen das Geschäft mit Aufwuchs- und Gestrüppmähern hat und welche Markttendenzen sich für die nähere Zukunft abzeichnen das lässt sich letztlich schwer fassen. Weder zu den deutschlandweit verkauften Stückzahlen noch zum monetären Marktvolumen sind genaue Zahlen greifbar. Immerhin lässt sich aus dem etwas spärlichen Informationsangebot der Industrie ablesen, dass die wenigen deutschen Hersteller mit einer konstanten Marktentwicklung für das laufende Jahr rechnen. Sie gehen also mit einigem Optimismus in die kommende Saison, und womöglich steht ihnen sowie den Gerätehändlern diesmal auch das Wetter anders als im vergangenen Jahr mit seinen langen Trockenperioden beiseite und sorgt mit ausreichend ergiebigen Niederschlägen für einen kräftigen Aufwuchs der Vegetation. Einige weitere Hersteller aus unseren Nachbarländern rechnen dagegen mit eindeutig steigenden Verkaufszahlen im laufenden Jahr.
Die Marktverteilung der Aufwuchs- und Gestrüppmäher nach einzelnen Kundengruppen in diesem Falle Privatkunden, Gewerbe, Kommune und Landwirtschaft sehen die einzelnen Hersteller sowie ihre Importeure und Distributoren immer etwas unterschiedlich. Letztendlich wissen natürlich nur die Gerätehändler genau, welche Kundengruppen sie mit diesen Maschinen beliefern. Nach den Angaben der befragten Hersteller jedenfalls spielen Privatkunden beim Geschäft mit Aufwuchs- und Gestrüppmähern eine ganz wesentliche Rolle, mit gewissem Abstand gefolgt von gewerblichen und kommunalen Anwendern. Die Landwirtschaft nimmt dagegen einen sehr geringen Anteil der produzierten Geräte auf.
Bereits aus dieser kurzen Aufzählung der Neuheiten und Modifikationen bestehender Geräte wird deutlich: Aufwuchs- und Gestrüppmäher sind spannende, aber erklärungsbedürftige Produktgattungen. Sie versprechen jedoch wegen ihrer anspruchsvollen und teilweise recht finanzstarken Käuferschaft durchaus lukrative Geschäfte. Wenn die ersten Kundenanfragen kommen oder spätestens wenn es im Verkaufsgespräch zur eigentlichen Marken- und Modellauswahl kommt, fällt die Entscheidung zwischen Aufwuchs- und Gestrüppmähern. Die Grundstücksgröße, Einsatzhäufigkeit, Verwendungsart und nicht zuletzt das freie Budget des Kunden bestimmen die Größe und Motorisierung, Arbeitsbreite und Flächenleistung der Maschine. Worauf man insbesondere die privaten Anwender hinweisen kann: Kräftige Geräte mit robustem Gehäuse sind nun einmal leidlich schwer, brauchen im Gelände also groß dimensionierte Räder mit Stollenprofil, eine ausreichende Motorleistung sowie einen flexibel einstellbaren Fahrantrieb. So technisch ertüchtigt, gehen diese Mähgeräte dann mit Kufen oder Rädern an der Front wirklich durch dick und dünn. Auch die Hangtauglichkeit ist ein unbedingtes Muss. Abseits von hohem Gras und extensiv gepflegten Grünflächen können zahlreiche Maschinen mit optionalen Erweiterungen auch ein schönes Schnittbild liefern. Händler und Kunden sind deshalb gut beraten, vor dem Kauf alle betreffenden Grünflächen samt ihrem Bewuchs sehr genau zu kennen und die beabsichtigten sowie die möglichen Einsätze der Geräte zu erwägen. Wenn ein Kunde sich daraufhin noch die Maschine auf seinem Grundstück vorführen lässt oder noch besser selber ausprobiert, ist sie bestimmt schon so gut wie gekauft. J. Zeitner